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Mein Snooker-Rückblick: Die Wahnsinnswochen des Neil Robertson

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Neil Robertson

Fotocredit: Getty Images

VonRolf Kalb
30/03/2020 Am 08:39 | Update 01/04/2020 Am 10:38
@Rolf_Kalb

Mit dem Masters im Januar begann eine sehr intensive Phase der Saison. Ein Turnier jagte das nächste. Neil Robertson spielte sich dabei in eine glänzende Form. Er zog bei den European Masters, den German Masters und dem World Grand Prix ins Finale ein und holte sich zweimal den Titel. Beim World Grand Prix kehrte Ronnie O'Sullivan zurück. Der vierte Teil meines Rückblickes auf die Saison 2019/20.

Die letzte Folge meines Rückblickes endete mit dem Masters in London. Unmittelbar danach gab es dann gleich eine doppelte Premiere: Das European Masters in Dornbirn war das erste Ranglisten-Turnier überhaupt in Österreich, und es war zugleich der Auftakt für die brandneue European Series. Geschichte schrieb dieses European Masters aber auch aus einem anderen Grund: Zum zweiten Mal überhaupt erst endete ein Finale, das über mehrere Sessions ging, zu null.

Neil Robertson setzte sich in Dornbirn im Endspiel mit 9:0 gegen Zhou Yuelong durch. Auf dem Weg in dieses Finale hatte Robertson in Vorarlberg nur sechs Frames abgegeben. Das Finale war trotzdem nicht so einseitig, wie das Ergebnis es vermuten lässt.

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Zhou, der ein anstrengendes Halbfinale am Samstagabend hinter sich hatte und sein erstes Ranking-Finale überhaupt bestritt, hatte in den ersten beiden Frames durchaus gute Chancen. Wer weiß, wie dieses Finale gelaufen wäre, hätte er diese Möglichkeiten genutzt. So aber wurde der Druck schnell zu groß für ihn und er musste auch der mangelnden Erfahrung Tribut zollen.

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German Masters: Robertson stürmt ins Finale von Berlin

Von Dornbirn ging es dann direkt weiter nach Berlin (zumindest für mich), wo das German Masters im Tempodrom anstand. Neil Robertson knüpfte nahtlos an die Form an, die er in der Vorwoche gezeigt hatte.

Praktisch ohne Widerstand stürmte er durch das Turnier. Auf dem Weg ins Finale gab er nur ganze zwei Frames ab; einen davon bei seinem triumphalen 6:1 im Halbfinale über Shaun Murphy, den er förmlich überrollte.

Im Endspiel wartete aber Judd Trump auf ihn. Ein weiteres Giganten-Duell also. Interessant war, dass das Match dieser beiden Offensiv-Künstler dieses Mal über das bessere taktische Spiel entschieden wurde. Und das hatte Judd Trump, der sich mit 9:6 den Titel sicherte.

Entscheidend war die Phase, als Trump vier Frames in Folge gewann und aus einem 2:4 ein 6:4 machte. Am Ende zeigte er aber auch noch einmal sein mitreißendes Offensiv-Spiel, als er den 15. Frame mit einem Break von genau 100 Punkten holte.

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World Grand Prix: O'Sullivan kehrt zurück

Auch beim World Grand Prix ging die große Show des Neil Robertson weiter. Der Australier erreichte sein drittes Finale innerhalb von drei Wochen. In Cheltenham war Graeme Dott sein Endspielgegner. Obwohl Robertson in diesem Endspiel fünf Centuries spielte setzte er sich am Ende nur mühsam mit 10:8 gegen Graeme Dott durch. Der Schotte schien geschlagen, als er mit 5:9 in Rückstand geraten war.

Aber er machte seinem Spitznamen „Pocket Dynamo“ alle Ehre. Mit unendlicher Energie kämpfte er sich wieder heran. Im 17. Frame brauchte er gar schon zwei Snooker, aber er holte die Extra-Punkte und machte auf Schwarz das 8:9. Im 18. Frame gelang ihm dieses Kunststück aber nicht noch einmal.

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Beim World Grand Prix übrigens kehrte auch Ronnie O’Sullivan auf die Tour zurück. In den ersten beiden Runden ließ er sein faszinierendes Können aber nur ab und an aufblitzen und gewann jeweils nur knapp. Im Viertelfinale gelang ihm das aber nicht mehr: Gegen Graeme Dott schied er mit 3:5 aus.

Welsh Open: Murphy nicht zu schlagen

Der Höhenflug von Neil Robertson endete dann aber bei den Welsh Open. Ein an diesem Tag brillant aufspielender Kyren Wilson fertigte ihn im Viertelfinale mit 5:0 ab! Mit einem wahren Kraftakt besiegte Wilson dann auch im Halbfinale noch Ronnie O’Sullivan mit 6:5.

Dabei hatte O’Sullivan das gesamte Match über geführt; der "Warrior" bewies sich dabei als echter Kämpfer. Für O’Sullivan bedeutete diese Niederlage, dass er die Qualifikation für die Players Championship und die Tour Championship verpasste.

Im Finale hatte Wilson dann aber sein Pulver verschossen. Gegen Shaun Murphy kassierte er mit 1:9 eine krachende Niederlage. Murphy zeigte dabei eines der besten Matches seiner gesamten Karriere und war seinem Gegner in allen Belangen überlegen. Den dritten und vierten Frame gewann der Magier, obwohl Wilson schon klar geführt hatte.

Als Murphy dann sogar das 5:0 machte, obwohl er im fünften Frame schon Snooker brauchte, war das Match praktisch entschieden.

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Man merkte, dass die Saison zu dieser Phase richtig Fahrt aufgenommen hatte. Das Niveau wurde immer besser. Umso bitterer, dass die Saison dann einige Wochen später so brutal unterbrochen werden musste. Aber bis dahin wurden ja noch ein paar Turniere gespielt. Auf die blicke ich in der nächsten Folge zurück.

Ansonsten gilt auch heute: Passt bitte gut auf Euch und alle anderen auf und bleibt vor allem gesund!

Herzliche Grüße und alles Gute

Ihr / Euer Rolf Kalb

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