Die Weltmeisterschaft war ursprünglich für den 18. April bis zum 4. Mai geplant, wurde dann aber verschoben. Nun soll ab dem 31. Juli bis zum 16. August gespielt werden, und zwar wie immer seit 1977 im Crucible Theatre von Sheffield.

Als die World Snooker Tour (WST) die neuen Daten ankündigte behielt man sich ausdrücklich vor, die WM auch mit eingeschränkter Zuschauerzahl zu spielen oder gänzlich ohne Publikum oder aber auch erneut zu verschieben.

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Einer erneuten Verschiebung erteilte Barry Hearn jetzt aber eine Absage: "Wir haben es so weit verschoben, wie wir es verschieben können." Das Crucible Theatre ist für den neuen Termin auch schon gebucht, und Hearn kann sich nicht vorstellen, die WM an einem anderen Ort zu spielen: "Es wird das Crucible Theatre sein. (…) Das ist wichtig."

Das Preisgeld bleibt gleich

Hearn wies darauf hin, dass die beiden Spieler am Tisch jeweils die Distanzregeln einhalten können. Außerdem machte er klar, dass die Spieler in einer schwierigen Situation sind: "Sie sind selbstständig und wissen nicht, wann sie wieder arbeiten können." Auch deshalb gibt es sich kämpferisch: "Wenn wir keine Zuschauer zulassen können, dann machen wir es eben ohne Zuschauer für die 500 Millionen Fans weltweit vor dem TV." Das Preisgeld in Höhe von 2.395.000 Pfund wird beibehalten. Auch das dürfte die Spieler freuen.

Ob und wie viele Fans im Crucible Theatre dabei sein können ist noch offen. Barry Hearn hofft darauf, dass die Verhältnisse sich bis Ende Juli so verbessern, dass eine Zahl von gut 900 Zuschauern (mehr passen nicht rein) akzeptabel wäre und nicht als eine Großveranstaltung eingestuft würde.

Aber er schränkt auch ein: "Wenn sie uns sagen, ihr könnt 100 Leute reinlassen, dann beschränken wir das auf 100." Und wenn keine Zuschauer erlaubt seien, dann spiele man halt hinter verschlossenen Türen: "Ich spiele die WM lieber in einem leeren Crucible Theatre als irgendwo sonst, wenn es möglich ist."

Spieler brauchen eine Perspektive

Fazit also: Ob die WM wirklich am 31. Juli beginnt, ist nach wie vor ungewiss. Das hängt natürlich auch vom weiteren Verlauf der Covid-19-Pandemie in Großbritannien ab. Dass die Pläne trotz der Ungewissheiten weiterverfolgt werden, ist absolut richtig und eigentlich eine Verpflichtung für die WST.

Man kann eine WM nicht in ein paar Tagen vorbereiten, und falls Ende Juli gespielt werden kann, dann muss man vorbereitet sein. Auch die Spieler brauchen dringend diese Perspektive - das haben die diversen Reaktionen gezeigt. Nichts ist für sie schlimmer, als im luftleeren Raum zu schweben. Und wer weiß: Wenn es klappt, dann kann es sogar ein Vorteil für Snooker sein.

In dieser Zeit sollte das Sportangebot noch nicht allzu groß sein, während gleichzeitig viele Menschen nach Live-Sport lechzen. Das kann der WM zusätzliche Aufmerksamkeit verschaffen.

Wie wird die Qualifikation gespielt?

Es bleiben aber viele Fragezeichen. Das geht schon einmal damit los, dass bis zum Viertelfinale einschließlich auf zwei Tischen gespielt wird. Dann ist es sehr eng in der Arena. Da wird es nicht so leicht für Spieler und Schiedsrichter sein, die Distanzregeln einzuhalten.

Für eine WM wird zudem zahlreiches weiteres Personal gebraucht. Wie das organisiert werden soll, dazu gibt es noch keine Informationen.

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Vor allem aber: Über die Qualifikation ist noch nichts bekannt, weder über den Ort, noch die Zeit oder die Modalitäten. Bei der Qualifikation sind ja mehr Spieler beteiligt und damit auch mehr Personal. Das Corona-sicher zu organisieren wäre ein Kraftakt. Außerdem müssen die Spieler reisen können und brauchen auch Unterbringungsmöglichkeiten.

Komplikationen bei der Tour Championship

Probleme gibt es auch bei der Tour Championship, die neu für den 21. bis 26. Juli terminiert wurde. Die Venue Cymru in Llandudno, wo gespielt werden sollte, wurde in ein Behelfskrankenhaus umgewandelt und steht wahrscheinlich nicht zur Verfügung.

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"Wir wissen im Moment nicht, wann wir spielen können", so Hearn. Den Anordnungen und Empfehlungen der Behörden soll auf jeden Fall Folge geleistet werden: "Wir müssen sehen, wie dann die Regeln sind."

Herzliche Grüße und bleibt gesund

Ihr / Euer Rolf Kalb

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