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Mein Snooker-Rückblick: Duell der Superstars in Belfast

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Judd Trump

Fotocredit: Getty Images

VonRolf Kalb
27/03/2020 Am 13:44 | Update 30/03/2020 Am 08:27
@Rolf_Kalb

Teil drei meines Rückblicks auf die bisherige Saison 2019/20 endete mit dem Champion of Champions, einem echten Highlight. Aber der nächste Höhepunkt folgte umgehend. Im Finale des Northern Ireland Open kam es nämlich zum modernen Klassiker: Mit Judd Trump und Ronnie O’Sullivan trafen die beiden derzeit größten Superstars des Snooker in Belfast aufeinander.

Das Match wurde den hohen Erwartungen mehr als gerecht. Am Ende verteidigte Judd Trump seinen Titel beim Northern Ireland Open erfolgreich. Wie auch schon im Jahr zuvor schlug er Ronnie O’Sullivan mit 9:7. Aber was für ein Match war das; Rasse und Klasse von Anfang an. Sechs Centuries und zehn weitere Breaks von mehr als 50 Punkten lieferten die beiden Ausnahmekönner in den 16 Frames ab. Auf dem Weg ins Endspiel hatten beide nur jeweils acht Frames abgegeben. Trump war mit 5:2 in Führung gegangen, aber O’Sullivan holte sich den letzten Frame in der ersten Session und startete auch erfolgreich in den Abend.

Was dann folgte war atemberaubend: In den letzten sieben Frames gab es immer mindestens ein Break von 70 Punkten. Vier dieser Frames wurden gar durch ein Century entschieden. Im 13. Frame hätte das Match kippen können. Trump hatte da eine 55 vorgelegt, doch O’Sullivan konterte mit einer 76 zum 6:7. Im nächsten Durchgang fand Trump dann aber mit einer 124 in die Erfolgsspur zurück.

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Trumps überraschendes Aus bei den UK Championship

Nach dem vorherigen Siegeszug von Judd Trump wartete die Snooker-Welt natürlich gebannt darauf, ob er auch die UK Championship gewinnen und damit alle drei Triple Crown Titel in einem Jahr holen würde. Aber dieser Traum platzte in der dritten Runde, als Trump vollkommen überraschend gegen Nigel Bond mit 3:6 den Kürzeren zog. Im Finale trafen dann mit Ding Junhui und Stephen Maguire zwei Spieler aufeinander, die zuvor durch ein Tief gegangen waren.

Beide erinnerten in York aber nachdrücklich daran, wie gut sie eigentlich sind. So fegte Maguire im Halbfinale Mark Allen mit 6:0 vom Tisch. Auch einen Ding Junhui mit wunderbarem Breakbuilding und viel Spielfreude zu erleben, hat mir persönlich sehr viel Spaß gemacht. Am Ende holte sich Ding mit 10:6 gegen Maguire den Titel. Über weite Strecken war das Endspiel nicht nur ein Top-Match, sondern auch ein Duell auf Augenhöhe. Dass Maguire aber zu Beginn mit 0:4 in Rückstand geraten war, war eine Hypothek, von der er sich nicht mehr erholte.

Selby siegt bei den Scottish Open

Den letzten Titel des Jahres holte sich Mark Selby. Der dreimalige Weltmeister schlug im Finale der Scottish Open Jack Lisowski mit 9:6. Selby, der in dieser Saison ja schon die English Open gewonnen hatte, war damit der erste Spieler, der in einer Saison bei einem zweiten Turnier der Home Nations Series triumphierte.

Das Finale in Glasgow war ein ausgeglichenes Match. Sowohl in Sachen Lochspiel als auch beim taktischen Spiel waren die beiden ebenbürtig. Seine Nervenstärke und vor allem seine viel größere Erfahrung gab am Ende den Ausschlag zugunsten von Mark Selby. Den entscheidenden Fehler machte Lisowski im zwölften Frame, als er durch eine ungeduldige Safety das durchaus mögliche 6:6 vergab.

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Überraschendes Finale beim Masters im Ally Pally

Das neue Jahr begann wie seit langem üblich mit dem Masters. Dass Stuart Bingham und Ali Carter vor einer fantastischen Kulisse das Finale im Ally Pally bestritten, hatte wohl kaum jemand zuvor erwartet. Am Ende hieß der Sieger Stuart Bingham. Er setzte sich mit 10:8 durch und feierte seinen größten Triumph seit seinem Gewinn des WM-Titels knapp fünf Jahre zuvor. Dabei deutete in der Abendsession des Endspiels zunächst einmal nichts auf einen Sieg von Bingham hin.

Ali Carter gewann die ersten vier Frames des Abends und machte so aus einem 3:5-Rückstand eine 7:5-Führung. Bingham bekam in dieser Phase kein Bein an die Erde. Aber das Interval tat ihm gut. "Mich überkam eine große Ruhe", verriet er danach im Eurosport-Studio. Plötzlich spielte er wie entfesselt auf. Breaks von 64, 85, 58 und 88 Punkten ließen ihn vier Frames in Folge gewinnen. Zwar bremste Carter ihn mit einer 77 zum 8:9 noch einmal aus, aber dank einer 109 machte Bingham den Sieg perfekt.

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Bingham stößt beim Masters zu: Die Highlights eines packenden Endspiels

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Danach ging es dann in Kontinental-Europa weiter. Mit dem European Masters in Dornbirn war die World Snooker Tour zum ersten Mal in Österreich zu Gast. Anschließend ging es sofort nach Berlin zum German Masters im Tempodrom. Darum geht es dann in der nächsten Folge meines Rückblicks. Einstweilen gilt aber auch heute: Passt bitte gut auf Euch und alle anderen auf und bleibt vor allem gesund!

Herzliche Grüße und alles Gute

Ihr / Euer Rolf Kalb

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