Maren Lundby bekommt Gegenwind aus eigenem Lager: Halvor Egner Granerud und Co. kritisieren BMI-Forderung
Update 18/02/2025 um 11:31 GMT+1 Uhr
Maren Lundby sieht sich nach ihren Forderungen beim norwegischen Rundfunk "NRK" mit Gegenwind aus den eigenen Reihen konfrontiert. Norwegische Skispringerinnen und Skispringer äußerten sich kritisch zu einigen ihrer Aussagen und hinterfragten auch den Zeitpunkt der Veröffentlichung. Zuvor hatte Lundby in ihrem Kommentar die bestehenden Gewichtsregeln im internationalen Skispringen angeprangert.
Eirin Maria Kvandal
Fotocredit: Getty Images
"Mit ihrem Vorschlag hätte das bedeutet, dass ich niemals Skispringen hätte betreiben können", sagte der ehemalige Weltklasse-Springer Daniel Andre Tande am Montag gegenüber dem "NRK".
Tande, der seine Karriere nach der vergangenen Saison beendete, betonte, dass er selbst nach seinem Rücktritt noch weit davon entfernt sei, einen BMI von 21 zu erreichen.
"Während meiner gesamten Karriere hatte ich Schwierigkeiten, an Gewicht zuzulegen - und das ist bis heute so", erklärte der 31-Jährige.
Tande ist dabei der Ansicht, dass derWeltverband FIS in den letzten Jahren bereits große Fortschritte gemacht habe, um die Situation zu verbessern - insbesondere durch die Anpassung der Skilänge an die Körpergröße.
Kvandal: "Ich denke, Maren liegt falsch"
"Ich finde eigentlich, dass wir mittlerweile an einem ganz guten Punkt sind", erklärte der Norweger. Dennoch hält er den BMI als Grundlage für ungeeignet: "Ich denke aber trotzdem, dass man ein völlig anderes System finden sollte, um die Unterschiede zu berechnen."
Ähnlich wie Tande sieht es auch Eirin Maria Kvandal, die Lundbys Vorschlag klar ablehnt. "Ich denke, Maren liegt in diesem Punkt falsch", stellte sie deutlich klar.
"Ich bin offen für eine Diskussion über das Regelwerk, aber man muss bedenken, dass unsere Sportart im Gegensatz zu vielen anderen tatsächlich ein Regelwerk hat. Außerdem gibt es immer zwei Seiten einer Medaille", erklärte die 23-Jährige weiter.
Kvandal kritisiert den Zeitpunkt
Kvandal gehört zu den Favoritinnen auf Gold, wenn in der kommenden Woche in Trondheim um WM-Medaillen gesprungen wird. Umso weniger freut es sie, dass diese Debatte so kurz vor dem Saisonhöhepunkt aufkommt.
"Ich finde es schade, dass diese Diskussion jetzt geführt wird – direkt vor einer Heim-WM. Ich möchte mich auf den sportlichen Wettkampf konzentrieren und werde mich dazu nicht weiter äußern", sagte sie und ergänzte: "Nach der Saison diskutiere ich das gerne in den richtigen Gremien."
Maren Lundby hatte in einem Kommentar für NRK vorgeschlagen, die BMI-Grenze im Skispringen absoluter festzulegen. Nach den aktuellen Regeln dürfen Athleten mit einem BMI unter 21 zwar weiterhin antreten, müssen jedoch mit kürzeren Ski springen. Lundby plädiert dafür, diese Ausnahme abzuschaffen und betroffene Springer stattdessen direkt zu disqualifizieren.
"Im Moment ist es so, dass Athleten, die sich für kürzere Ski entscheiden, gleichzeitig ihre Gesundheit aufs Spiel setzen", schrieb Lundby in ihrem Kommentar.
Kvandal wiederspricht Lundby
Eines von Lundbys Argumenten ist, dass den Springern aufgrund einer zu niedrigem erfassten Körpergröße ein künstlich höherer BMI zugeschrieben wird. Dadurch könnten einige Athleten in Wirklichkeit unter der Grenze von 21 liegen.
Doch hier widerspricht Kvandal: "Das mit der Körpergröße war früher ein 'Problem', aber mittlerweile gibt es eine neue Messmethode, die dafür sorgt, dass die meisten Athleten eine realistische Angabe ihrer Größe haben."
Granerud weist auf weiteren Punkt hin
Unterstützung erhält sie von Halvor Egner Granerud, dem früheren Gesamtweltcupsieger, der auf einen weiteren entscheidenden Punkt hinweist.
"Ich finde, sie zeigt wenig Verständnis für Athleten am anderen Ende der Skala. Es gibt nun mal Springer, die von Natur aus sehr schlank sind, genauso wie es welche gibt, die etwas schwerer sind. Ein Regelwerk, das sich ausschließlich an den schwereren Athleten orientiert, wäre eine klare Benachteiligung für die natürlicherweise leichteren Sportler", argumentierte Granerud.
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Quelle: Eurosport
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