Snooker-Ikone Ronnie O'Sullivan blickt auf dunkle Zeiten zurück: "Würde einiges in meinem Leben ändern"
Für Snooker-Ikone Ronnie O'Sullivan ist es unmöglich, die Vergangenheit einfach abzuschütteln. Wie er seinem Freund und Kollegen Alan McManus in der Dokumentation "Seventh Heaven" von Discovery+ erklärte, gebe es "ziemlich viele Dinge", die er in seinem Leben gerne ändern würde, wenn er könnte. Der 46-Jährige sprach offen darüber, dass er zu Beginn seiner Karriere einige Jahre verschwendet habe.
Mit Century zum Abschluss: O'Sullivan gewinnt Titel in Hongkong
Quelle: Eurosport
Ronnie O'Sullivan ist ohne Zweifel das Aushängeschild der Snooker-Szene.
Der 46-Jährige holte in diesem Kalenderjahr seinen insgesamt siebten WM-Titel und schloss damit zu Rekordhalter Stephen Hendry auf. In der vergangenen Woche krönte sich "The Rocket" außerdem zum Champion des Hong Kong Masters.
Allerdings war die Vergangenheit des Engländers nicht immer rosig.
Im Rahmen der am Samstag (21:00 Uhr) bei Discovery+ und Eurosport erscheinenden zweiteiligen Dokumentation "Seventh Heaven" hat O'Sullivan offen sein Bedauern darüber geäußert, dass er speziell in seinen frühen Jahren auf der Snooker-Tour "darauf angewiesen war, seine wahren Gefühle zu unterdrücken".
Obwohl "The Rocket" mit sieben Weltmeistertiteln bereits jetzt eine Ikone seines Sports ist, trauert er noch immer einigen verschwendeten Jahren zu Beginn seiner Karriere hinterher, als er sich laut eigenen Aussagen sechs Jahre lang "auf eine wilde Fahrt" begab.
O'Sullivan: "... dann würde ich es nicht noch einmal machen"
"Wenn ich jetzt nicht stark genug wäre, um damit fertig zu werden, würde ich es nicht tun. Wenn ich das durchmachen würde, was ich durchgemacht habe, als ich meinen ersten Weltmeistertitel gewonnen habe, würde ich das in einer Million Jahren nicht noch einmal machen", erklärte O’Sullivan im Interview mit Alan McManus.
"Allerdings habe ich in den vergfangenen 20 Jahren einen Weg gefunden, damit umzugehen, den Durchblick zu behalten und mich deshalb nicht zu stressen. Versteht mich nicht falsch, es gab Zeiten, speziell auch bei der diesjährigen Weltmeisterschaft, in denen ich an Orte ging, an die ich mich nicht wirklich noch einmal wagen wollte, aber ich wusste, dass es nur eine vorübergehende Phase war", so der 46-Jährige weiter.
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Ronnie O'Sullivan
Fotocredit: Imago
Er habe schließlich eine Lösung für das Problem gefunden: "Ich habe es bemerkt und bin auf die Bremse getreten. Ich bin nun viel besser darin, es einfach so zu nehmen, wie es kommt. Egal, ob Sieg, Niederlage oder Unentschieden - es spielt keine Rolle."
O'Sullivan ehrlich: "Würde einiges in meinem Leben ändern"
Dennoch gestand der Ausnahmespieler, dass er grundsätzlich viele Dinge in seinem Leben rückblickend anders handhaben würde.
"Viele Leute fragen mich: 'Wenn du noch einmal in die Vergangenheit zurückgehen könntest, würdest du sie ändern?' Und ja, das würde ich. Ich würde einiges in meinem Leben ändern. Ich bin nicht einer derjenigen, der sagt: 'Es ist, wie es ist und es hat mir gutgetan'. Ich denke, dass viele Dinge, die ich gemacht habe, Langzeitschäden hinterlassen haben."
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Ronnie O'Sullivan in der Discovery+-Dokumentation "Seventh Heaven"
Fotocredit: Eurosport
Die Ursache dafür sei ein traumatisches Erlebnis gewesen. "Es gibt einige Dinge, die außerhalb meiner Kontrolle liegen, wie zum Beispiel, dass mein Vater ins Gefängnis musste. Ich wünschte, das wäre nie passiert. Das hätte wahrscheinlich einiges verhindert, was in meinem Leben schief gelaufen ist. Ich mache meinen Vater dafür nicht verantwortlich, aber ich habe dadurch viel von diesem Unterstützungsmechanismus verloren", gestand er.
"Ich hatte zuvor noch nie getrunken, geraucht oder andere Sachen gemacht und dann begab ich mich sechs Jahre lang auf eine wilde Fahrt. Ich glaube, ich würde diese Jahre im Nachhinein ändern, weil ich so abhängig davon wurde, meine Gefühle zu manipulieren", so der Champion.
O'Sullivan: "Nie in meiner eigenen Haut wohlgefühlt"
Bereits in der jüngeren Vergangenheit sprach O'Sullivan immer wieder darüber, dass er in früheren Jahren mit Depressionen, Alkoholismus und Drogenmissbrauch zu kämpfen hatte.
"Ich habe mich nie wohl in meiner eigenen Haut gefühlt, aber bis zu diesem Zeitpunkt (als sein Vater ins Gefängnis musste; Anm. d. Red.) hatte ich mich immer wohl in meiner eigenen Haut gefühlt. Ich denke, das ist der Grund, warum viele meiner Probleme entstanden sind. Ich wurde zu einem regelrechten Wrack, denn wenn ich mich nicht gut fühlte, war der erste Weg, etwas zu trinken oder irgendetwas anderes, um meine Gefühle zu unterdrücken", blickte O'Sullivan auf die dunklen Zeiten in seinem Leben zurück.
"Ich denke, sobald wir diese Grenze überschritten haben, ist es schwer, zu der Person zurückzukehren, die wir einmal waren. Ich würde viel lieber in die Vergangenheit zurückkehren zu dem Kind, das 16, 17 oder 18 Jahre alt war, das unschuldig war und niemals etwas mit solchen Dingen zu tun hatte. Allerdings muss ich mir dafür selbst die Schuld geben. Das würde ich rückblickend zu einer Million Prozent verändern, aber die Dinge ändern sich", sagte der siebenmalige Weltmeister abschließend.
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Die Home-Nations-Serie kehrt am Sonntag mit den Northern Ireland Open live und exklusiv auf Discovery+ zurück. Außerdem erscheint ab Samstag um 21:00 Uhr die zweiteilige Dokumentation "Seventh Heaven", in der der historische WM-Titel von O'Sullivan in diesem Jahr beleuchtet wird.
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Hoppla: O'Sullivan zerbricht Wasserglas im Finale
Quelle: Eurosport
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