"Bei so einem Springen braucht man Eier, wie der Oliver Kahn sagt. Normal habe ich die - aber heute habe ich schon ein wenig gegrübelt", so Eisenbichler nach seinem dritten Platz an einem denkwürdigen Tag.
Der Skisprung-Weltmeister, lobte Eurosport-Experte Martin Schmitt, habe einen "sehr entschlossenen" Sprung gezeigt und es sei wichtig gewesen, "dass mal wieder ein Ergebnis kommt". In der Tat trotzte der Bayer den Bedingungen und lag am Ende nur 2,1 Punkte hinter dem zweitplatzierten Zyla.
"Ich bin nicht mehr der Jüngste, da denkt man bei einem solchen Wind schonmal nach", sagte der 29-jährige DSV-Adler, "aber ich habe versucht, Blödsinn zu machen und mich zu entspannen".
Skispringen
Skispringer Geiger Deutschlands Skisportler des Jahres
13/10/2021 AM 08:50
Mit Engelsgeduld hatte die Jury um den tschechischen Rennleiter Borek Sedlak bei heftigen Winden an der Mühlenkopfschanze in fast zwei Stunden einen Durchgang mit 54 Springern ins Tal gebracht. "Man musste heute etwas Glück haben - und das hatte ich in der Luft", sagte Eisenbichler.

Machtdemonstration: Granerud fliegt der Konkurrenz davon

Norwegens Überflieger Granerud dominierte das Geschehen einmal mehr und schaffte mit 149,0 m den weitesten Sprung der Konkurrenz.
Der Gesamtweltcupführende sicherte sich durch seinen achten Saisonerfolg auch den Sieg in der Willinger Gesamtwertung, in die alle Sprünge einfließen, und die damit verbundene Prämie von 15.000 Euro.

Paschke springt in die Top 10

Weniger gut lief es für den Vierschanzentournee-Zweiten Karl Geiger, der mit 123,0 Metern nur auf Platz 23 kam, in Willingen funktionierte wenig beim Skiflug-Weltmeister. Nur sein zweiter Sprung im Samstags-Wettkampf, der ihn noch auf Platz elf beförderte, klappte. "Ich muss mich an die eigene Nase packen. Wenn ich meine Sprünge zeige so wie da im zweiten Durchgang, dann geht es auch wieder aufwärts", sagte Geiger.

Weit über die 140-Meter-Marke: Eisenbichler lässt die Muskeln spielen

Am Sonntag landeten vor Geiger noch Pius Paschke als starker Achter mit 128,0 m und der verbesserte Altmeister Severin Freund auf Platz 17.
Bundestrainer Stefan Horngacher war deshalb durchaus happy. "Ich bin sehr zufrieden, es war ein heute ein ganz schwieriger Wettkampf", sagte der Österreicher: "Die Sprungleistungen waren deutlich besser als am Samstag."

Eisenbichler über Prämie: "Die wandern in die Hausbaukasse"

Das galt auch für die Laune Eisenbichlers. "Gut war da nix. Wenn ich zwei gute Sprünge mache, wäre ich ja weiter vorne", hatte ein stinkiger "Eisei" dem "SID" am Samstag nach seinem achten Platz gesagt: "Ich bin ja die ganze Zeit in den Top 10, das ist nicht so schlecht. Aber ich weiß, dass ich mehr drauf habe - und deshalb nervt das."
Dass er dann aber einen Tag später und drei Wochen vor der WM in Oberstdorf die Kahn'schen "Eier" nachwies, "war deshalb auch für mich wichtig", meinte Eisenbichler, der für in der Willinger Gesamtwertung über drei Tage Dritter wurde und immerhin 5000 Euro Prämie mitnahm.
"Die wandern in die Hausbaukasse. Das ist mir aber absolut nicht wichtig", sagte er: "Wichtig ist, dass mein Sport so eine Mordsgaudi macht."
(mit SID)
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