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Oberstdorf: Karl Geiger darf bei Vierschanzentournee starten
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Publiziert 27/12/2020 um 14:16 GMT+1 Uhr
Karl Geiger kann nach seiner Corona-Infektion bei der in Oberstdorf beginnenden 69. Vierschanzentournee von Anfang an teilnehmen. Der 27-Jährige durfte nach behördlicher Genehmigung die seit dem 16. Dezember andauernde Quarantäne verlassen. Vor dem Start der Qualifikation zum ersten Springen hat Geiger zudem den letzten obligatorischen PCR-Test absolviert und ein negatives Ergebnis bekommen.
Karl Geiger
Fotocredit: Getty Images
Karl Geiger strahlte über das ganze Gesicht, für das Corona-Sorgenkind war drei Tage nach Heiligabend erneut Bescherung. "Ich bin froh, dass ich wieder ein bisschen frische Luft schnuppern konnte", sagte der Skiflug-Weltmeister lachend, nachdem er kurz vor dem Auftakt der 69. Vierschanzentournee mit Erlaubnis des Gesundheitsamtes seine quälend lange Quarantäne beenden durfte.
Nach dem großen Zittern kann Geiger somit in seiner Heimat Oberstdorf mit Kumpel Markus Eisenbichler auf die Jagd nach dem ersten deutschen Tourneesieg seit Sven Hannawald vor 19 Jahren gehen.
"Die Zeit war schon frustrierend, ich war schockiert nach dem Testergebnis - zumal ich überall eine Maske getragen hatte", sagte Geiger, der kurz nach seinem Gold bei der Flug-WM und unmittelbar nach der Geburt seiner Tochter Luisa am 16. Dezember positiv auf Corona getestet worden war, am Sonntag im deutschen Teamhotel: "Aber ich habe versucht, das Beste daraus zu machen. Und trotz allem fühle ich mich jetzt gut aufgestellt."
Die letzte kleine Hürde nahm Geiger am Sonntagabend. Da lag das - negative - Ergebnis des abschließenden PCR-Tests vor, den alle Springer vor dem Start bei der ersten Qualifikation des Schanzenklassikers am Montag (ab 16.30 Uhr im Eurosport Liveticker) ablegen mussten. Dies war nach zuvor zwei Negativtests für Geiger aber eher Formsache gewesen.
Oberstdorf: Geiger will Schwung aus Planica mitnehmen
Eine Sache der Form ist hingegen, ob Geiger mit dem überraschenden Titel bei der Flug-WM in Planica im Rücken nun auch bei der Tournee nach den Sternen greifen kann - zwei Wochen ohne einen Sprung sind keine ideale Vorbereitung. "Man kann es nicht erzwingen, es muss einfach klappen", sagt der 27-Jährige: "Ich muss mich in Ruhe reinfinden."
Zur Ruhe rät auch Stefan Horngacher. "Karl kann ganz entspannt an den Start gehen", sagte der Bundestrainer: "Er ist froh, dabei zu sein, und froh, dass sein Kind gesund auf der Welt ist. Alles, was jetzt kommt, ist Bonus." Und der Tourneesieg? "Dem Karl ist generell immer alles zuzutrauen."
Geiger selbst orientiert sich am Traum-Wettkampf von Planica. "Da hatte ich mich selbst nicht auf dem Zettel und habe gewonnen. Ich werde auf Angriff gehen und habe nichts zu verlieren", sagte Geiger, der Norwegens Überflieger Halvor Egner Granerud als Maß aller Dinge sieht - und eben seinen Kumpel Eisenbichler: "Den darf man nie abschreiben."
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Oberstdorf: Eisenbichler neben Geiger zweites heißes Eisen im Feuer
Eisenbichler, neben Granerud (fünf Erfolge) mit zwei Triumphen der einzige Sieger der Weltcupsaison, geht hochmotiviert auf die Jagd nach dem Gold-Adler. "Ich hoffe, dass ich die Tournee gewinnen kann. Einmal war ich bereits nah dran, aber es ist natürlich ein schweres Stück Arbeit", sagte der 29-Jährige, der 2018/19 Zweiter war.
Horngacher baut ganz auf sein "fliegendes Doppelzimmer", das in Coronazeiten zu zwei fliegenden Einzelzimmern geworden ist. "Mit den beiden haben wir eine starke Speerspitze, dazu noch den Pius Paschke, der zuletzt nah am Podest war", sagt der Österreicher.
Geiger indes freut sich zwar, in Oberstdorf dabei zu sein, grämt sich aber, dass die Oberstdorfer an der Schanze fehlen. Bei der Corona-Tournee finden alle Springen ohne Zuschauer statt, aus dem Hexenkessel Schattenberg mit 25.000 Schlachtenbummlern wird eine stille Geisterkulisse.
"Es ist unglaublich leer hier im Ort, der sonst so knallvoll ist", sagt Geiger, der seinem Oberstdorf ein sportliches Trostpflaster aufkleben will: "Drückt uns die Daumen, haltet aus - es kommen wieder andere Zeiten, und nächstes Jahr können wir hoffentlich wieder zusammen abfeiern."
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(SID)
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Deutscher Tourneesieg? Schmitt: "Wäre mal wieder an der Zeit"
Quelle: Eurosport
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