Snooker - Rolf-Kalb-Blog: Mark Selby mit neuem Queue und neuer Stärke, Traumwoche für Noppon Saengkham in Taiyuan
Von Rolf Kalb
Update 17/08/2026 um 15:16 GMT+2 Uhr
Mark Selby hat im Finale der China Open in Taiyuan den unglaublichen Siegeszug von Noppon Saengkham gestoppt. Mit 10:6 setzte sich Selby sicher durch. Mit insgesamt vier Titeln ist er damit der alleinige Rekord-Champion bei den China Open. Die Ergebnisse in Taiyuan sorgten außerdem dafür, dass es bei den Wuhan Open einen packenden Kampf um die Führung in der Weltrangliste geben wird.
China Open: Selby glänzt mit frühem Century im Finale
Quelle: Eurosport
Irgendwann endet jedes Märchen. Bei Noppon Saengkham war das im Finale der China Open der Fall. Schon früh in der zweiten Session zeichnete sich ab, dass Mark Selby an diesem Tag der bessere Spieler war. Der 10:6-Erfolg des Engländers war vollkommen in Ordnung.
Schon zuvor hatte Selby in Taiyuan Weltklasse-Snooker gezeigt. Seine beiden 6:1-Siege über Kyren Wilson und Neil Robertson boten Snooker von einem anderen Stern.
Mich hat besonders die Balance im Spiel von Selby beeindruckt. Starkes Lochspiel und zwingende Safeties waren eine Kombination, der die Gegner nicht gewachsen waren.
Mark Selby hat ja nach 20 Jahren sein Queue gewechselt. Für mich war das ein Schlüssel zum Erfolg. Statt 8,5 Millimeter hat seine Pomeranze nun einen Durchmesser von 9,2 Millimetern. Das ermöglicht ihm eine größere Dynamik in seinen Stößen, und das war meiner Meinung nach deutlich zu sehen.
Konkurrenten müssen sich warm anziehen
Er selber meinte ja auch, er sei noch nicht perfekt mit seinem neuen Queue eingespielt. Was das für seine Konkurrenten bedeutet, wenn er dann einmal sein Spielgerät richtig im Griff hat, mag ich mir gar nicht ausmalen.
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Der letzte Trickshot misslingt ohne Folgen: Selby schlägt Bingham
Quelle: Eurosport
Für Noppon Saengkham ist damit der Traum vom ersten Titel erst einmal geplatzt. Auch sein zweites Finale hat er verloren. Trotzdem aber erlebte der Thailänder in China die Woche seines Snooker-Lebens. Mit 100.000 Pfund Preisgeld feierte er zudem den größten Zahltag seiner Karriere.
Saengkham mit gewachsenem Selbstbewusstsein
Die Siege über Judd Trump, Ronnie O'Sullivan und Shaun Murphy kann ihm niemand mehr nehmen. Darin zeigte sich auch ein deutlich gewachsenes Selbstbewusstsein. Er hat besser gelernt, mit Drucksituationen umzugehen. Peter Ebdon wird da einen großen Anteil dran haben.
Auch im Finale war Noppon Saengkham zunächst der bessere Spieler. Wer weiß, was möglich gewesen wäre, wenn er die erste Session mit einer Führung beendet hätte. Aber die beiden Fouls auf Blau im siebten Frame ließen das Match kippen. Sechs Frames in Folge für Selby (Session übergreifend) brachten praktisch die Entscheidung.
Noppon Saengkham hat auch in der zweiten Session nicht wirklich schlecht gespielt. Es waren die Kleinigkeiten: Ein unnötiger Lochfehler hier, eine verpatzte Stellung da sorgten dafür, dass er seine durchaus vorhandenen Chancen nicht mehr wie zuvor nutzen konnte.
Die Ergebnisse bei den China Open sorgten auch dafür, dass es bei Wuhan Open (23. bis 29. August, live bei Eurosport und HBO Max) ein packendes Duell um die Führung in der Weltrangliste geben wird. Bei Judd Trump fällt ja nach Wuhan das Preisgeld für seinen Sieg 2024 in Saudi-Arabien aus der Wertung. Damit ist das Rennen wieder offen.
Die besten Karten auf die Nummer eins haben Zhao Xintong und Neil Robertson. Die beiden trennen im Provisional Ranking nur gut 2.000 Pfund. Wu Yize muss in Wuhan mindestens das Finale erreichen, um die Nummer eins werden zu können. Dann müssen die Konkurrenten aber patzen.
Selbst Mark Selby und Judd Trump selber haben noch eine Chance. Sie müssen dazu aber in Wuhan den Titel holen, und auch die anderen Ergebnisse müssten für sie passen. Es bleibt also spannend.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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Mit 189. Century: Saengkham gewinnt Decider und zieht ins Finale ein
Quelle: Eurosport
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