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Besondere Kaliber: Wettkampftypen, die immer alles geben
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Publiziert 01/10/2018 um 16:12 GMT+2 Uhr
Wenn Spieler Matches und Titel mit ihrem C-Spiel gewinnen, dann muss es sich um besondere Kaliber handeln. Kaliber wie Mark Selby und John Higgins. Beide haben das bei der China Championship gezeigt, besonders im Finale. Das hat der spätere Sieger Selby ja im Interview mit Worldsnooker gesagt: „ Teilweise haben wir gut gespielt, teilweise aber auch ziemlich rumpelig.“
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Fotocredit: Eurosport
Das trifft es. Es war keine Gala, die wir in diesem Finale erlebt haben. Aber es war trotzdem ein gutes Finale. Soviel Drama und Spannung hatten wir lange nicht mehr in einem Endspiel.
Beide sind von ihrer Top-Form noch ein gutes Stück entfernt, aber beide sind Wettkampf-Typen, die immer alles geben. Weniger ist für sie nicht akzeptabel. Natürlich sind gerade solche Ausnahmekönner frustriert, wenn sie Fehler machen, die sie sonst eigentlich nie machen. Aber sie schütteln sich kurz (im übertragenen Sinn) und knien sich dann wieder rein.
Mentale Stärke fliegt einem nicht zu
Andere wenden sich dann mit Grausen ab und schieben Frust, hadern mit sich. Helfen tut es nicht. Das hat nur eines zur Folge: Wenn sie das nächste Mal an den Tisch kommen, dann sind sie nicht bereit. Dann konzentrieren sie sich nicht auf den Ball, der vor ihnen liegt, sondern darauf, nicht noch einmal einen solchen Fehler zu machen. Das produziert dann aber allzu leicht den nächsten Fehler.
Die mentale Stärke, die Typen wie Selby und Higgins haben, die fliegt einem nicht zu. Die muss man sich erkämpfen, darum muss man ringen. Natürlich fällt das einigen leichter als anderen, aber auch für die fällt diese Fähigkeit nicht vom Himmel.
Es läuft nicht rund? Nicht schön. Aber mal sehen, ob da nicht trotzdem was geht. Das scheint das Motto der beiden zu sein. Und eben nicht „heute ist nicht mein Tag“ und aus. Das wären dann eher Schönwetter-Spieler. Natürlich gewinnen auch Mark Selby und John Higgins nicht jedes Match, nicht jeden Titel. Aber sie gewinnen durch diese Fähigkeit eben mehr als andere.
Dass sie in der Weltrangliste so weit oben stehen ist ja kein Zufall (da spielt aber natürlich auch ihre normale spielerische Klasse eine entscheidende Rolle).
Typisches Snooker-Drama
Wie schon erwähnt: Spielerisch war das Finale in Guangzhou keine Offenbarung. Dazu waren die rumpeligen Strecken zu lang. In Erinnerung bleibt es trotzdem. Dass Mark Selby am Ende gewonnen hat geht in Ordnung. Er war eben den Hauch besser, den Hauch stabiler; vor allem in den wichtigen Momenten.
Aber auch bei einem Sieg von John Higgins hätte man nicht meckern können. Es war wahrlich nicht viel, was die beiden an diesem Tag trennte. Es war vor allem ein typisches Snooker-Drama, und das macht ja zu einem großen Teil die Faszination Snooker aus. Viele, viele Dramen, die sich am Ende zu einem großen Spannungsbogen vereinigt haben. Snooker eben.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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