Oberstdorf: Prevc-Sturz mit neuem Skimodell sorgt für Diskussionen - Schmitt und Schuster kritisieren
Cene Prevc stürzt im Training von Oberstdorf, weil sich sein Ski ohne echte Spitze in den Hang bohrt. Die Vierschanzentournee hat damit ihre erste Debatte, bevor sie so richtig begonnen hat - ist das neue Modell der slowenischen Marke ein Risiko? Die Eurosport-Experten Martin Schmitt und Werner Schuster äußern sich kritisch: "Wenn man landet, kann sich der Ski in weiche Untergründe einbohren."
"Wahnsinnssituation": Schmitt und Schuster sehen Prevc-Sturz sehr kritisch
Quelle: Eurosport
Die Vierschanzentournee hatte am Dienstag noch nicht mal so richtig begonnen, da hatte sie schon ihren ersten Aufreger: Cene Prevc, aktuell Neunter im Gesamtweltcup, stürzte schwer im Training und hatte großes Glück, den Auslauf der Schattenbergschanze in Oberstdorf nahezu unverletzt verlassen zu können.
Was war passiert? Prevc' linker Ski hatte sich bei der Landung vorne in den Schnee des Aufsprunghügels gebohrt und sich so explosionsartig vom Slowenen gelöst. Prevc stürzte daraufhin kopfüber und hatte großes Glück, dass er sich keine gröbere Verletzung im rechten Knie zuzog.
Bis nämlich die Bindung des anderen Skis auslöste, hatte sich Prevc' Körper bereits gefährlich verdreht.
Eurosport-Experte Martin Schmitt sprach von einer "Wahnsinnssituation".
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Ski in den Hang gebohrt: Cene Prevc stürzt fies im Training
Quelle: Eurosport
Oberstdorf: Cene Prevc stürzt spektakulär
"Der Ski bohrt sich bei der Landung ein und er hat keine Chance mehr. Zum Glück geht rechtzeitig die Bindung auf. Es sah wild aus", meinte der ehemalige Weltklasse-Skispringer über den spektakulären Sturz.
Zusammen mit dem ehemaligen Bundestrainer Werner Schuster analysierte Schmitt bei Eurosport den Prevc-Sturz, der vor allem seinem neuartigen Sprungski zuzuschreiben war.
Ursächlich sei "schon ein bisschen das Skimodell, dass er springt", erklärte Schmitt: "Die haben eigentlich keine Schaufel, keine Krümmung mehr im Spitzenbereich. Wenn der Ski dann mit einem Peitscheneffekt aufschlägt auf den Hang und der Hang ist ein bisschen weicher, kann er sich einbohren."
Schuster kritisiert: "Da ist keine Skispitze mehr"
Das "Slatnar"-Modell habe im Weltcup in den letzten Wochen für Aufsehen gesorgt, meinte Schuster. "Die Skimarken kämpfen einen Kampf untereinander - jeder will durch Innovation bestechen. 'Slatnar' hat auf diese Karte gesetzt, das hat anderen Skifirmen nicht geschmeckt", so der 52-Jährige bei Eurosport.
Das Problem laut Schuster: "Das ist keine Skispitze mehr. Wenn man landet, kann sich der Ski in weiche Untergründe einbohren."
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Standbild des Sturzes von Cene Prevc: Der linke Ski des Slowenen bohrt sich vorne in den Hang und klappt um, Prevc stürzt
Fotocredit: Eurosport
Aufgrund der radikalen Bauart hätten einige Experten Stürze wie den von Prevc bereits prognostiziert. Der Weltverband FIS hielt sich jedoch bislang zurück.
Präperierung der Schanze laut Freund top
"Es ist immer wieder das Gleiche: Man wartet immer wieder solange, bis was passiert, und dann schrecken alle auf", kritisierte Schuster. Dabei sei es "vorhersehbar" gewesen, "dass es passiert. Und jetzt ist es bei der Vierschanzentournee passiert."
Ein Problem, mit dem sich nicht nur Cene Prevc beschäftigen muss. "Anze Lanisek hat die gleiche Marke, Yukiya Sato auch - also ich würde mich als Springer nicht wohlfühlen, wenn ich oben stehe und wüsste, oh, mein Markenkollege ist eingestochen", meinte Schuster.
Severin Freund sprach immerhin von einem "relativ speziellen Skimodell". Die Schanzenpräparierung sei im Übrigen gut gewesen: "Der Hang ist weich, aber unter diesen Umständen ist die Schanze in einem Top-Zustand."
Cene Prevc qualifiziert sich für Wettkampf
Generell wünscht sich Ex-Bundestrainer Schuster, dass solche Stürze wie der von Prevc nicht mehr aufgrund von Materialrisiken vorkommen.
"Das wollen wir nicht mehr sehen", sagte er.
In der Qualifikation lief dann übrigens alles glatt für den Mittleren der Prevc-Brüder: Cene Prevc landete sicher bei 126 Metern und damit auf Quali-Rang 14 - einen Platz vor Lanisek und drei vor seinem älteren Bruder Peter. Der Japaner Sato wurde 31.
Eurosport zeigt alle Springen der Vierschanzentournee in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen inklusive der Qualifikation LIVE im Free-TV. Werner Schuster kommentiert mit Gerhard Leinauer, Martin Schmitt analysiert mit Birgit Nössing im Studio. Alle Springen LIVE gibt's auch bei Eurosport mit Joyn+!
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Schmitt und Schuster analysieren: Das sind die Lehren der Quali
Quelle: Eurosport
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