Vierschanzentournee: Andreas Wellinger verpasst Qualifikation für Auftaktspringen in Oberstdorf

Die Leidenszeit von Andreas Wellinger nimmt kein Ende. Als einziger Deutscher verpasste der Olympiasieger die Qualifikation für das Auftaktspringen der Tournee in Oberstdorf. Und das gerade mal um 0,5 Punkte. "Da ist Skispringen extrem hart und bestraft kleine Fehler ziemlich schnell", sagte Wellinger resigniert. Die nächste Chance bietet sich am Freitag in Garmisch-Partenkirchen.

Andreas Wellinger verpasst die Qualifikation in Oberstdorf

Fotocredit: Imago

Nach seinem Tournee-Fiasko war Andreas Wellinger einfach nur ratlos. "Es ist echt schwer zu sagen, es ist kein großer Fehler zu sehen", sagte der Olympiasieger nach der verpassten Qualifikation für den Auftakt in Oberstdorf niedergeschlagen. Schon wieder stürzte der 26-Jährige bei der Vierschanzentournee brutal ab, dieses Mal muss Wellinger im Allgäu sogar in die undankbare Zuschauerrolle.
Es sei "offensichtlich und klar", sagte Wellinger, dass er mit seinem Sprung auf 108,0 m nicht zufrieden sei. Als 51. verpasste der Oberbayer bei schwierigen Windverhältnissen die Quali für das Springen auf der Schattenbergschanze am Dienstag hauchdünn, es fehlten 0,5 Punkte oder umgerechnet rund 28 Zentimeter.
Im strömenden Regen hatte Wellinger Probleme mit dem nassen Anlauf, "da fehlt mir momentan die Leichtigkeit", erklärte er: "Da ist Skispringen extrem hart und bestraft kleine Fehler ziemlich schnell."
Eigentlich war Wellinger in den vergangenen Wochen auf dem Weg zurück in die erweiterte Weltspitze, die Leidenszeit schien langsam ein Ende zu nehmen. Nach seinem olympischen Einzel-Gold 2018 in Pyeongchang war es nur noch bergab gegangen. Im Juni 2019 riss das Kreuzband im rechten Knie inklusive Knorpelschaden, seitdem kämpft der gebürtige Traunsteiner um den Anschluss.

Winterspiele für Wellinger in Gefahr?

Nach einem Winter ohne Weltcup-Punkt wirkte der sechste Platz beim Heim-Weltcup in Klingenthal vor knapp drei Wochen wie ein Befreiungsschlag - auch wenn Wellingers Leistungen weiter schwanken. "Andi hat sich echt herangekämpft. Es wird immer besser", lobte ihn Bundestrainer Stefan Horngacher zuletzt.
Im Sommer habe er "Ups and Downs" gehabt, sagte der Tiroler, da sei Wellinger "etwas instabil" gewesen. Auch deshalb hatte Horngacher bei der Tournee nicht die größten Erwartungen an seinen Schützling. Viel wichtiger sei die Form mit Blick auf Olympia im Februar in Peking, wo Wellinger nach dem Team-Triumph in Sotschi 2014 seine Gold-Serie fortsetzen könnte.
Doch nach der Enttäuschung von Oberstdorf ist im geschlossen starken DSV-Team - sechs Springer qualifizierten sich souverän - sogar die Teilnahme an den Winterspielen in Gefahr. Auch wenn sich Wellinger immer wohler fühlt und das Knie nach der schweren Verletzung keine Probleme mehr macht.

Zweite Chance am Freitag in Garmisch

"Der Körper funktioniert saugut", sagte Wellinger: "Das Gefühl ist mal besser, mal schlechter." Vergangenes Jahr reichte es in Oberstdorf nur zu Platz 46, wenige Tage später war die Tournee für ihn nach der verpassten Qualifikation für das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen zu Ende.
Dort hat Wellinger am Freitag die Chance auf Wiedergutmachung. Und auf einen für ihn versöhnlichen Jahresabschluss.
(SID)
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Heftiger Rückschlag zum Auftakt: Wellinger verpasst die Quali

Quelle: Eurosport

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