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Nordische Ski-WM - Deutscher Poker im Teamspringen geht schief: Frust bei Eisenbichler und Co. nach Platz fünf
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Publiziert 04/03/2023 um 21:48 GMT+1 Uhr
Die deutschen Skispringer sind erstmals seit 2017 bei einer Nordischen Ski-WM ohne Team-Medaille geblieben. Nach Gold 2019 und 2021 reichte es für den Titelverteidiger in Planica nur zu Platz fünf. Das lag auch an einem missglückten taktischen Schachzug von Bundestrainer Stefan Horngacher im Finale. Sehr zum Ärger von Markus Eisenbichler. Das Gesamtfazit der WM fällt dennoch positiv aus.
Halber Meter zu kurz! DSV-Poker geht bei Eisenbichler nicht auf
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Markus Eisenbichler schimpfte wie ein Rohrspatz und suchte Trost bei Freundin Andrea. Nach einem missglückten Pokerspiel von Bundestrainer Stefan Horngacher musste der Frust des ehemaligen Skisprung-Weltmeisters erst einmal raus.
"Scheiße", brüllte Eisenbichler und meinte in erster Linie die verpasste Medaille im Teamwettkampf der WM in Planica. Gold ging an Gastgeber Slowenien vor Norwegen und Österreich.
Auslöser des Frusts waren 50 fehlende Zentimeter: Horngacher hatte zu Beginn des zweiten Durchgangs den Anlauf für Eisenbichler gleich um zwei Luken verkürzen lassen.
Der sechsmalige Weltmeister musste 131,0 m springen, um die Bonuspunkte zu holen - und landete bei 130,5 m. Als Folge fiel das DSV-Quartett mit Eisenbichler, Constantin Schmid, Andreas Wellinger und Karl Geiger auf Rang fünf zurück. Dort beendete es auch den Wettkampf.
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Schmitt-Analyse zum Teamspringen: DSV-Adler mit "zu vielen 'Fehlern'"
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"Wir haben das vorher durchkalkuliert und gesagt: Wenn wir eine Medaille wollen, müssen wir etwas riskieren", sagte Horngacher in der "ARD": "Wir haben das Markus zugetraut. Dass es dann um einen halben Meter nicht reicht, dieses Risiko müssen wir so nehmen." Im Nachhinein wurde allerdings klar, dass es auch mit den zehn Bonuspunkten "nur" zu Rang vier statt fünf gereicht hätte.
Eisenbichler war dennoch sauer. "Ich bin brutal angefieselt", sagte der 31-Jährige: "Wir haben hier mitstreiten können und waren dicht an den Medaillen dran. Das ist ärgerlich, wenn man sich um ein bisschen was verzockt."
Eisenbichler: "Mit mir nicht abgesprochen"
Bei Eurosport sagte der sechsmalige Weltmeister noch während des Wettkampfs: "Ich habe einen guten Sprung gemacht. Ich habe aber nicht verstanden, warum es zwei Gates waren. Kamil (Stoch, Anm. d. Red.) ist 135 Meter gesprungen mit einem Gate weniger. Zwei Gates sind schwer. Von meinem Gefühl her waren es 131,5 Meter. Es war über der Linie."
"Mit mir war das auch nicht abgesprochen, das ist ein bisschen schade. Aber ich vertraue da den Trainern", erklärte er in der "ARD".
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Starker Finalsprung: Geiger bringt Teamwettkampf würdig zu Ende
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DSV-Sportdirektor Horst Hüttel verteidigte die Entscheidung indes. "Sportlich kann man das komplett nachvollziehen. Das war alles ein bisschen unglücklich heute. Dennoch gehen wir erhobenen Hauptes aus dem Wettkampf", sagte Hüttel.
Auch Eurosport-Experte Martin Schmitt nahm Horngacher in Schutz. "Im zweiten Durchgang war es von Stefan Horngacher ein 'Alles oder Nichts'-Spiel", erklärte der Team-Olympiasieger von 2002: "Er hat sich gesagt: 'Ok, ich gehe jetzt mit der Luke runter und vielleicht können wir mit einem Wahnsinnssprung nochmal Punkte gutmachen und angreifen. Aber das ist nicht aufgegangen und das muss man dann auch abhaken."
Schmitt: "In Summe vielleicht zu viele 'Fehler'"
Aus seiner Sicht war dies auch nicht die entscheidende Szene des Abends. "Den einen Schlüsselmoment gab es nicht. In Summe sind vielleicht zu viele 'Fehler' passiert. Beim Eisei hätte es ein bisschen besserer Start sein können. Constantin Schmid hätte zweimal die Absprungkante treffen müssen", zeigte Schmitt nach dem Wettkampf auf, dass es insgesamt bei der deutschen Mannschaft am Samstag nicht ganz so rund lief.
Angesichts des hochklassigen Wettkampfs sieht der 45-Jährige die Platzierung auch gar nicht so dramatisch. "In dem Fünfer-Feld, man sieht es ja an den Polen, muss man sich nicht schämen, wenn man keine Medaille gewinnt. Das ist oftmals dann auch die Tagesform", erklärte Schmitt.
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Team-Gold für Slowenien! Lanisek bringt Planica zum Beben
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Gastgeber Slowenien holte derweil das erste Team-Gold seiner WM-Geschichte. Timi Zajc, der am Freitag schon Gold im Einzel gewonnen hatte, Lovro Kos, Ziga Jelar und Anze Lanisek sorgten für riesigen Jubel bei den Tausenden Fans. Slowenien war zuvor nie über einen dritten Rang (2011 und 2015) hinausgekommen.
Im Tal der Schanzen entwickelte sich von Beginn an ein Krimi, in dem fünf Nationen die Hauptrollen spielten. Deutschland lag dabei nach den ersten Sprüngen von Eisenbichler (137,0 m) und Schmid (133,0) auf Rang fünf, dicht hinter der Spitze. Wellinger (126,5) brachte das DSV-Quartett erstmals auf Rang vier, den Geiger (136,0) zur Halbzeit verteidigte.
Wellinger mit positivem WM-Fazit: "In Summe richtig cool"
Dann ging Horngacher volles Risiko und die Medaille geriet außer Reichweite. Der Österreicher war nach Gold im Mixed sowie Silber und Bronze durch Wellinger und Geiger von der Normalschanze insgesamt dennoch zufrieden mit der WM. "Wir haben Skisprung-Deutschland gezeigt, dass es uns noch gibt", sagte Horngacher.
Ähnlich äußerte sich Wellinger. "In Summe war es richtig cool. Mit zwei Medaillen heimfahren, das ist schon ein ziemlich gutes Fazit", sagte der pünktlich zur WM wieder in Fahrt gekommene Olympiasieger von 2018: "Aber Platz fünf zum Abschluss - das nervt uns."
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(mit SID)
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A-Capella-Hymne: Sloweniens Gold-Helden singen in Planica
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