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Nordische Ski-WM 2023: Andreas Wellinger jubelt in Planica über Silber als Lohn für seine Leidenszeit
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Publiziert 26/02/2023 um 13:01 GMT+1 Uhr
Andreas Wellinger erlebte am Samstagabend bei der Nordischen Ski-WM in Planica einen wahren Befreiungsschlag. Nach Jahren des Leidens holte der 27-Jährige bei der Titelverteidigung des Polen Piotr Zyla sensationell WM-Silber von der Normalschanze. Karl Geiger komplettierte als Dritter den deutschen Erfolg. Doch vor allem Wellinger jubelte überschwänglich. Sein Silber strahlte fast wie Gold.
Highlights: Wellinger und Geiger jubeln von der Normalschanze
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Andreas Wellinger war der Stolz auf sein Comeback anzusehen. Mit einer Deutschland-Fahne um den Hals und einem Lausbuben-Lächeln auf dem Gesicht stand der Vizeweltmeister auf dem Podest, nach all den Jahren der Schinderei kostete der Bayer jede Sekunde aus.
"Es war zuletzt nicht immer einfach. Aber heute bin ich belohnt worden", sagte der 27-Jährige nach seinen Silberflügen im Skisprung-Mekka Planica.
Nach seinem Kreuzbandriss im Juni 2019 hatte Wellinger ein tiefes Tal durchschritten: Für Olympia 2022 war er nicht nominiert worden, stand kein einziges Mal mehr auf dem Podest.
"Ich habe in dieser Zeit brutal gekämpft", sagt er im Rückblick. Erst zwei Wochen vor der WM platzte der Knoten, als er in Lake Placid seinen ersten Weltcupsieg seit fast sechs Jahren feierte.
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Wellinger im Interview: "Fühlt sich unglaublich geil an"
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Nur 130 cm fehlten Wellinger zu Gold
In Planica folgte nun die Krönung, Gold im Mixed am Sonntag war die willkommene Zugabe. Am späten Abend stieß er in gemütlicher Runde mit dem WM-Dritten Karl Geiger an und ließ den traumhaften Tag noch einmal Revue passieren. "Ich habe in den letzten Jahren immer wieder einen auf den Sack gekriegt. Aber ich habe immer an mich geglaubt. Wenn ich das später sacken lasse, wird die Medaille sicher einen hohen Stellenwert haben", sagte er.
Um ein Haar wäre Wellinger sogar als erster Deutscher seit Jens Weißflog 1989 Weltmeister von der Normalschanze geworden. Am Ende fehlten dem Bayern exakt 1841 Tage nach seinem Olympiasieg 2018 nur 130 Zentimeter zum zweiten großen Einzel-Titel seiner Karriere.
Gold ging wie vor zwei Jahren an den Polen Piotr Zyla, der nach dem ersten Durchgang noch auf Rang 13 gelegen hatte.
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Jubel in Planica: Wellinger und Geiger holen zwei Medaillen
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Wellinger durchlebte schwierige Jahre
Doch auch Silber war ein riesiger Erfolg. "Für Andi freut es mich wahnsinnig. Er hat eine lange Leidenszeit hinter sich", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher. Sogar der Österreicher Stefan Kraft, der im zweiten Durchgang von Platz eins auf vier zurückfiel, freute sich für den Deutschen. "Dem Andi vergönne ich es. Ich habe ihm in Lahti zweimal wehgetan", sagt Kraft, der 2017 in Finnland auf beiden Schanzen Weltmeister geworden war - jeweils vor Wellinger.
Bei der WM 2019 ging Wellinger dann leer aus, 2021 in Oberstdorf war er nur noch Zuschauer. "Andi war viele Jahre weit entfernt von der Spitze. Aber ich habe immer an ihn geglaubt", sagte auch der ehemalige Bundestrainer Werner Schuster, der den DSV-Adler einst entdeckte. An ein Karriereende dachte Wellinger dann auch nie.
Seine Erwartungen hat der Ruhpoldinger schon jetzt mehr als erfüllt, genug hat er deswegen aber noch lange nicht. Schon am Freitag steht das Einzel von der Großschanze an. "Noch eine Medaille, das wär schon was", sagte Wellinger. Da war es wieder, das Lausbuben-Lächeln.
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(SID)
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Schmitt exklusiv: Die Gründe für den doppelten Medaillen-Coup
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