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Rolf-Kalb-Blog: Rekordpreisgeld beim Saudi Arabia Masters ist ein Geldsegen mit Kehrseiten - Snooker-Tour vor Umbruch
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Publiziert 14/08/2024 um 15:40 GMT+2 Uhr
Ein wahrer Geldsegen geht über den Snookerspielern nieder. Mit mehr als 2,3 Millionen Pfund wird das Saudi Arabia Masters dotiert sein. Das gab die World Snooker Tour in dieser Woche bekannt. Auch beim Xi’an Grand Prix bekommt der Sieger stolze 177.000 Pfund. Was auf den ersten Blick positiv wirkt hat aber auch seine Kehrseite, meint Eurosport-Experte Rolf Kalb in seinem aktuellen Blog.
Ronnie O'Sullivan
Fotocredit: Getty Images
2,3 Millionen Pfund Preisgeld beim Saudi Arabia Masters (knapp 2,7 Millionen Euro). Da stockt einem der Atem. Das neue Turnier in Riad steht damit fast auf gleicher Ebene wie die Weltmeisterschaft. In der Tat gibt es in Riad ab der Runde der letzten 32 sogar das gleiche Preisgeld wie bei der WM. Nur die, die vorher ausscheiden, müssen sich in Saudi-Arabien mit etwas weniger begnügen.
Auch beim Xi’an Grand Prix liegen Riesensummen auf dem Tisch. 177.000 Pfund bekommt der Sieger dort. Goldene Zeiten also für die Snookerspieler? In finanzieller Hinsicht gilt das sicherlich. Die Frage ist nur: Welchen Preis zahlt der Snookersport dafür?
Am Ende zählt das Geld. Das ist im Snooker genauso wie in anderen Profisportarten. Die Spieler murren ja ohnehin schon seit längerem. Sie würden, so die einhellige Überzeugung auf der Tour, nicht weniger leisten als Tennis- oder Golfspieler. Die Stars dort würden aber ein Vielfaches verdienen.
Die World Snooker Tour (WST) konnte also gar nichts anderes machen, als diese Chancen zu ergreifen. Alles andere hätte zu einer Palastrevolution geführt. Daran hätte die gesamte World Snooker Tour zerbrechen können. Das zeigen ja auch die Gerüchte über eine mögliche Alternativ-Tour, die während der letzten Saison lange durch die Welt geisterten.
Snooker-Weltrangliste oder Preisgeld-Rangliste?
Der von allen Beteiligten freudig begrüßte Geldsegen hat aber auch seine Kehrseiten. Dazu gehört, dass immer mehr bedeutende Turniere in Ländern mit einer problematischen politischen Situation stattfinden. Da folgt Snooker einer Vielzahl anderer Sportarten. Und selbst die Bundesregierung hofiert ja wieder längst die Machthaber in Saudi-Arabien.
Nicht vergessen darf man dabei auch, dass Snooker sich immer abhängiger macht von Partnern, die zumindest streckenweise auch eine eigene Agenda verfolgen. Was das für die Zukunft bedeutet kann man derzeit noch kaum abschätzen.
Klar ist hingegen, dass eine Vielzahl der bisherigen Turniere massiv an Bedeutung verlieren werden. In unserer Online-Community haben ja einige User schon vorgerechnet, was das bedeutet. Dass die Weltrangliste im Snooker eine reine Preisgeld-Rangliste ist wirkt sich hier verheerend aus.
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Quelle: Eurosport
Snooker-Tour droht aus dem Gleichgewicht zu geraten
Das ist gefährlich. Denn genauso wichtig wie die Top-Events ist eine ausgeglichene und vielfältige Tour. Da droht etwas aus dem Gleichgewicht zu geraten. Natürlich ist die Tour bisher zu sehr britisch dominiert. Das aber durch andere Abhängigkeiten zu ersetzen kann auch keine gesunde und nachhaltige Lösung sein.
Jeder muss für sich selber entscheiden, was er oder sie von diesen Entwicklungen hält und wie man damit umgeht. Die Spieler selber schielen überwiegend auf das Preisgeld und dürften deshalb derzeit zufrieden sein. Man darf die Konsequenzen aber nicht ignorieren.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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