Olympia 2018: Andreas Wellinger ist Olympiasieger

Andreas Wellinger ist Olympiasieger! Der 22-Jährige gewann das Springen auf der Normalschanze in Pyeongchang mit 259,3 Punkten deutlich vor Johann André Forfang (250,9) aus Norwegen und dessen Landsmann Robert Johansson (249,7). Richard Freitag lag nach dem ersten Durchgang noch aussichtsreich auf Rang vier, fiel im Finale aber noch hinter Markus Eisenbichler auf Platz neun zurück.

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Fotocredit: Eurosport

Im Finale zeigte Wellinger einen Wahnsinnssprung auf 113,5 Meter und egalisierte damit den Schanzenrekord des Österreichers Stefan Kraft aus dem vergangenen Jahr. "Unfassbar, ich komm' noch nicht damit klar", sagte der überglückliche Sieger bei Eurosport:
Nach dem ersten Durchgang lag der Bayer auf Rang fünf, aber die Rückstände auf Silber und Bronze waren nur marginal. Mit seinem Riesensprung überholte er nicht nur Freitag, der auf Rang neun durchgereicht wurde, sondern auch Forfang, Kamil Stoch und Stefan Hula.
Der Pole Hula war die tragische Figur dieses Wettbewerbs. Er lag mit sechs Punkten komfortabel in Führung vor dem Finale, doch offenbar waren seine Nerven nicht stark genug. Durch einen Flug auf 105,5 Meter (248,8) rutschte Hula noch auf Rang fünf zurück.
Sein Landsmann Stoch (249,3) verpasste als Vierter Bronze nur um 0,4 Punkte. So gingen Silber und Bronze an Norwegen. Forfang verbesserte sich im Finale noch von Platz vier auf zwei, Johansson sprang gar von Platz neun noch zur Medaille.

Grandioses Finale bei eisiger Kälte

Und was war das für ein Nervenspiel für die Athleten! Teilweise minutenlang froren die Springer oben auf dem Balken, bei -10 Grad und beißendem Wind. Manche Springer bekamen beim Warten sogar Decken gereicht. Simon Ammann musste gleich mehrfach wieder runter, man konnte sehen, wie kalt es ihm war. Nervös blickte er auf die Ampel. Am Ende blieb für den viermaligen Olympiasieger Platz elf.
Die Springer lieferten trotz der widrigen Bedingungen einen fantastischen Showdown. Peter Prevc und Daniel-André Tande zeigten grandiose Flüge im Finale und sprangen noch weit nach vorne. Der Slowene Prevc von 24 auf 12, Tande von 13 auf 6. Durch die Verzögerungen wegen der wechselnden Winde war es wahrscheinlich der erste Wettkampf der Geschichte, der über zwei Kalendertage ging.

Wellinger krönt sich erst nach Mitternacht zum Olympiasieger

Erst weit nach Mitternacht krönte sich Wellinger zum Champion. Es ist der erste deutsche Sieg bei Olympia im Skispringen seit dem Triumph von Jens Weißflog im Jahr 1994 bei den Spielen in Lillehammer.
"Wahnsinn, Wahnsinn", stammelte Wellinger, der 2014 in Sotschi schon Olympiasieger mit dem Team wurde. "Aber das fühlt sich anders an als das Gold von Sotschi. Heute ganz allein das zu schaffen, ist was ganz Besonderes", sagte der Bayer. Sein Trainer Werner Schuster fiel derweil dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier um den Hals und feixte später auf der Pressekonferenz ausgelassen.

Bundestrainer Schuster einfach nur stolz auf den 22-Jährigen

"Wir freuen uns riesig, dass unser Springer da oben steht", sagte Schuster. Nach Weißflog ist er erst der vierte Deutsche nach Helmut Recknagel (1960), Hans-Georg Aschenbach (1976 für die DDR) und Weißflog (1984, 1994). "Ich hatte das Gefühl, dass er weiß, was er tut. Der zweite Sprung war grandios. Ich bin stolz auf ihn", sagte der Österreicher.
Markus Eisenbichler wurde als zweitbester Deutscher Achter, hinter Freitag kam Karl Geiger auf Rang zehn. Somit schafften es alle vier Deutschen unter die Top Ten. Ein grandioses Resultat für den DSV - überstrahlt natürlich von der Goldmedaille des Andreas Wellinger.
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