Nordische Ski-WM 2023 - Skispringen: Peter Prevc nach schwerem Sturz im Training von Planica nur leicht verletzt

Peter Prevc ist bei der Nordischen Ski-WM 2023 in Planica im Training der Skispringer von der Großschanze schwer gestürzt. Der slowenische Lokalmatador verlor am Mittwoch im Sprung das Gleichgewicht, knallte bei wenigen Metern Distanz auf den Aufsprunghang und blieb anschließend im Auslaufbereich liegen. Helfer waren schnell zur Stelle und schafften ihn fixiert mit dem Rettungsschlitten weg.

Prevc stürzt schwer auf der Großschanze in Planica

Quelle: Eurosport

Peter Prevc war demnach ansprechbar und bei vollem Bewusstsein. Beim Abtransport aus dem Stadion klatschten Betreuer und Zuschauer, der 30 Jahre alte Mixed-Olympiasieger winkte ins Publikum.
Der ehemalige Vierschanzentournee-Gewinner wurde mit dem Hubschrauber zu weiteren Untersuchungen in das Universitätsklinikum in Ljubljana gebracht. Später meldete der Ski-Weltverband FIS, Prevc habe sich nur leicht verletzt.
"Gute Nachrichten von Peter Prevc. Glücklicherweise hat er sich nur Prellungen zugezogen, die ihm leichte Schmerzen bereiten, und er hat eine leichte Gehirnerschütterung", hieß es in einem Statement. Der 30-Jährige werde zur Beobachtung über Nacht im Krankenhaus bleiben, hieß es weiter.
Offenbar hatte sich im Sprung ein Teil der Bindung gelöst oder war gar nicht erst eingerastet gewesen. Prevc hatte daraufhin keine Chance mehr, das System zu halten und kam zum Sturz.

Schmitt analysiert Prevc-Sturz

"Ein ganz böser Sturz", meinte Eurosport-Experte Martin Schmitt, der in Planica vor Ort ist. "Es sieht aus, als habe sich direkt nach dem Absprung der Clip aus dem Schuh gelöst, also das Verbindungsteil zwischen Stab und Schuh, das den Ski kontrolliert", erklärte der Team-Olympiasieger von 2002.
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"Keine Chance": Schmitt analysiert den Prevc-Sturz

Quelle: Eurosport

"Er hatte dann keine Chance. Wenn sich diese Verbindung im Fersenbereich löst, hast du keine Kontrolle mehr über den Ski, der dann sofort ganz nah zum Körper kommt", so Schmitt: "Es hat ihn sofort nach vorne überschlagen. Da gibt es keine Möglichkeit mehr zu reagieren."
Die einzige Möglichkeit, einen solchen Sturz zu verhindern, ist ein zweites Sicherungssystem, ein Sicherungsband.
"Wenn man sich an Daniel André Tande 2017 bei der Tournee erinnert, als es um den Gesamtsieg ging - der hatte dieses Band. Da ging der Clip aus dem Schuh raus. Er hat zwar die Tournee verloren, konnte den Sprung aber noch halbwegs sicher landen", erklärte Schmitt.
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Tournee-Rückblick: Als Tande die Bindung brach

Quelle: Eurosport

Sturz erinnert an Tande

Solche Stürze seien im Skispringen "sicher nicht normal", sind in der Vergangenheit aber schon vorgekommen.
"Tande war der letzte Vorfall, an den ich mich im Weltcup erinnern kann. Aber auch ich hatte mal einen Sprung, bei dem es mir das komplette Hinterteil der Bindung rausgerissen hat", sagte Schmitt:
"Man denkt, alles ist sicher, Bindung mit vier Schrauben gedübelt - aber es kann immer mal was passieren und im Materialbereich was kaputt gehen."

FIS gibt erste Entwarnung

Laut dem Ski-Weltverband FIS habe in der Tat "ein Problem mit dem Clip" für Prevc' Sturz gesorgt, hieß es zunächst in einem Statement:
"Peter Prevc ist okay nach seinem Sturz. Er ist auf dem Weg ins Krankenhaus mit Rückenschmerzen, aber alles sieht so weit gut aus."
Für den 30-Jährigen verläuft die Heim-WM bislang alles andere als nach Plan. Bei der Eröffnungsfeier hatte er noch die slowenische Fahne getragen, anschließend aber weder im Einzel von der Normalschanze noch im Mixed einen Platz im Team der Gastgeber ergattert.
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Schmitt analysiert Mixed-Triumph: "Katharina Althaus hat gezaubert"

Quelle: Eurosport

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