Rolf-Kalb-Blog zum Finale des Shanghai Masters: Triumph auf der ganzen Linie für Judd Trump gegen Shaun Murphy

Die Siegesserie von Ronnie O’Sullivan in Shanghai ist gerissen. Judd Trump hat das Shanghai Masters mit 11:5 im Finale gegen Shaun Murphy gewonnen. Für Trump war es der erste Sieg in seinem vierten Shanghai-Finale. Aber Trump hat nicht nur den Titel gewonnen, sondern das war ein wahrer Triumph-Zug, meint Eurosport-Experte Rolf Kalb in seinem aktuellen Blog.

Murphy von der Rolle: Da muss der Tisch dran glauben

Quelle: Eurosport

Man kann einen Titel gewinnen. Das ist immer eine große Leistung. Man kann aber auch auf der ganzen Linie triumphieren. Das hat Judd Trump beim Shanghai Masters geschafft. 6:2 gegen Mark Williams, 6:2 gegen Si Jiahui, 10:3 gegen Ronnie O’Sullivan und dann das 11:5 gegen Shaun Murphy. Nie geriet Trump in Shanghai unter Druck.
Die zehn Centuries, die Judd Trump im Verlauf der Turnierwoche gespielt hat, markieren einen neuen Rekord. Hinzu kommen noch 13 weitere Breaks von mehr als 50 Punkten in den 33 Frames, die er auf dem Weg zum Titel gewonnen hat. Das sind mehr als beeindruckende Zahlen.
Das Finale war sehr früh entschieden. Shaun Murphy hatte keine Chance, gegen den überragend spielenden Trump einen 1:7-Rückstand auszuholen. Klar: Das Finale hätte anders laufen können, wenn Murphy seine Chancen im vierten und im sechsten Frame besser genutzt hätte. Hat er aber nicht.
Gerade das machte den Unterschied: Die Chancen-Verwertung von Judd Trump war die gesamte Woche über einfach nur überragend. Hält er diese Form, dann müssen sich seine kommenden Gegner warm anziehen.

Auch Murphy kann zufrieden sein

Shaun Murphy mag im Finale nicht seinen besten Tag erwischt haben, aber er kann mit der Woche mehr als zufrieden sein. Seine Form stimmt. Er hat konstant sehr stark gespielt. Vor allem sein Comeback im Halbfinale gegen Mark Selby hat mich beeindruckt.
Apropos Selby: Es war gut, wieder einen Mark Selby mit Spielfreude am Tisch zu erleben. Das hat mich für den Mann aus Leicester sehr gefreut.
Seriensieger Ronnie O’Sullivan hat zum ersten Mal nach 2016 wieder ein Match in Shanghai verloren. Schon bei seinem 6:1 gegen Zhou Jinhao und seinem 6:3 über Ding Junhui hatte er nicht auf der ganzen Linie überzeugt.

O'Sullivan nicht in Top-Form

Es mag sein, dass O’Sullivan noch nicht in Top-Form war. Es mag auch sein, dass ihn am Samstag die Nachricht vom Tod seines guten Freundes Ray Reardon zusätzlich belastet hat. Trotzdem war mein Eindruck, dass er nicht das Halbfinale verloren hat, sondern dass ein besserer Judd Trump dieses Match gewonnen hat.
Ein Rückschlag war das Shanghai Masters für Kyren Wilson und für Mark Allen. Als neuer Weltmeister beziehungsweise frischgebackene Nummer eins der Weltrangliste standen beide unter besonderem Druck. Dem sind sie nicht gerecht geworden. Nach nur einem Turnier will ich nicht zuviel spekulieren, aber der Druck wird für die beiden eher noch größer.
Insgesamt war das Shanghai Masters ein gelungener Saisonauftakt. Das hat Appetit auf mehr gemacht.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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Mit viel Gefühl: Trump befreit sich aus kniffliger Situation

Quelle: Eurosport

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