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British Open - Befürchtetes "Massaker" blieb aus: Ryan Day mit größerem Willen im Finale von Milton Keynes
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Publiziert 03/10/2022 um 15:26 GMT+2 Uhr
Ryan Day hat als neuer British Open Champion die Clive Everton Trophy bekommen. Für mich hat der Spieler mit dem größeren Willen gewonnen. Und der Spieler, der besser mit den Verhältnissen umgegangen ist. Beide haben ja berichtet, dass der Tisch am Abend schwerer zu spielen war. Doch während Mark Allen sichtlich damit haderte, machte Day weiter regelmäßig seine 50er-Breaks.
Ryan Day
Fotocredit: Getty Images
Es ist eben so: Wie der Tisch läuft kann man als Spieler nicht beeinflussen. Damit zu hadern und sich damit zu beschäftigen bringt nichts. Das kostet nur unnötig Kraft und Konzentration. Man kann es sowieso nicht ändern. Ryan Day hat es besser gemacht: Es hat das, was er sowieso nicht beeinflussen kann, einfach hingenommen und versucht, sich darauf einzustellen. Das hat geklappt.
Ein bisschen hat mich das an das Finale des European Masters erinnert: Auch Kyren Wilson und Barry Hawkins hatte in Fürth Probleme mit dem Tisch. Doch während Hawkins schier daran verzweifelte, hat sich Wilson einfach da durchgekämpft. Auch er wurde mit dem Titel belohnt.
Manche mögen einwenden, Ryan Day habe in Milton Keynes nur aufgrund der freien Auslosung jeder Runde gewonnen. Er habe einfach Losglück gehabt. Ich halte derartige Überlegungen für müßig. Ryan Day hat alle geschlagen, die ihm gegenüberstanden (oder saßen). Und er hat in den entscheidenden Momenten geliefert.
Das Finale der British Open hat aber auch wieder einmal gezeigt, welch großen Einfluss die Tagesform beim Snooker hat. Nach seiner fürchterlichen“ Leistung im Halbfinale (so hat es Day selber formuliert) hatte niemand mehr einen Pfifferling auf den Waliser gegeben. Auch er selber hatte ja ein „Massaker“ befürchtet, wie er nachher gestand. Es kam ganz anders.
Das Finale war von Anfang an ein Duell auf Augenhöhe. Vor allem am Nachmittag war das Niveau extrem hoch. Mark Allen hat vielleicht die höheren Breaks gespielt. Aber Ryan Day hat mehr Breaks gespielt, die entscheidend waren. Und Ryan Day schaffte es einigermaßen, seine gute Nachmittags-Form in den Abend mitzunehmen. Mark Allen scheiterte daran.
Die Niederlage wird für den Nordiren bitter sein. Trotzdem ist er für mich einer der großen Sieger dieser Woche. Seine bemerkenswerten Erfolge bei seinen Bemühungen um einen gesünderen Lebensstil (die massive Gewichtsreduktion ist ja nur ein Teil davon) macht sich auch am Snookertisch positiv bemerkbar. Er hat das ja für sich gemacht. Aber wenn sein Snooker davon profitiert, ist das ein willkommener Nebeneffekt.
Seine starken Leistungen die ganze Woche über zeigen, dass er auf dem richtigen Weg ist. Im Finale fehlte ja nicht viel. Er muss nur noch lernen, Unabänderliches einfach zu akzeptieren. Sein nächstes Turnier sind die Northern Ireland Open. Da ist er nicht nur der Titelverteidiger, sondern das ist als sein Heimatturnier ja auch immer ein ganz besonders wichtiger Termin für ihn.
Das nächste Turnier aber ist zunächst einmal das Hongkong Masters. Eurosport berichtet vom 6. bis zum 9. Oktober ausführlich im TV und online aus Hongkong. Bei der Premiere 2017, als Neil Robertson gewann, war die Atmosphäre phantastisch. Ich bin gespannt.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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Quelle: Eurosport
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