Karl Geiger und Severin Freund überzeugen in Rasnov

Karl Geiger und Severin Freund klatschten einander freudestrahlend ab, dann feierten sie mit dem Rest der DSV-Adler ein grandioses rumänisches Skisprung-Wochenende mit einer kleinen Spontanparty. Zwar lagen zwischen den beiden am Samstag stolze 28 Plätze auseinander. Doch Rang 29 mit den ersten Weltcuppunkten für Rückkehrer Freund war genauso wertvoll wie Rang zwei für Vortagessieger Geiger.

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"Ich bin sehr zufrieden mit dem zweiten Platz, das hat richtig Spaß gemacht", sagte Geiger. Der 26 Jahre alte Allgäuer musste sich nach seinem fünften Karrieresieg am Freitag im Abschlusswettbewerb von Rasnov knapp Stefan Kraft geschlagen geben und liegt im Gesamtweltcup bei noch sechs ausstehenden Wettbewerben nun 118 Punkte hinter dem führenden Österreicher zurück. In Transsilvanien wies Geiger erneut seine große Klasse auf kleinen Schanzen nach.
"Da ist es für mich leichter, weil ich einen starken Absprung habe", sagte er. Zweimal Sieger in Predazzo im Januar, Sieger und Zweiter in Rasnov - so lautet seine Saisonbilanz auf den kleinen Anlagen. Fast schon schade, dass es bis Saisonende nur noch auf große bis riesige Schanzen geht, die Skiflug-WM Ende März in Planica eingeschlossen. Doch auch das schmälert Geigers Zuversicht nicht:

Schmid erstmals auf dem Podium

Glücklich war Geiger auch darüber, dass er an beiden Tagen nicht als einziger Deutscher auf dem Treppchen stand. Hatte am Freitag Willingen-Sieger Stephan Leyhe als Zweiter den DSV-Doppelsieg perfekt gemacht, sprang Youngster Constantin Schmid am Samstag als Dritter erstmals in seiner Karriere auf das Podest.
"Damit habe ich nicht gerechnet", sagte der 20-Jährige, der bis dato zwei fünfte Plätze als bestes Ergebnis auf dem Karriere-Konto hatte: "Ich dachte, dass die Top 10 drin sind. Jetzt will ich daran anknüpfen."
Drei Springer auf dem Podium - das machte auch Bundestrainer Stefan Horngacher glücklich. "Ich bin sehr zufrieden", sagte der Österreicher in der "ARD":

Freund mit ersten Weltcuppunkten

Angesichts des doppelten Doppel-Podests seiner Teamkollegen verblasste das Comeback von Ex-Weltmeister Freund ein wenig und zu Unrecht. Platz 29 ist zwar noch weit von den alten Ansprüchen eines 20-maligen Weltcupsiegers entfernt - die ersten Weltcuppunkte seit Dezember 2018 sorgten bei Freund aber für Zufriedenheit.
"Das tut sehr gut. Es gab immer wieder Phasen, in denen es gesundheitlich nicht gelaufen ist", sagte der 31-Jährige, der 2017 zwei Kreuzbandrisse erlitten hatte und zuletzt wegen erneuter Knie- sowie Rückenproblemen 14 Monate aus dem Weltcup verschwunden war:
Ob Freund im Weltcupteam bleibt oder am kommenden Wochenende in Lahti für den kriselnden Teamweltmeister Richard Freitag Platz machen muss, ist offen. "Das liegt nicht in meiner Hand. Aber wenn ich mitgenommen werde, freue ich mich." In Transsilvanien hat der "Altmeister" Blut geleckt.
(SID)
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