Vierschanzentournee: Martin Schmitt bedauert Ausschluss der Polen für Oberstdorf
Polens Springer dürfen nicht am Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf teilnehmen – nach einem positiven Coronatest von Klemens Muranka ist das ganze Team um die Tournee-Mitfavoriten Kamil Stoch, Dawid Kubacki und Piotr Zyla ausgeschlossen wurden. "Es ist das eingetreten, was man befürchtet hat", meint Eurosport-Experte Martin Schmitt zur Maßnahme.
Kamil Stoch in Engelberg 2020
Fotocredit: Getty Images
Durch den Ausschluss Polens von der Veranstaltung in Oberstdorf ist klar: Kubacki wird seinen Titel bei der Vierschanzentournee nicht verteidigen, Kamil Stoch die Tournee nicht zum dritten Mal gewinnen können.
"Wenn man in Oberstdorf nicht springen kann, ist natürlich auch die Tournee gelaufen", sagt Eurosport-Experte Martin Schmitt: "Das ist sehr, sehr bitter für das polnische Team, aber auch ein Verlust für die Tournee insgesamt, weil mit Kamil Stoch, Piotr Zyla und Vorjahressieger Dawid Kubacki jetzt drei absolute Top-Leute fehlen."
Muranka, der symptomfrei war, war am Sonntagabend nach seinem positiven Coronatest sofort in die Isolation gegangen.
Am Montagmorgen erschienen dann Mitarbeiter des Gesundheitsamtes im Teamhotel der Polen, um erneute Tests durchzuführen. Diese seien wie die vom Veranstalter bestätigten Testergebnisse am Sonntag negativ ausgefallen.
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"Ein echter Gradmesser": Schmitt erklärt, worauf es in Oberstdorf ankommt
Quelle: Eurosport
Polen ausgeschlossen: Alle Springer in "Kontaktgruppe 1"
Laut Veranstalter zählen Murankas Teamkollegen aber zur "Kontaktgruppe 1". Das bedeutet: Sie hatten entweder über 15 Minuten lang direkten Kontakt von Angesicht zu Angesicht oder waren über 30 Minuten lang gemeinsam in einem geschlossenen Raum oder auch Fahrzeug.
Nach Rücksprache mit den örtlichen Gesundheitsbehörden fuhren die Organisatoren die harte Linie, die bislang bei Coronafällen im Weltcup verfolgt wurde - ein positiver Fall im Wettkampf-Umfeld bedeutet das Aus für das gesamte Team.
Gleiches war in diesem Winter bereits den Tschechen in Nischni Tagil passiert. Die Österreicher um Gesamtweltcupsieger Stefan Kraft zogen nach dem Auftakt in Wisla nach einer ganzen Reihe an Positivfällen geschlossen ihr A-Team zurück.
Der positive Test des deutschen Stars Karl Geiger hatte indes keine Konsequenzen für den Rest des Teams, da dieser verbandsintern und abseits eines Wettkampfwochenendes genommen wurde.
Auch ein DSV-Betreuer positiv getestet
Am Montag wurde bekannt, dass auch ein Betreuer des Deutschen Skiverbandes (DSV) vor dem Auftakt der 69. Vierschanzentournee positiv auf das Coronavirus getestet worden ist.
Wie der Verband am Montag mitteilte, legte "ein Mitglied des erweiterten Betreuerkreises der Nationalen Gruppe" beim Check-in-Verfahren in die Sicherheitsblase in Oberstdorf einen positiven Test ab.
Aufgrund des Hygienekonzeptes des DSV sind Athleten und Trainer nicht betroffen, der Tournee-Start ist damit nicht in Gefahr. Der Betreuer sei wieder abgereist, hieß es in der Mitteilung: "Gemäß den Regularien des Veranstalters, des zuständigen Gesundheitsamtes und dem medizinischen Stab des Deutschen Skiverbandes wurden sofort alle notwendigen Schutz-Maßnahmen ergriffen."
"Wir sind weiterhin optimistisch, wir haben unser Sicherheitskonzept, das bei uns wirkt. Das tut mir leid für die Polen, aber es ist so, wie es ist, man kann es nicht ändern", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher im "ZDF": "Ich hoffe, dass wir durchkommen und keine weiteren Fälle haben."
Favoritenfeld ausgedünnt
Halvor Egner Granerud, Markus Eisenbichler und der wieder zum Start berechtigte Skiflug-Weltmeister Geiger sind nach dem Ausschluss der Polen die großen Favoriten auf den Titel.
"Es wird vielleicht ein kleines bisschen einfacher, aber es bleiben noch genügend übrig, die es zu schlagen gilt", sagt Schmitt, auf die Hoffnung eines deutschen Gesamtsieges angesprochen.
Für alle im Wettkampf verbliebenen Athleten bedeute der Ausschluss Polens indes einen Warnschuss. "Es gilt weiterhin, vor allem abseits der Schanze darauf zu achten, dass man Abstand hält und den Mundschutz trägt", sagt Schmitt "Hoffen wir, dass alle Testungen bis zum Ende negativ bleiben."
Die Vierschanzentournee 2020/21: Alle Springen - Qualifikation und Wettkampf - in Oberstdorf (28.12./29.12.), Garmisch-Partenkirchen (31.12./1.1.), Innsbruck (2.1./3.1.) und Bischofshofen (5.1./6.1.) LIVE im Free-TV bei Eurosport 1 und bei Eurosport auf Joyn!
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(mit SID)
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