Skisprung-Legende Jens Weißflog kritisiert geplante FIS-Reform: "Probleme werden potenziert"

Der dreimalige Olympiasieger Jens Weißflog hat die geplante Skisprungreform kritisiert, nach der die FIS die maximale Anzahl an Startplätzen für jedes Land auf fünf Springer reduzieren will. "Das ist ein falscher Ansatz", sagte der viermalige Vierschanzentournee-Gewinner gegenüber "Sport1". FIS-Direktor Sandro Pertile hatte Mitte April mehrere Änderungen für den Skisprung-Weltcup vorgeschlagen.

Bewegende Geste: Lanisek widmet dritten Gesamtrang fehlendem Kubacki

Quelle: Eurosport

Auch der deutsche Skiverband würde unter der Änderung leiden. Statt wie bisher sechs Startplätze dürfte Bundestrainer Stefan Horngacher also nur noch fünf besetzen. Hinzu käme weiterhin der optionale Startplatz, den sich die Verbände im Continental Cup erspringen können.
Ziel der Neuerung ist es, kleinere Nationen zu stärken, wie Pertile beim polnischen "skijumping.pl" erklärte.
"Auf diese Weise wollen wir die Kluft zwischen den großen und den kleinen Nationalmannschaften verringern. Wir wollen unseren Sport globaler machen, und mit globaler meinen wir auch die Chancen auf Spitzenplätze für Wettkämpfer aus mehr Ländern", erklärte der Italiener. Auch sollen die Reisekosten in Zukunft mehr zugunsten der kleinen Nationen erstattet werden.
Weißflog bezeichnete die Vorschläge als den "falschen Ansatz" und kritisierte die angedachten Reformen, über die im Rahmen einer Hauptversammlung am 5. Mai in Dubrovnik befunden wird. "Weniger Startplätze für die Top-Nationen bedeuten nicht zwangsläufig auch mehr Qualität bei den Nationen der zweiten Reihe", machte der 58-Jährige bei "Sport1" deutlich.
Derlei Änderungen sorgen nicht für Vielfalt in der Spitze, betonte der Sachse. Stattdessen müsse in den Ländern, die von den Reformen profitieren sollen, schlicht "an der Basis gearbeitet werden".

Weißflog erklärt "Hauptproblem" beim DSV

Die Änderungsvorschläge, so Weißflog, "potenzieren die Probleme" im Skispringen sogar noch. "Weniger Startplätze bedeuten auch weniger Möglichkeiten für den Nachwuchs, der durch die geringen Startplätze kaum eine Chance erhält", machte er deutlich.
Gerade beim DSV zeige sich das schon heute. "Das Hauptproblem sehe ich darin, dass wir mit Karl Geiger, Markus Eisenbichler und Andreas Wellinger ein Team haben, das so schon seit Jahren zusammen ist", begründete der Gesamtweltcupsieger von 1983/1984, warum sich im zurückliegenden Jahr keiner der DSV-Adler über die gesamte Saison in der Weltspitze halten konnte.
Es komme kaum ein Springer aus dem Nachwuchsbereich nach, der die Top-Athleten in einer schwächeren Phase entlasten könnte. Denn "im Sport ist es kaum möglich, dass ein Athlet jedes Jahr absolutes Spitzenniveau abliefert", meinte der langjährige TV-Experte gegenüber "Sport1".
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Schuster exklusiv: "Schwerste Saison für Deutschland seit längerem"

Quelle: Eurosport

Schuster "kann Impulse setzen"

An der Stelle soll mit Werner Schuster nun der ehemalige Erfolgstrainer der deutschen Skispringer helfen. Der Eurosport-Experte wird fortan als Cheftrainer Nachwuchs arbeiten und soll wieder mehr Talente für die Weltspitze entwickeln.
Dass der Österreicher diese Aufgabe meistern kann, ist für Weißflog unstrittig. "Er ist ein interessanter Mensch und interessanter Trainer, der Impulse setzen kann. Diese Impulse von außen sind im Trainerbereich immer wieder nötig", sagte er und begrüßte die Berufung Schusters.
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Jens Weißflog beim Skispringen in Bischofshofen

Fotocredit: Imago

Gleichzeitig könne man auch von dem Österreicher, der die deutsche Mannschaft zur Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Sotschi 2014 führte, keine Wunderdinge erwarten.
"Er ist natürlich auch davon abhängig, was an Talenten da ist. Zaubern kann keiner", bremste Weißflog die hohen Erwartungen, machte aber dennoch Mut: "Er hat nachgewiesen, dass er als Trainer die nötige Qualität dafür mitbringt."
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Schuster mit Klartext zum Streitthema Anzug: Das muss passieren

Quelle: Eurosport

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