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Vierschanzentournee - "Der Ofen ist aus": DSV-Adler bei Granerud-Triumph historisch schlecht
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Publiziert 06/01/2023 um 21:25 GMT+1 Uhr
Halvor Egner Granerud ließ nichts mehr anbrennen und gewann die Tournee souverän. Für die DSV-Adler endet die Vierschanzentournee dagegen historisch schwach: Eine schlechtere Tournee hatten die deutschen Skispringer 1994/1995 abgeliefert. Einziger deutscher Lichtblick bleibt Philipp Raimund. "Unsere Spitzenspringer haben viel zu wenig Selbstvertrauen", konstatierte Bundestrainer Stefan Horngacher.
Karl Geiger und Andreas Wellinger enttäuschten bei der Tournee
Fotocredit: Getty Images
Als Halvor Egner Granerud auf den Schultern von Dawid Kubacki und Anze Lanisek seinen überlegenen Tournee-Triumph feierte, wollte Karl Geiger nur noch schnell nach Hause. "Jetzt ist langsam der Ofen aus. Ich bin froh, dass es heimgeht, es waren lange Tage", sagte der Oberstdorfer nach dem historischen Debakel der deutschen Adler: "Am diesem Wochenende werde ich sicher nicht an Skispringen denken."
Auch beim Finale in Bischofshofen sprang für das gebeutelte DSV-Team nicht mehr als Rang zwölf durch Youngster Philipp Raimund heraus, es war der ernüchternde Schlusspunkt einer Horror-Woche. Erstmals seit 35 Jahren landete in Bischofshofen kein Deutscher in den Top Ten.
"Es waren turbulente Tage mit vielen unschönen Sachen. Da muss ich jetzt erstmal Luft ranlassen", sagt der als Hoffnungsträger gestartete Geiger. Der Oberstdorfer, der beim Tournee-Finale der letzten drei Jahre immer auf dem Podest gestanden hatte, enttäuschte nach seiner Nullnummer in Innsbruck als 23. erneut.
Bester Deutscher der Gesamtwertung war am Ende Andreas Wellinger (Ruhpolding) als Elfter - eine schlechtere Tournee war das DSV-Team zuletzt 1994/95 gesprungen, als Jens Weißflog als bester Deutscher nur Zwölfter geworden war. Wellinger kam am Freitag geschwächt von einem Magen-Darm-Infekt nicht über Rang 20 hinaus.
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Toller Tournee-Abschluss: Raimund auch in Bischofshofen in den Top 15
Quelle: Eurosport
Horngacher erkennt "zu wenig Selbstvertrauen"
"Es war eine schwierige Tournee für alle Beteiligten. Unsere Spitzenspringer haben viel zu wenig Selbstvertrauen", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher im "ZDF".
Zumindest Constantin Schmid (Oberaudorf) durfte zum Abschluss mit Rang 16 zufrieden sein. Der sechsmalige Weltmeister Markus Eisenbichler (Siegsdorf/31.) verpasste sogar im vierten Tournee-Springen zum dritten Mal den zweiten Durchgang. Auch Stephan Leyhe (Willingen) und Pius Paschke (Kiefersfelden) schieden vorzeitig aus.
Der Norweger Granerud ließ dagegen nichts mehr anbrennen, holte auf der Paul-Außerleitner-Schanze wie schon in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen den Tagessieg und durfte seinen ersten Tournee-Triumph genießen. "Wahnsinn. Von diesem Tag habe ich schon so lange geträumt. Ich war schon immer von der Tournee begeistert", sagte Granerud, der mit 1191,2 Punkten aus vier Wettkämpfen zudem einen Tournee-Rekord aufstellte.
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Souveräner Sieg im K.o.-Duell: Wellinger überzeugt im ersten Durchgang
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Granerud sorgt für klare Verhältnisse
Der Pole Dawid Kubacki, der wenige Stunden vor dem Wettkampf zum zweiten Mal Vater geworden war, verpasste als Tages-Dritter hinter Anze Lanisek (Slowenien) die ohnehin kaum noch mögliche Aufholjagd. "Heute war für mich etwas anderes wichtiger. Es gibt Tage im Leben, da spielt Skispringen nur eine Nebenrolle", sagte der Familienvater.
Schon nach dem ersten Durchgang führte Granerud und sorgte für klare Verhältnisse, als erster Norweger seit Anders Jacobsen (2006/07) gewann er den Ritt über die vier Schanzen und machte sein Trauma des Winters 2020/21 vergessen. Damals führte er als klarer Favorit zur Halbzeit, ehe ihn ein völlig verpatzter erster Sprung in Innsbruck aus dem Rennen warf.
Horngacher: "Das Bitterste"
Für die DSV-Adler endete derweil eine Tournee zum Vergessen. Erstmals seit 2016/17 gab es keinen einzigen Podestplatz. "Das ist schon mit das Bitterste, was wir hier erleben, seitdem ich Trainer bin", hatte Horngacher schon vor dem letzten Wettbewerb gesagt.
Zeit zum Luftholen bleibt aber kaum: Weiter geht es schon am 14./15. Januar in Zakopane. Gut möglich, dass der eine oder andere DSV-Starter in Polen eine Pause erhalten wird. "Mal schauen", sagte Horngacher: "Wir lassen das jetzt erstmal sacken, und dann planen wir weiter."
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(SID)
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Enttäuschung in Bischofshofen: Geiger verpatzt Tournee-Finale
Quelle: Eurosport
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