Snooker-WM 2019: O'Sullivan-Schock und Riesen-Comeback von Dott

Verrückter Tag in Sheffield: Erst schockierte die sensationell Niederlage von Ronnie O'Sullivan seine Fans, und am Abend dann das riesige Comeback von Graeme Dott, das aber nicht von Erfolg gekrönt war. Ein nicht fitter O’Sullivan verlor gegen James Cahill, den ersten Amateur bei einer WM, mit 8:10. Graeme Dott schaffte nach einem 1:8 gegen Stuart Bingham noch das 9:9, verlor aber doch mit 9:10.

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Noch am Morgen hatte Graeme Dott vollkommen neben sich gestanden. Nichts gelang ihm. Ganz anders Stuart Bingham: Sechs Frames von mehr als 50 Punkten schaffte er in der ersten Session, darunter auch ein Century, und ging mit 8:1 in Führung. Im neunten Frame war er gar auf Maximum-Kurs, doch nach 96 Punkten lochte er nicht mehr die 13. Rote.
Am Abend dann ein ganz anderes Bild: Dott blies zur Attacke. Mit einer 114 holte er den zehnten Frame und nutzte anschließend einen Safe-Fehler von Bingham zum 3:8. Da fing Bingham an zu wanken. Auch das zwischenzeitliche 9:4 half ihm nicht.
Bezeichnend für den Zustand von Stuart Bingham war, dass er den 16. Frame verlor, weil er drei Mal Foul und Miss in Folge kassierte. Als Graeme Dott später mit einer 88er-Clearance das 9:9 schaffte schien das Momentum auf Seiten des "Pocket Dynamo". Im letzten Frame vergaben beide Chancen, doch Dott, der bis dahin so sicher mit dem Hilfsqueue spielte, verschoss eine Rote damit und ließ einen Einsteiger für Bingham liegen. Der mobilisierte seine letzten Energiereserven und schaffte es doch noch über die Ziellinie.

O'Sullivan-Aus größte WM-Überraschung

Es ist die größte Überraschung seit Jahrzehnten im Crucible Theatre: Top-Favorit Ronnie O’Sullivan hat sein Auftaktmatch gegen James Cahill mit 8:10 verloren. Die Vorentscheidung fiel im 17. Frame, als O’Sullivan Pink verschoss und Cahill mit Pink und Schwarz das 9:8 machte. James Cahill hatte schon nach der ersten Session, in der Ronnie O’Sullivan manchmal unkonzentriert wirkte, mit 5:4 geführt.
Am Montag legte der fünfmalige Champion aber rasant los: Mit einer 97 glich er zum 5:5 aus und kam auch im elften Frame schnell in ein Break. Doch nach 48 Punkten verschoss er Rot. Cahill konterte mit einer Clearance von 84 Punkten und zog anschließend auf 8:5 davon. Eine erneute Wende kündigte sich aber im 14. Frame an: Cahill verschoss Rot und O’Sullivan fand mit einer 104 zurück ins Match.
O’Sullivan spielte zwar sehr aggressiv, wirkte aber konzentrierter als am Tag zuvor. Allerdings berichtete er nach dem Match, er habe sich nicht wohl, sondern sehr schlapp gefühlt.
Bei 8:8 legte James Cahill Dann zwar eine 62 vor, machte den Frame aber noch nicht sicher. Ronnie O’Sullivan hatte die Chance, den Frame noch zu stehlen, bis er sich verstellte und nach einer 53 dann den riskanten pink Ball verschoss. Cahill reagierte überlegt: Satt eines riskanten Lochversuchs spielte er safe und lochte dann nach kurzem taktischen Duell Pink lang plus Schwarz. Im 18. Frame war es wieder O’Sullivan, der als erster in ein Break kam. Bei einem Splitversuch von Blau fiel jedoch unglücklich auch eine Rote.
James Cahill bewies enorme Nervenstärke, als er mit einer Clearance von 53 Punkten bis Pink Frame und Match holte. Erst danach löste sich die Anspannung mit einem Urschrei.

Gilbert fordert Titelverteidiger heraus

David Gilbert ist zwar durch einen grippalen Infekt gehandicapt, biss sich gegen Joe Perry aber trotzdem mit 10:7 durch. Gilbert, der zum ersten Mal bei der WM gesetzt ist, hatte nach der ersten Session mit 6:3 geführt und erhöhte am Dienstag sofort auf 7:3. Mit einer 136 blies Joe Perry dann aber zur Aufholjagd. Er kam auch bis auf 7:8 heran, doch dann erhöhte Gilbert wieder dank einer 52 und kämpfte sich im 17. Frame mit einer Reihe von Mini-Breaks über die Ziellinie. Im Achtelfinale trifft er nun auf Titelverteidiger Mark Williams.
Nach dem Ausscheiden von Ronnie O’Sullivan droht auch ein zweiter Spieler aus dem Trio der Top-Favoriten früh zu scheitern: Judd Trump liegt gegen Thepchaiya Un-Nooh mit 3:6 hinten. Trump gewann zwar den ersten Frame rasend schnell und spielte später auch eine 141, das bisher höchste Break bei dieser WM.
Aber beide Spieler taten sich schwer mit dem Tisch, der an diesem Tag relativ langsam lief. So verloren sie oft die Stellung und fanden nicht in ihr gewohntes Breakbuilding. Un-Nooh gewann die letzten beiden Frames der Session und hat so über Nacht einen Vorsprung von drei Frames. Auch Mark Allen droht eine Erstrunden-Niederlage. Der formschwache Nordire ist gegen Zhou Yuelong mit 2:7 in Rückstand geraten.
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