Vierschanzentournee: Granerud gewinnt auch in Bischofshofen und damit die Tournee - Debakel für DSV
Halvor Egner Granerud hat die 71. Vierschanzentournee gewonnen. Der Norweger gewann in Bischofshofen sein drittes Tourneespringen und siegte in der Gesamtwertung klar vor Dawid Kubacki und Anze Lanisek, die auf der Paul-Außenleitner-Schanze die Plätze im Tagesklassement tauschten. Bester Deutscher wurde zum Abschluss Philipp Raimund auf Rang zwölf. Im Klassement wurde Andreas Wellinger Elfter.
143,5 Meter mit Telemark! Brillanter Granerud fliegt zum Tournee-Sieg
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Vor 14.000 Zuschauern an der Paul-Außerleitner-Schanze holte sich Halvor Egner Granerud zum ersten Mal den Gesamtsieg der Vierschanzentournee, der mit dem goldenen Adler als Trophäe und 100.000 Schweizer Franken (101.328 Euro) als Siegprämie belohnt wird. Er ist der erste norwegische Tourneesieger seit Anders Jakobsen vor 16 Jahren (2006/07).
Mit Sprüngen auf 139,5 und 143,5 Meter sicherte sich Granerud (313,4 Punkte) den Tagessieg erneut überlegen vor Anze Lanisek (Slowenien/140,5 m/139,0 m/305,5) und Dawid Kubacki (Polen/135,5 m/140,0 m/303,7). "Wahnsinn. Von diesem Tag habe ich schon so lange geträumt. Ich war schon immer von der Tournee begeistert", sagte Granerud.
In der Gesamtwertung hatte der 26-Jährige, der die Springen von Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen und Bischofshofen gewann, am Ende 33,0 Punkte Vorsprung vor Innsbruck-Sieger Dawid Kubacki - umgerechnet 18,33 Meter. Mit 1191,2 Punkten lieferte Granerud zudem die höchste Punktzahl der Tournee-Geschichte ab.
Kubacki, der wenige Stunden vor dem Wettkampf zum zweiten Mal Vater geworden war, schaffte die Aufholjagd nicht mehr. "Heute war für mich etwas anderes wichtiger. Es gibt Tage im Leben, das spielt Skispringen nur eine Nebenrolle", sagte der Familienvater.
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Verdienter Lohn: Granerud erhält in Bischofshofen den goldenen Adler
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Vierschanzentournee: Raimund als Lichtblick
Philipp Raimund (Oberstdorf/136,0 m/135,5 m/281,5) lieferte als Zwölfter auch in Bischofshofen einer der wenigen Lichtpunkte der Tournee aus deutscher Sicht. Der 22-Jährige zeigte vier konstante Wettkämpfe (14., 15., 13., 12.) und kam im Gesamtklassement als 13. ins Ziel.
Platz zwölf an der Paul-Außerleitner-Schanze ist zudem sein bestes Weltcup-Ergebnis.
Constantin Schmid (133,0 m/132,5 m/275,1) überzeugte ebenfalls. Der Oberaudorfer kam auf Platz 16 und in der Gesamtabrechnung auf Rang 17.
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Toller Tournee-Abschluss: Raimund auch in Bischofshofen in den Top 15
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Wellinger rutscht auf Gesamtrang elf ab
Für den Ruhpoldinger Andreas Wellinger (131,5 m/130,0 m/267,4) endete die Tournee dagegen durchwachsen mit einem 20. Platz. Allerdings hatte der Olympiasieger von 2018 auch mit einem Magen-Darm-Infekt zu kämpfen.
In der Gesamtwertung rutschte der 27-Jährige damit von Rang acht noch auf elf ab - so schlecht waren die DSV-Adler seit 2010/11 nicht mehr platziert gewesen. Damals hatte Michael Uhrmann als bester deutscher Springer ebenfalls nur Platz elf belegt.
"Es war eine schwierige Tournee für alle Beteiligten. Unsere Spitzenspringer haben viel zu wenig Selbstvertrauen", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher im "ZDF". Eine schlechtere Tournee war das DSV-Team zuletzt 1994/95 gesprungen, als Jens Weißflog als bester Deutscher nur Zwölfter geworden war.
Geiger enttäuscht erneut
"Mein Energielevel ist ziemlich weit unten", hatte Wellinger schon nach dem ersten Durchgang im "ZDF" gesagt: "Mir geht es heute ein bisschen besser, gut ist es aber noch lange nicht."
Erstmals seit 2016/17 gab es zudem keinen einzigen Podestplatz für die DSV-Springer. "Das ist schon mit das Bitterste, was wir hier erleben, seitdem ich Trainer bin", hatte Horngacher schon vor dem letzten Wettbewerb gesagt.
Karl Geiger (Oberstdorf/131,5 m/126,0 m/261,3), zum Auftakt der Tournee an der heimischen Schattenbergschanze noch Vierter, erlebte nach seinem Blackout von Innsbruck als 23. ebenfalls einen ernüchternden Tournee-Abschluss (23. gesamt).
"Jetzt ist langsam der Ofen aus, es waren turbulente Tage mit vielen unschönen Sachen. Da muss ich jetzt erstmal Luft ranlassen", sagte Geiger.
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Enttäuschung in Bischofshofen: Geiger verpatzt Tournee-Finale
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Eisenbichler, Paschke und Leyhe früh raus
Bescheiden lief's auch für Markus Eisenbichler: Der Siegsdorfer machte mit 130,0 m (129,1) im ersten Durchgang zwar leichte Fortschritte, verlor aber sein Duell mit Daniel Tschofenig (Österreich/132,5 m/137,6) und schied als 31. unglücklich aus.
Den zweiten Durchgang auch nicht erreichten Pius Paschke (45./Kiefersfelden/123,5 m/118,9), der das deutsche Duell gegen Schmid verlor, und Stephan Leyhe (46./Willingen/123,0 m/117,5). Leyhe, 2018/19 noch Dritter der Tournee, hatte am Donnerstag in Bischofshofen seinen 31. Geburtstag gefeiert. In der Tournee-Gesamtwertung reichte es so nur zu Rang 26.
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Four Hills Bischofschofen : interview of Karl GEIGER after his second jump in deutsch
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Schon nach dem ersten Durchgang führte Granerud und sorgte für klare Verhältnisse, als erster Norweger seit Anders Jacobsen (2006/07) gewann er den Ritt über die vier Schanzen und machte sein Trauma des Winters 2020/21 vergessen.
Damals führte er als klarer Favorit zur Halbzeit, ehe ihn ein völlig verpatzter erster Sprung in Innsbruck aus dem Rennen warf.
DSV-Springer: Zeit bis zur WM wird knapp
Dieses Mal zog er es jedoch eiskalt durch. Mit seinem finalen Sprung aus Luke neun kam er sogar bis auf 1,5 Meter an Kubackis Schanzenrekord (143,5 m) ran. Granerud blickt damit auch optimistisch in Richtung WM in Planica (21. Februar bis 6. März live bei Eurosport).
Den DSV-Springern macht die Gegenwart derweil eher wenig Mut,. "Mannschaftlich waren wir selten so weit weg wie derzeit", sagte auch Teammanager Horst Hüttel.
Zeit zum Luftholen bleibt aber kaum: Weiter geht es schon am 14./15. Januar in Zakopane. Gut möglich, dass der eine oder andere DSV-Starter in Polen eine Pause erhalten wird. "Mal schauen", sagte Horngacher: "Wir lassen das jetzt erstmal sacken, und dann planen wir weiter."
Ein kleines Kuriosum gab es noch in der Gesamtwertung der Tournee: Insgesamt schafften es fünf Österreicher in die Top Ten, aber keiner in die Top Five - Stefan Kraft (6.), Michael Hayböck (7.), Daniel Tschofenig (8.), Jan Hörl (9.) und Manuel Fettner (10.) platzierten sich en bloc zwischen Rang sechs und zehn.
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(mit SID)
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Schmitt-Analyse: Darum hat Granerud die Tournee verdient gewonnen
Quelle: Eurosport
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