Skisprung-Renndirektor Sandro Pertile verrät: Gemeinsamer Weltcup-Kalender für Frauen und Männer in Planung

Das peinliche "Shampoo-Gate" soll sich nicht wiederholen, nach der Prämien-Posse von Garmisch-Partenkirchen hat der Weltverband Pläne für die komplette Schanzengleichheit vorgestellt: Die Skispringerinnen sollen mit mehr Geld, mehr Skifliegen und vor allem einem gemeinsamen Kalender mit den Männern aus dem Schattendasein geholt werden - Biathlon gilt als Vorbild.

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Quelle: Eurosport

"Das war kein schöner Tag für uns", sagte Renndirektor Sandro Pertile am Montag am Rande der Vierschanzentournee in Bischofshofen über das, was auf den Weltverband FIS nach Garmisch eingeprasselt war: "Wir sind uns der Ungleichheit bewusst und wollen die Lücke schließen."
Am Silvestertag hatte die deutsche Weltmeisterin Selina Freitag mit einem drastischen Beispiel fehlende Wertschätzung beklagt.
"Bei den Männern gibt es für einen Sieg in der Quali 3000 Franken. Ich habe hier einen Bag mit Duschgel, Shampoo und vier Handtüchern bekommen", sagte Freitag in der "ARD": "Ich möchte ja gar nicht groß darüber meckern, aber da sieht man die Unterschiede."
In der Folge wurde aber groß darüber geredet - im Gegensatz zu anderen Wintersportsparten werden die Skispringerinnen weiter marginalisiert: Sie haben weiterhin keine Tournee, kassieren deutlich weniger Prämien - und erhalten deutlich weniger Aufmerksamkeit.

Biathlon dient Frauen-Skispringen als Vorbild

Ihr Wettkampf in Garmisch-Partenkirchen wurde am Silvesterabend nach der Männer-Qualifikation und einer längeren Pause ausgetragen. Von 10.000 Quali-Zuschauern harrten noch 3000 für die Frauen aus. "Da müssen wir ansetzen", sagte Pertile am Montag: Programm straffen ("insgesamt maximal fünf Stunden"), mehr Entertainment.
Der wichtigste Schritt zur Aufwertung: Was beispielsweise im Biathlon längst selbstverständlich ist, wo die Frauenrennen mindestens solche Magnete sind wie die der Männer, soll nun auch im Skispringen eingeführt werden: Ab der Saison 2026/27 soll ein einheitlicher Kalender gelten - bislang sind Männer und Frauen nur vereinzelt gemeinsam am Start. "Wir sind dabei, einen Plan klar zu definieren. Aber unser klares Ziel ist es, Männer und Frauen zusammenzuführen", sagte Pertile.
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Wie dies an den Weltcup-Stationen genau geregelt werden soll, ist noch unklar. Pertile kündigte allerdings bereits mögliche Neuerungen an. "Wir haben zuletzt in Engelberg, wo Männer und Frauen gestartet sind, gesehen, dass sechs Durchgänge an einem Tag schwer zu bewerkstelligen sind", sagte der Italiener: "Wir diskutieren daher darüber, ob wir zum Beispiel Probedurchgänge streichen und nur eine Qualifikation pro Wochenende austragen."
Pertile ließ ebenfalls durchblicken, dass künftig auch die Frauen wohl mehr Wettkämpfe im Skifliegen erhalten werden: "Wenn man die Frauen fragt, wird es sicherlich das Ergebnis sein, dass sie auf die größeren Schanzen möchten."
Das Frauen-Springen erhält neuen Glanz - auch ohne Shampoo.

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(SID)
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Bischofshofen : Interview - Paschke

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