Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen: Pius Paschke und das Absprung-Problem - so kann der DSV-Adler reagieren

Pius Paschke ist der einzige DSV-Adler, der noch gute Möglichkeiten hat, den ersten deutschen Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee seit 23 Jahren einzufahren. Nach der mittelmäßigen Qualifikation in Garmisch-Partenkirchen scheint der Bayer zu wackeln. Das Positive: Paschke weiß, woran es liegt und was zu tun ist. Das Neujahrsspringen ist aber auch die letzte Chance, den Traum am Leben zu halten.

Schmitt-Analyse zur Quali: Paschke muss am Höhengewinn arbeiten

Quelle: Eurosport

Es mag im ersten Moment unlogisch klingen, doch Pius Paschke ist in der Qualifikation etwas zu kurz gesprungen, weil er beim Absprung zu aggressiv war.
Das führt paradoxerweise nicht zu einem höheren Luftstand und einer größeren Weite, im Gegenteil: "Pius war beim Absprung zu aggressiv, rollt über die Zehenballen drüber. Dann zeigen die Skispitzen nach unten und er kommt nicht auf Höhe", erklärt der ehemalige Bundestrainer Werner Schuster bei Eurosport.
Paschke sei infolgedessen "ein Stockwerk zu tief" unterwegs gewesen, unterstreicht der 55-Jährige. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies: Landung bei 133 Metern, Platz neun in der Quali auf der Großen Olympiaschanze.
Die Top 5 des Tages knackten derweil allesamt die 136-Meter-Marke, Michael Hayböck segelte gar auf 138,5 m, die Topweite setzte der Japaner Ren Nikaido (139) in den Schnee.

Schmitt warnt: "Wie der zweite Sprung in Oberstdorf"

Es war bereits das zweite Warnsignal dieser Art für Paschke, der noch immer das Gelbe Trikot des Gesamtweltcupführenden trägt. Der Sprung in Garmisch-Partenkirchen sei so gelaufen "wie der zweite in Oberstdorf. Da war er auf der aggressiven Seite, bekam nicht sofort den Kontakt zum Ski und damit auch nicht den Auftrieb und Höhengewinn, um ganz weit zu springen", analysiert Skisprung-Legende Martin Schmitt, der die Tournee als TV-Experte für Eurosport begleitet und 1999 in Garmisch-Partenkirchen gewann.
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"Ein Stockwerk zu tief": Paschke verpasst Ausrufezeichen

Quelle: Eurosport

Beim Auftaktspringen gab Paschke nach starkem ersten Durchgang mit Rang drei eine Podestplatzierung mit einem schwächeren Versuch im zweiten aus der Hand.
Es war noch immer ein mehr als vorzeigbarer Sprung, wenn es mit dem ersten deutschen Tourneesieg seit Sven Hannawald 2002 klappen soll, kann sich der bayrische Routinier solche Schwächen nicht erlauben.

ÖSV-Adler kreisen über der Konkurrenz

Vor allem deshalb nicht, weil die Konkurrenz aus Österreich schier übermächtig wirkt und aktuell über vier potenzielle Siegspringer verfügt. Das zeigte sich in der Qualifikation von Garmisch-Partenkirchen einmal mehr. Obwohl Tournee-Leader Stefan Kraft im Flug ebenfalls nicht auf Höhe kam und nur auf Platz elf landete, bestand das Podium geschlossen aus ÖSV-Adlern.
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Ansage vom Tournee-Zweiten: Hörl holt Quali-Sieg in Garmisch

Quelle: Eurosport

Jan Hörl setzte sich vor Daniel Tschofenig und Michael Hayböck durch. Paschke kann also nicht darauf hoffen, nur durch eventuelle Patzer der Konkurrenz entscheidend Boden gutzumachen, dafür haben die Österreicher einfach zu viele konstante Weltklasseleute im Kader. Hinzu kommt, dass ihm der Norweger Johann André Forfang und Gregor Deschwanden aus der Schweiz dicht im Nacken sitzen.
Bundestrainer Stefan Horngacher strahlt indes Zuversicht aus. "Ein, zwei Kleinigkeiten in der Anfahrtsposition" hätten nicht gepasst bei Paschke. Gelinge es, an diesen Stellschrauben zu drehen, sei der 34-Jährige wieder einer für die ganz vorderen Plätze.

Paschke: "Klaren Plan aufstellen und durchziehen"

"Ich möchte stabiler im Anlauf werden und ich brauche ein wenig mehr Feedback vom Ski im oberen Teil des Sprungs", betont Paschke im Eurosport-Interview. Die Leistung am Silvestertag sei "im Rahmen" gewesen. "Ich muss jetzt einen klaren Plan aufstellen und den mit Überzeugung durchziehen. Das ist mein Credo für Neujahr und die nächsten Tage."
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Ski Jumping - Garmisch Partenkirchen - 4 hills : Qualifications - Interview Pius Paschkek (Eng)

Quelle: Eurosport

Hoffnung macht zudem das erste Training, das Paschke auf Rang drei beendete. Es geht also auch auf der Olympiaschanze. Die 13,8 Punkte Rückstand in der Gesamtwertung auf Kraft sind ebenfalls kein Grund, nicht mehr an den großen Coup zu glauben.
Nur an der Dosierung der Aggressivität muss Paschke dringend arbeiten.
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Quali-Sieger Hörl bei Eurosport: "Mir liegen alle vier Schanzen"

Quelle: Eurosport


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"Problem noch nicht gelöst": Kraft patzt in der Quali

Quelle: Eurosport


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