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Vierschanzentournee 2022/23: Deutsche Springer hoffen auf den Gegenteil-Effekt
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Publiziert 26/12/2022 um 12:12 GMT+1 Uhr
Anders als in den Vorjahren sind deutsche Springer bei der 71. Vierschanzentournee diesmal nicht favorisiert. Karl Geiger und Co. ist dennoch einiges zuzutrauen - vor allem zum traditionell starken Auftakt der Skispringer-Tournee in Oberstdorf. Bundestrainer Stefan Horngacher hofft jedenfalls, dass seine Springer das Pferd diesmal von hinten aufzäumen und für eine Überraschung sorgen können.
DSV-Adler Karl Geiger (hinten) und Markus Eisenbichler
Fotocredit: Imago
Bei Weihnachtsgans, Bratapfel und Lebkuchen genossen Karl Geiger und der Rest der deutschen Skispringer daheim im Familienkreis ruhige Stunden vor dem großen Vierschanzentournee-Trubel.
Doch statt satt und zufrieden trudelten die DSV-Adler hungrig und hochmotiviert am Montag am Treffpunkt im Teamhotel hoch über Oberstdorf ein - schließlich bleibt trotz mauen Saisonstarts für Geiger und Co. der erste deutschen Tourneesieg seit 21 Jahren das große Ziel.
"2021 bin ich im Gelben Trikot mit einem ziemlich breiten Kreuz angereist. Jetzt ist alles mit ein bisschen mehr Unsicherheit behaftet", sagt Geiger vor dem Auftakt des Schanzenklassikers in seinem Heimatstädtchen (Qualifikation am Mittwoch, Entscheidung am Donnerstag), "aber in Oberstdorf will ich einfach immer richtig performen".
Zumal es erstmals nach zwei Corona-Geisterjahren wieder vor vollem Haus und mehr als 25.000 Fans zur Sache geht. "Das freut mich extremst", sagt der 29 Jahre alte Olympiadritte, der 2020 vor leeren Rängen am Schattenberg triumphierte: "So ganz vorstellen kann ich mir das fast gar nicht mehr."
Vierschanzentournee: Horngacher hofft auf den Gegenteil-Effekt
Früher war in der Tat mehr Lametta. Mehr Fans, aber auch mehr deutsche Erfolge: Im Vorjahr traten der damalige Weltcup-Gesamtführende Geiger und der sechsmalige Weltmeister Markus Eisenbichler als zwei Kernfavoriten zur Tournee an. Die Chancen auf den ersten Gesamtsieg seit Sven Hannawalds "Grand Slam" 2001/02 schienen groß wie nie.
"Aber auch aus dieser Situation haben wir eben nicht gewonnen", erinnert sich Bundestrainer Stefan Horngacher achselzuckend. Mehr noch: Erstmals seit 2016/17 landete kein Deutscher unter den besten Drei.
Im laufenden Winter liegt Geiger, zuletzt in Engelberg immerhin klar verbessert, auf Gesamtweltcup-Platz sieben, sorgte als Dritter in Titisee-Neustadt für den einzigen deutschen Podestplatz - im Vorjahr waren es sieben bis zur Tournee. Horngachers Hoffnung: Vielleicht läuft es ja jetzt genau gegenteilig - pfui vor, hui bei der Tournee.
Vierschanzentournee: Deutschen ging oft die Luft aus
"In unserer Situation bist du immer im Arbeitsmodus drin und willst zu den Besten aufschließen, die derzeit ein Stück weg sind. Wenn dann einer ins gute Fahrwasser kommt, kann es richtig abgehen", sagt der Österreicher. Und überhaupt: "Wir müssen noch nicht in Oberstdorf gewinnen."
Oft starteten die DSV-Adler am Schattenberg grandios, feierten dort 22 Tagessiege. Oft ging ihnen dann aber die Luft aus - in Innsbruck und Bischofshofen gelangen zusammengerechnet nur 21 Erfolge. Eine stetige Leistungssteigerung bis zum Höhepunkt am 6. Januar - das wäre nach Horngachers Geschmack: "Vielleicht haben wir ja mal das Glück."
Das wird es brauchen, um die dominierenden Springer zu bezwingen. Der Pole Dawid Kubacki (4), Tourneesieger 2019/2020, und der Slowene Anze Lanisek (3) gewannen sieben der acht Saisonspringen, auch Halvor Egner Granerud (Norwegen) und Stefan Kraft (Österreich) waren meist deutlich stärker als Geiger.
"Ich wäre schon zufrieden, wenn einer der Deutschen auf dem Podest steht", sagte der noch immer nachfolgerlose Hannawald dem SID.
Eisenbichler braucht das gute Gefühl
Und dieser jemand kann eigentlich nur Geiger sein - auch wenn drei weitere Springer des DSV-Aufgebots dies bereits geschafft haben.
Olympiasieger Andreas Wellinger (2. 2017/18) fehlt aber trotz Ausreißern nach oben die nötige Konstanz, dem ebenfalls lange verletzten Stephan Leyhe (3. 2018/19) das einstige Niveau - und Eisenbichler (2. 2018/19) derzeit fast alles.
"Ich muss auf der Schanze den Knoten einfach wieder lösen, dann fällt mir das andere alles leichter", sagte Eisenbichler, der die Generalprobe in Engelberg fluchend auf Platz 30 beendet hatte.
Und deshalb sind seine Tournee-Ziele diesmal anderer Natur: "Ich möchte einfach wieder das Gefühl haben, einen geilen Sprung zu machen."
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(SID)
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Schmitt erklärt: Das sind die vier Schlüssel zum perfekten Sprung
Quelle: Eurosport
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