Am Freitag fällt mit der Qualifikation im polnischen Wisla (18:00 Uhr live bei Eurosport 1 im TV) der Startschuss für die neue Skisprung-Saison.

Die deutschen Hoffnungen ruhen dabei auf Weltmeister Markus Eisenbichler, der sich vor wenigen Wochen auch zum deutschen Meister krönte.

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"Markus hat sich definitiv weiterentwickelt. Die letzte Saison hat er auf einem sehr hohen Niveau beendet, und da hat er gleich angesetzt", sagte der deutsche Bundestrainer Stefan Horngacher.

Doch wer sind seine größten Konkurrenten im Kampf um den Gesamtweltcup und welche Neuerungen gibt es zum Auftakt?

Die wichtigsten Fragen rund um die neue Skisprung-Saison.

1) Welche Auswirkungen hat Corona?

Abgesagt ist bei den Männern bislang nur der Weltcup im japanischen Sapporo Anfang Februar. Allerdings wird es zu Saisonbeginn nur Geister-Springen geben: In Wisla, Kuusamo, Nischni Tagil und Engelberg sind keine Zuschauer zugelassen. Der erste Weltcup mit Fans könnte der Auftakt der Vierschanzentournee am 29. Dezember in Oberstdorf werden. Auch das ist aber noch nicht sicher.

2) Gibt es für die Springer eine "Corona-Blase?"

Ja. Nach dem Auftakt in Wisla fliegen alle Teams gemeinsam von München zu den Wettkämpfen im finnischen Kuusamo. "So bleibt die Gruppe kompakt zusammen und es gibt so wenig Kontakt wie möglich nach außen", sagt der neue FIS-Renndirektor Sandro Pertile. Auch die Weiterreise nach Nischni Tagil (Russland) und dann Planica (Slowenien) erfolgt mit einem Charterflug.

3) Welche Höhepunkte stehen an?

Erstmals gibt es gleich drei Highlights in einem Winter: Den Auftakt macht ab dem 11. Dezember die ursprünglich für März geplante Skiflug-WM in Planica. Rund um den Jahreswechsel folgt die traditionelle Vierschanzentournee, ehe am 23. Februar die Nordische Ski-WM in Oberstdorf beginnt.

4) Welcher DSV-Adler ist die Nummer eins?

Markus Eisenbichler! Der 29-Jährige war im Sommer der beste Springer im Team und wurde erstmals deutscher Meister. "Markus hat sich definitiv weiterentwickelt. Die letzte Saison hat er auf einem sehr hohen Niveau beendet, und da hat er gleich angesetzt", sagt Bundestrainer Stefan Horngacher über den Dreifach-Weltmeister von 2019.

5) Und dahinter?

Karl Geiger, im vergangenen Winter Zweiter des Gesamtweltcups, suchte zuletzt noch nach seiner Form. Dennoch ist dem Oberstdorfer neben "Eisei" am meisten zuzutrauen. Richard Freitag bleibt eine Wundertüte, für Überraschungen könnten Martin Hamann und David Siegel sorgen. Der zuletzt starke Stephan Leyhe verpasst nach seinem Kreuzbandriss die gesamte Saison.

6) Was ist mit Andreas Wellinger und Severin Freund?

Die gute Nachricht: Sowohl Olympiasieger Wellinger als auch Ex-Weltmeister Freund sind fit. Beide hoffen, wieder in die Weltspitze zu fliegen. Bei Wellinger (25) dürfte das wesentlich einfach werden als bei Freund (32).

7) Gewinnt endlich ein Deutscher die Tournee?

Der Euro hatte gerade die D-Mark abgelöst, als Sven Hannawald im Januar 2002 als bislang letzter Deutscher bei der Tournee triumphierte. Seither warten die Fans Jahr für Jahr vergeblich. In den vergangenen fünf Wintern standen zwar fünf verschiedene Deutsche (Freund, Wellinger, Eisenbichler, Leyhe, Geiger) auf dem Podest - nur eben keiner ganz oben.

8) Wer sind die Favoriten?

Neben Eisenbichler sind vor allem die Polen mit dem dreimaligen Olympiasieger Kamil Stoch, Weltmeister Dawid Kubacki und Piotr Zyla hoch einzuschätzen. Auch Stefan Kraft (Österreich) und dem Japaner Ryoyu Kobayashi sind Siege zuzutrauen, spannend wird die Entwicklung des Tournee-Zweiten Marius Lindvik (22) aus Norwegen. Ach so: Oldie Noriaki Kasai (48) hat es erst einmal nicht in Japans Weltcup-Team geschafft.

9) Wann wird in Deutschland gesprungen?

Wie gewohnt häufig: Bei der Tournee stehen die Stationen in Oberstdorf (29.12.) und Garmisch-Partenkirchen (1.1.) an, es folgen Titisee-Neustadt (9./10.1.) und Willingen (29.-31.1.). Zudem gibt es Spekulationen, dass Klingenthal für Sapporo (6./7.2.) einspringen könnte. Bei den Frauen, die nach jetzigem Stand erst am 15. Januar in die Saison starten, wird Titisee-Neustadt (30./31.1.) einziger deutscher Gastgeber.

10) Was ist neu?

Sandro Pertile ersetzt Walter Hofer als FIS-Renndirektor. Und eine neue Regel für die Beschaffenheit der Keile im Schuh tritt in Kraft, um die Flut an Kreuzbandrissen einzudämmen.

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(mit SID)

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