Lichtblick in der Regenschlacht: Richard Freitag als deutsche One-Man-Show

Sieg verpasst, dennoch voll auf Kurs: Richard Freitag darf nach seinem zweiten Platz beim Auftakt in Oberstdorf weiter vom Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee träumen. Die Regenschlacht im Allgäu hat aber Kraft gekostet. Seine härtesten Konkurrenten sind nun die eigene Physis, der Pole Kamil Stoch und die einzige österreichische Hoffnung Stefan Kraft.

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Richard Freitag meldete nach dem so erfolgreichen wie aufreibenden Start in die Vierschanzentournee erhöhten Pflegebedarf an.
Nach dem Auftaktspringen kündigte er an:
So verabschiedete er sich schnell in Richtung Seefeld, dem DSV-Hauptquartier für die nächsten zwei Etappen der Tournee-Hatz. Die Auftaktstrapazen beim zweiten Platz im Regenspringen in Oberstdorf waren Freitag deutlich anzumerken.
Der Gesamtweltcupführende weiß:
Nur 20 Stunden nach dem Auftakt steht bereits wieder die Qualifikation für das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen (Montag, 1. Januar/14 Uhr live bei Eurosport 1 und im Eurosport Player) an. Dieses nimmt der 26 Jahre alte Sachse, der in der Vorausscheidung an Silvester Platz vier belegte, aus einer glänzenden Ausgangsposition in Angriff: Keine fünf Punkte liegt er hinter Oberstdorf-Sieger Kamil Stoch aus Polen, am Sonntag Quali-Sechster, zurück.
Mit Stoch und Freitag dürfte - viel eher als der Oberstdorf-Dritte Dawid Kubacki (Polen) - Österreichs Doppel-Weltmeister Stefan Kraft um den Tourneesieg streiten. Als Führender nach dem ersten Durchgang versemmelte Kraft den Matchball fulminant und wurde Vierter.
Kraft, der bis kurz vor Weihnachten auf der Schanze in Partenkirchen den Ernstfall geprobt hatte, sagte:

Erleichterung über gelungenen Start

"Tiptop" sei es gewesen, meinte Freitag, als er im strömenden Regen an der Schattenbergschanze ein denkwürdiges Auftaktspringen rekapitulierte.
Der 26-Jährige sagte:
Nie war er zuvor besser als Neunter in seiner neuen Wahlheimat gewesen, nun sprang er zum sechsten Mal in Serie unter die besten Zwei: 1 - 2 - 1 - 2 - 1 - 2, so seine letzten Platzierungen. Gemäß der "Freitag-Folge" wäre also in Garmisch-Partenkirchen wieder ein Sieg fällig.
Sein bestes Ergebnis im Olympiaort von 1936 war bislang ein sechster Platz 2016.
Über die Schanze dort sagt er:

Bundestrainer Schuster zieht den Hut

Bundestrainer Werner Schuster stellte seiner Nummer eins nach dem Auftakt ein erstklassiges Zeugnis aus.
Der Österreicher sagte:
Kamil Stoch, ohnehin "ein herausragender Springer", habe bei seinem Siegsprung auf 137,0 Meter - satte zehn Meter mehr als Freitag - die etwas besseren Verhältnisse "eiskalt ausgenutzt".
Auch wenn Markus Eisenbichler und Andreas Wellinger als Neunte und Zehnte etwas federn ließen, analyisierte Schuster:
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