Anzug-Skandal rund um das norwegische Team in Trondheim -Robin Pedersen schießt gegen Weltverband FIS: "Nichts in der Hand"
Der Anzug-Skandal rund um das norwegische Team bei der WM in Trondheim hatte die Skisprung-Welt Anfang März in ihren Grundfesten erschüttert. Mittlerweile ist es in der Causa aufgrund des Saisonendes etwas ruhiger geworden; zumindest bis jetzt. Denn: Mit Robin Pedersen bezog nun einer der fünf suspendierten Springer der norwegischen Mannschaft Stellung - und geht hart mit der FIS ins Gericht.
Robin Pedersen holte zum Rundumschlag gegen die FIS aus
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Die Saison ist vorüber, der WM-Skandal liegt aber weiterhin wie ein dunkler Schatten über dem Skisprung-Zirkus.
Mit Robin Pedersen äußerte sich nun einer der fünf norwegischen Springer, die im Zuge der Anzug-Manipulationen vorerst von der FIS suspendiert worden waren. Bei seinen Ausführungen machte er deutlich, dass er sich keiner Schuld bewusst ist - stattdessen ging er den Weltverband hart an.
"Ich habe meine Anzüge selbst genäht, also weiß ich, dass mit ihnen alles in Ordnung ist", sagte Pedersen im Gespräch mit der Zeitung "RanaBlad" und zog eine Parallele zu seinen beiden Teamkollegen Marius Lindvik und Johann André Forfang, die aufgrund ihrer manipulierten Anzüge nachträglich vom WM-Einzelspringen disqualifiziert worden waren.
"Es hat fünf Minuten gedauert, um Fehler an den Anzügen von Marius und Johann in Trondheim zu finden, aber einen Monat, um im Frühjahr etwas zu finden. Ich fand es sehr seltsam, dass sie (die FIS, d. Red.) gegenüber Medien gesagt haben, sie hätten etwas in unseren Anzügen gefunden."
Pedersen vor Raw Air suspendiert
Pedersen war gemeinsam mit Kristoffer Eriksen Sundal und Robert Johansson im Anschluss an die WM suspendiert worden, als das Trio sich aufs Raw Air, den Folgewettbewerb in Oslo, vorbereitet hatte.
"Wir hatten einen Sprung am Holmenkollen absolviert und waren nach dem Sprung auf dem Weg in die Umkleidekabine, als Robert eine Email erhielt, in der stand, dass er suspendiert worden war", erklärte Pedersen. Er schob nach: "Ich hatte nicht mal eine Email erhalten. Ich musste Jan-Erik Aalbu (Teammanager, d. Red.) anrufen und fragen, was los ist. Wir wollten springen, aber uns wurde gesagt, dass das nicht möglich sei, weil der Verband uns gesperrt habe."
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Jan Erik Aalbu gab auf einer PK die bewusste Manipulation zu
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Persönlich habe zu jener Zeit niemand mit ihm und seinen beiden Mitstreitern gesprochen. Laut Pedersen habe es seinerzeit Gerüchte gegeben, dass "die deutsche Presse gedroht habe, Raw Air zu boykottieren, wenn nicht alle Norweger aus dem Weltcup entfernt würden." Beweise für Pedersens Behauptung liegen allerdings nicht vor.
Pedersen: FIS hat "nichts in der Hand"
Bezüglich seines Anzugs legte er im Interview mit "RanaBlad" noch einmal nach: "Was sie uns vorwerfen, ist nicht stichhaltig. Alle unabhängigen Anwälte haben festgestellt, dass sie nichts gegen uns in der Hand haben."
Darüber hinaus sei die Kommunikation insgesamt vonseiten des Weltverbands mangelhaft gewesen. "Die Art und Weise, wie die FIS mit diesem Fall umgegangen ist, war entsetzlich. Sie haben das Ganze sehr schlecht gehandhabt", klagte der 28-Jährige: "Die Kommunikation hat völlig gefehlt, sie haben sich nicht an ihre eigenen Protokolle gehalten, es war für uns unmöglich, irgendetwas zu verfolgen. In meinem Fall gibt es Fehler in den Akten, und es heißt, dass sie mich wegen irgendwas anklagen müsste, aber auch das haben sie nicht getan."
Pedersens weiterer Vorwurf in Richtung FIS: Willkürlichkeit. "Sie haben die ganze Macht, sie kontrollieren, wer springen darf, sie kontrollieren das Produkt. Wenn irgendetwas ihren Wünschen zuwiderläuft, dann machen sie einfach, was sie wollen."
Suspendierung aufgehoben
Im Vorfeld seiner Suspendierung am Holmenkollen habe die FIS keine norwegischen Schneider, sondern lediglich ein Anwalt des norwegischen Verbands, der Pedersen zufolge "noch nie einen Sprunganzug gesehen" habe, zugelassen. Dementsprechend seien er, Sundal und Johansson "schon verdammt gewesen, bevor wir den Anzug abgegeben hatten."
Anfang April wurde die vorläufige Suspendierung gegen Pedersen, Lindvik und Co. von der FIS aufgehoben. Die Ermittlungen des Ethik- und Compliance-Büros sind allerdings noch nicht abgeschlossen.
Pedersen hofft, dass die FIS die Anzug-Causa zu den Akten legt und künftig auf ein "ordentliches Regelwerk" setze.
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Quelle: Eurosport
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