WM Oberstdorf - Drama um Marita Kramer: Technischer Delegierter erklärt Anlaufverkürzung
Einen Tag nach dem Drama um die Österreicherin Marita Kramer, die nach einer fragwürdigen Anlaufverkürzung durch die Jury in der WM-Entscheidung auf der Normalschanze im Finale von Platz eins auf vier zurückfiel, hat sich der Technische Delegierte der FIS, Saso Komovec, zur Jury-Entscheidung geäußert. Im "ORF" nannte er die Verkürzung "eine schwierige Entscheidung. Sicherheit geht immer vor."
Marita Kramer bei der Nordischen Ski-WM 2021 in Oberstdorf
Fotocredit: Imago
Saso Komovec verteidigte die Anlaufverkürzung vor Marita Kramer: "Marita ist im ersten Durchgang weit gesprungen und konnte den Sprung kaum stehen. Da können Verletzungen passieren. Im zweiten Durchgang wurde der Wind plötzlich viel besser, wir sind ein Gate runtergegangen, damit sie sicher landen kann."
Im ersten Durchgang war Kramer auf 109 Meter und damit drei Meter über Hillsize geflogen. Dies bedeutete Schanzenrekord.
Vor ihrem Finalsprung war die Jury also gewarnt. Vor Kramer sprangen Ema Klinec (Slowenien) und Sara Takanashi (Japan) 100,5 beziehungsweise 100 Meter. Bis zur Hillsize fehlten noch gut sechs Meter. Dennoch ging die Jury nochmal eine Luke herunter, weil sich der Wind für Kramer angeblich leicht verbesserte.
In den Windpunkten war davon jedoch nichts zu sehen: Kramer erhielt bei ihrem Sprung auf 98 Meter 10,9 Bonuspunkte für den Rückenwind, Klinec zuvor nur 9,4. Laut den Windpunkten hatte die Österreicherin sogar schlechtere Verhältnisse.
Kramer konnte im Finale ihre Halbzeitführung nicht verteidigen und Klinec wurde Weltmeisterin. Aufgrund einer schwachen Landung, wofür es Abzüge bei den Haltungsnoten gab, rutschte Kramer sogar auf Platz vier zurück.
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"Wahnsinnssprung": Kramer mit Schanzenrekord auf der Normalschanze
Quelle: Eurosport
Kraft kritisiert Jury: "Ab und zu übertreiben sie es"
Im Anschluss herrschte im österreichischen Lager großer Ärger über die Entscheidung der Jury. Es wurde sogar Protest eingelegt.
Auch Österreichs Topspringer Stefan Kraft konnte die Verkürzung nicht nachvollziehen. "Ich verstehe es nicht. Im ersten lässt man alle runterdonnern, da wird nicht verkürzt. Im zweiten, wo du 102 Meter hupfst, wo es am besten zum Hinspringen ist auf der Schanze, wird dann verkürzt. Also, ab und zu übertreiben sie es mit der Hin- und Herschieberei der Luken", sagte der Doppel-Weltmeister von 2017 im "ORF".
Goldberger hat kein Verständnis
Ex-ÖSV-Star Andreas Goldberger äußerte sich in seiner Kolumne für die "Kronen"-Zeitung ebenfalls zu dem Drama um Kramer.
"Für mich gab es keinen Grund noch einmal eine Luke runterzugehen. Wir waren in diesem Durchgang noch weit weg von der Hillsize. Und ein Blick auf die Windpunkte zeigte, dass alle Springerinnen Rückenwind hatten", schrieb der Skiflug-Weltmeister von 1996.
Bereits am Freitag hat Kramer die Chance, den vierten Platz mit einer Medaille vergessen zu machen. Um 17:15 Uhr (live im Free-TV bei Eurosport 1 und bei Eurosport auf Joyn) steht das Teamspringen bei den Damen auf dem Programm, das erneut auf der Normalschanze ausgetragen wird.
Dort zählen die Österreicherinnen zu den Mitfavoritinnen.
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Packendes Finale: Tränen und große Emotionen bei Klinec und Kramer
Quelle: Eurosport
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