Tande war am 25. März im Probedurchgang vor dem Skiflug-Weltcup im slowenischen Planica schwer gestürzt. Erst Mitte April wurde der 27-Jährige aus dem Krankenhaus entlassen.
Der norwegische Skiverband teilte damals zwar mit, dass sich Tande auf dem Weg der Besserung befindet, doch nun vor allem Ruhe und Erholung brauche und daher auch für keine Interviews zur Verfügung stehe.
Doch nun scheint sich Tande erholt zu haben und meldete sich erstmal selbst zu seinem Befinden und dem Sturz zu Wort. Dem 27-Jährigen geht es gut, die Rückkehr auf die Schanze soll sogar bald bevorstehen. "Ich freue mich sehr darauf, auf die Schanze zurückzukehren und wieder zu springen. Meine Hoffnung ist es, im Juli zurück auf die Schanze zu gehen", so der Skispringer im Interview, welches die norwegische Mannschaft auf ihren Social-Media-Kanälen veröffentlichte.
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Der Mannschafts-Olympiasieger werde den Juni dazu nutzen, sich vorzubereiten und in Form zu kommen und "dann werden wir im Juli weitersehen", kündigte er an. Auf die Frage, ob er seine Weltcup-Karriere beenden will, hatte er eine klare Antwort: "Definitiv nicht."

Tande freut sich wieder aufs Skifliegen

Bisher verspüre er auch noch keine Angst vor den ersten Sprüngen, "aber vielleicht wird es eine Reaktion geben, wenn ich zum ersten Mal wieder oben stehe", meinte er, fügte aber direkt hinzu: "Ich denke aber nicht, dass es auf Normalschanzen oder Großschanzen zum Problem wird."
Wahrscheinlich werde der Norweger aber nervöser sein, wenn er wieder auf der Skiflugschanze stehe oder zum ersten Mal wieder in Planica sein werde. Angst habe er jedoch auch davor nicht, im Gegenteil: "Ich freue mich darauf, weil ich das wirklich tun möchte. Ich möchte die Schanze wieder bewältigen und weite Flüge zeigen", kündigte der 27-Jährige an.
Im Interview äußerte sich der siebenfache Weltcupsieger auch zu seinem Sturz, an den er allerdings keine Erinnerung hat und ihn daher nur aus dem Video kenne. Er erklärte: "Das letzte, an das ich mich erinnere, ist ein Spaziergang mit meiner Schwester und ihrem Freund am Tag bevor wir nach Slowenien gereist sind. Ich denke, das ist auch gut so. Wahrscheinlich ist es für die anderen Jungs traumatischer, weil sie sich im Gegensatz zu mir erinnern."

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Tande nach Sturz im künstlichen Koma

Tande musste nach dem Sturz noch im Zielraum der Flugschanze per Intubation mechanisch beatmet werden, erlitt einen Schlüsselbeinbruch sowie eine leichte Verletzung der Lunge und wurde in ein künstliches Koma versetzt.
Der 27-Jährige selbst habe ja keine Erinnerung an den Sturz, er habe sich aber mit einem der Ärzte unterhalten, der ihn an der Schanze behandelte. "Er hat mir erzählt, dass ich für zwei oder drei Minuten keinen Puls hatte", so Tande.
Der Skispringer verbrachte nach seinem schlimmen Sturz knapp drei Wochen im Krankenhaus. Das sei für seine besorgte Familie und seine Freundin eine schwere Zeit gewesen. Vor allem, weil er eine Blutung im vorderen Bereich seines Gehirns gehabt habe, welches der Bereich ist, der für die Persönlichkeit verantwortlich ist. "Wäre die Blutung zu stark gewesen, hätte ich als eine andere Person wieder aufwachen können", meinte Tande emotional.
Doch glücklicherweise ist dieser Fall nicht eingetreten und wir können Tande schon bald wieder auf der Schanze beim Skispringen beobachten.
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