Nordische Ski-WM 2023 - Stefan Kraft kritisiert Wertungssystem nach Platz vier: "Das passt einfach nicht zusammen"
Stefan Kraft hat bei der Nordischen Ski-WM in Planica eine Medaille von der Normalschanze hauchdünn verpasst. Der 29-jährige Österreicher musste als Halbzeitführender nach einem regelrechten Herzschlagfinale in Durchgang zwei mit dem unglücklichen vierten Platz vorliebnehmen. Entsprechend groß war im Anschluss die Enttäuschung bei Kraft, der darüber hinaus das Wertungssystem kritisierte.
Highlights: Wellinger und Geiger jubeln von der Normalschanze
Quelle: Eurosport
Dieses Finish war wahrlich nichts für schwache Nerven.
Der Pole Piotr Zyla hat bei der Nordischen Ski-WM in Planica in einem hochdramatischen Finale von der Normalschanze seinen WM-Titel verteidigt. Der 36-Jährige kämpfte sich mit dem Schanzenrekord von 105,0 m im zweiten Durchgang noch vom 13. Rang nach ganz vorne und verwies damit die beiden DSV-Adler Andreas Wellinger und Karl Geiger auf die Plätze.
Der große Pechvogel der Wind-Lotterie im Finaldurchgang war hingegen der halbzeitführende Stefan Kraft, der in der Endabrechnung auf dem ungeliebten vierten Platz landete und im Anschluss seinem Frust freien Lauf ließ.
"Das ist sicher der bitterste WM-Moment meiner Karriere. Das tut weh, aber es hilft nichts", sagte der 29-Jährige am "ORF"-Mikrofon und ergänzte: "Das Quäntchen Glück war halt sicher nicht auf meiner Seite, es war brutal eng zusammen. Schnell wieder raus aus dem kurzen Tief und dann angreifen."
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Von 13 auf 1! Zyla fliegt mit Schanzenrekord zum WM-Titel
Quelle: Eurosport
Kraft schimpft über Wertungssystem
Dennoch stieß dem Team-Olympiasieger aus Österreich, dem letztlich nur 0,4 Punkte zu Bronze fehlten, speziell das Wertungssystem im Hinblick auf die Windpunkte sauer auf. Dies lag nicht zuletzt daran, dass der spätere Weltmeister Zyla bei mehr Aufwind nur 1,6 Punkte mehr abgezogen wurden als Kraft.
"Man hat schon oft gesehen, dass die Windpunkte nicht das widerspiegeln, wie es wirklich ist. Es passt einfach nicht zusammen", schimpfte Kraft, der auch nicht vollends mit seinen Haltungsnoten zufrieden war. "18,5 (Punkte, Anm. d. Red.) hat der Sprung nicht verdient", ergänzte er.
Letztlich habe es einfach nicht sein wollen, so Kraft weiter.
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Stefan Kraft in Planica
Fotocredit: Getty Images
ÖSV-Kollegen leiden mit Kraft mit
Seine Teamkollegen fühlten im Anschluss mit dem Salzburger mit. "Ein paar Zehntel hinter Bronze in einem Bewerb, der sicher nicht ganz fair war, ist unverdient", sagte etwa Michael Hayböck.
Der 31-Jährige, der selbst von Rang sieben auf Platz 15 zurückfiel, nahm die Punktrichter jedoch ein Stück weit in Schutz. "Der Jury kann man keinen Vorwurf machen, es war schwierig." Allerdings hätte man bei einer WM "etwas länger warten können", ehe man die Springer vom Balken lässt, so Hayböck.
Sein Mannschaftskamerad Daniel Tschofenig sah dies dagegen etwas anders. "Ich bin ein bisschen sprachlos, weil es einfach nicht fair war von vorne bis hinten. Das muss sich die FIS etwas Besseres einfallen lassen", nahm er den Verband in die Pflicht.
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Jubel in Planica: Wellinger und Geiger holen zwei Medaillen
Quelle: Eurosport
Hayböck kämpferisch: "Wir werden zurückschlagen"
In einer Sache war sich die ÖSV-Adler dann aber doch einig: Nämlich, dass die Nordische Ski-WM für die Alpenrepublik noch längst nicht gelaufen ist. "Wir werden zurückschlagen", kündigte Hayböck an.
In die gleiche Kerbe stieß auch Pechvogel Kraft. "Ich kann das recht schnell abhaken. Ich habe Gott sei Dank schon recht viel erreicht, und es wird irgendwann auch wieder zurückkommen. Aus solchen Sachen kann man auch viel lernen", sagte der 29-Jährige, der sich im Hinblick auf den am Sonntag anstehenden Mixed-Wettbewerb (ab 17:00 Uhr live bei Eurosport 1 und bei discovery+) optimistisch zeigte: "Wir haben ein starkes Team."
Vielleicht klappt es dann ja mit der erhofften Medaille für Kraft.
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Schmitt exklusiv: Die Gründe für den doppelten Medaillen-Coup
Quelle: Eurosport
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