Scheidender FIS-Kontrolleur Christian Kathol fordert härtere Strafen bei Betrug nach norwegischem Anzugskandal
VonJan Zesewitz
Publiziert 14/05/2025 um 12:29 GMT+2 Uhr
Christian Kathol wird sein Amt Ende Juli aus privaten und familiären Gründen niederlegen. Im Zuge des Anzugsskandals rund um das norwegische Skisprung-Team kam seiner Rolle als Skisprung-Chefkontrolleur des Internationalen Skiverbands FIS eine größere mediale Aufmerksamkeit zu. Bei der Aufarbeitung der Affäre forderte er im Interview mit der "Kleinen Zeitung" nun höhere Strafen für Betrüger.
Christian Kathol kontrollierte seit 2022 das Material der Weltcup-Skispringer
Fotocredit: Getty Images
"Wenn man schwindelt, muss es schwerwiegendere Konsequenzen haben, als nur für den einen Wettkampf disqualifiziert zu werden", sagte Kathol: "Manche Nationen haben zehn bis zwölf Mitarbeiter in der Entwicklungsabteilung. Das ist für die FIS wie beim Doping, wo die Jäger auch immer hinterherlaufen."
Der Österreicher bestätigte, dass aktuell an der Verbesserung der Kontrollen für die Zukunft gearbeitet werde. Von der neuen Regel, dass die Athleten erst 30 Minuten vor dem Wettkampf ihre Anzüge ausgehändigt bekommen und diese spätestens 30 Minuten danach wieder abgeben müssen, hält Kathol nicht viel.
"Dahinter steckt eine große Verantwortung", sagte er. "Was, wenn es beim Transport einen Unfall gibt, Anzüge nass werden oder verloren gehen? Außerdem reicht auch eine halbe Stunde, um einen Anzug zu manipulieren."
Ein Nachfolger für den scheidenden FIS-Kontrolleur stehe indes noch nicht fest. Kathol selbst werde sich aber auch nicht komplett zurückziehen, aber insgesamt mehr Zeit mit der Familie verbringen: "Ich habe den Entschluss bereits Anfang Februar, also vor Trondheim, gefasst. Das hat einen rein familiären Hintergrund. Während der Saison war ich jede Woche von Mittwoch bis Sonntag- oder Montagabend fort. Aber meine Mutter ist jetzt 87 Jahre alt und alleine im Haus."
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Quelle: Eurosport
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