Nordische Ski-WM: Deutsche Skispringer verpassen Medaille von der Großschanze - Lindvik verliert nachträglich Silber

Die deutschen Skispringer haben bei der Nordischen Ski-WM eine Medaille von der Großschanze verpasst. Philipp Raimund landete als bester DSV-Adler auf Rang fünf. Gold holte sich der Slowene Domen Prevc, der im Finaldurchgang bei 140,5 m landete. Aufregung gab es nach dem Wettkampf um den Zweitplatzierten Marius Lindvik, der wegen "Manipulation des Anzugs" disqualifiziert wurde und Silber verlor.

Medaillentraum geplatzt: Raimund verpasst Überraschungscoup

Quelle: Eurosport

Stattdessen ging die Silbermedaille an den Österreicher Jan Hörl. Ryoyu Kobayashi (Japan), der ursprünglich Vierter geworden war, rutschte noch auf den Bronzerang vor.
"Wir haben etwas gefunden, das nicht der Regel entspricht", begründete Renndirektor Sandro Pertile die Entscheidung.
Genau wie Lindvik wurde auch dessen Teamkollege Johann Andre Forfang, der Rang fünf belegte, wegen "Manipulation des Anzugs" disqualifiziert. Kristoffer Eriksen Sundal (ebenfalls Norwegen) wurde bereits nach dem ersten Durchgang aufgrund eines zu großen Anzugs aus der Wertung genommen.
Während des ersten Durchgangs legten Österreich, Slowenien und Polen Protest gegen die Wertung aller norwegischen Starter ein. Die Gastgeber stehen unter Verdacht, ihre Anzüge nach dem ofiziellen Chippen verändert zu haben. Der Protest wurde aber abgewiesen.

Horngacher: "Unakzeptable Dinge sind passiert"

"Aus der Emotion heraus etwas rauszuposaunen, bringt nicht viel - aber es sind ein paar Dinge passiert, die völlig unakzeptabel sind", sagte der deutsche Bundestrainer Stefan Horngacher in der "ARD" auf jenen Vorfall abgesprochen.
"Jeder versucht, das Beste zu geben, aber es gibt definitiv Limits, und die sind komplett überschritten worden. Nicht nur ein bisschen - wirklich komplett", ergänzte er.
Von den Disqualifikationen profitierte letztlich auch DSV-Adler Raimund, der einen guten Wettkampf ablieferte und nach Weiten auf 137,5 und 133 Metern auf Rang fünf landete.
Für eine Medaille sollte es gegen die starke Konkurrenz jedoch nicht reichen.

Wellinger verbessert sich im Finale

Andreas Wellinger (128 m/137 m) zeigte sich im zweiten Durchgang verbessert und wurde am Ende Achter.
Karl Geiger (122,5 m/123,5 m) musste sich im letzten WM-Wettkampf mit dem 21. Rang begnügen, der fünfmalige Saisonsieger Pius Paschke kam nur auf den 28. Rang.
Wellingers Silber von der Normalschanze blieb somit die einzige Medaille der DSV-Männer in Norwegen.

Horngacher: "Hatten uns mehr erhofft"

"Mit einer Medaille müssen wir leider zufrieden sein. Wir hatten uns mehr erhofft, aber unsere Vorleistungen waren auch nicht gut. Vor der WM waren wir ganz weit weg. Jetzt hatten wir auch drei vierte Plätze", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher in der "ARD".
Die Frauen hatten zweimal Silber durch Selina Freitag sowie Bronze mit der Mannschaft geholt.

Prevc-Mania in Trondheim geht weiter

Die Goldmedaille ging am Samstag etwas überraschend an den Slowenen Prevc.
"Ich habe das nicht erwartet. Ich konnte die vergangenen Tage nicht gut schlafen - das war ein Zeichen, dass etwas Großes bevorsteht", sagte der frischgebackene Weltmeister.
Dabei hatte Lindvik - der Zweitplatzierte nach dem ersten Durchgang - im Finale mit 139,5 Metern vorgelegt und die norwegischen Fans in Partystimmung versetzt. Der Halbzeitführende Prevc zeigte sich davon aber unbeeindruckt und legte sogar noch einen Meter drauf zum Titelgewinn.
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Prevc hält Druck stand: Slowene fliegt zu Großschanzen-Gold

Quelle: Eurosport

Disqualifikationen überschatten Prevc-Triumph

Erst im Anschluss sollte die kalte Dusche für alle norwegischen Athleten und Anhänger folgen, die das sportliche Geschehen ein Stück weit in den Hintergrund rückten.
"Das war so hart, das zu schlagen. Ich habe es aber geschafft, den Fokus zu behalten", erklärte Prevc nach seinem Goldsprung zur starken Vorlage Lindviks, die wenig später jedoch ungültig wurde. Der 25-Jährige tritt mit seinem Triumph auf der Großschanze die Nachfolge seines Landsmanns Timi Zajc an.
Zugleich ist es für Prevc bereits das zweite Gold in Trondheim. Bereits am Donnerstag hatte er ebenfalls auf der Großschanze Gold mit der Mannschaft geholt. Einen Tag zuvor gab es zudem Silber im Mixed-Team.
Für die Familie Prevc ist es das vierte Gold bei den Titelkämpfen in Trondheim. Schwester Nika hatte zuvor bereits Gold im Einzel von der großen und kleinen Schanze gewonnen. Da sie wie Domen auch an Silber im Mixed beteiligt war, reisen die Geschwister jeweils mit drei Medaillen im Gepäck wieder aus Trondheim ab.

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(mit SID)
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Platz 30 nach Durchgang eins: Geiger zittert sich ins Finale

Quelle: Eurosport


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