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Snooker-WM | Diskussion um zugelassene Zuschauer im Crucible Theatre
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Publiziert 23/07/2020 um 16:25 GMT+2 Uhr
Nun ist es offiziell: Die Weltmeisterschaft im Crucible Theatre wird von Publikum gespielt, allerdings natürlich nicht vor vollem Haus. 250 bis 350 Zuschauer werden zugelassen, verriet World-Snooker-Boss Barry Hearn auf Twitter. Eigentlich fasst das Crucible etwas mehr als 980 Besucher. Dass die WM jetzt doch vor einem begrenzten Publikum gespielt wird, dürfte die meisten Spieler freuen.
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Dass keine feste Kapazität festgelegt ist, mag daran liegen, dass man darauf reagieren will, ob überwiegend Kleingruppen (zum Beispiel Familien) kommen oder Einzelpersonen. Die Kleingruppen können dann ja zusammensitzen, während Einzelpersonen Abstand halten müssen. Um das steuern zu können, muss das Buchungssystem dazu natürlich in der Lage sein.
Natürlich gelten auch weitere Regeln. So müssen Masken getragen werden, außer auf den Sitzen; die Masken werden gestellt. Fans müssen, wenn sie ins Crucible kommen, umgehend ihre Plätze einnehmen und sollen Distanz zu allen außerhalb ihrer Gruppe halten.
Zudem sind natürlich Desinfektions-Stationen aufgebaut. Es gibt festgelegte Wege, die ausgeschildert sind. Damit soll Begegnungsverkehr vermieden werden. Ordner überwachen die Einhaltung. Dies ist nur ein kleiner Teil der Regeln. Wer ein Ticket hat, bekommt das vollständige Regelwerk.
Snooker-WM: Heftige Kritik an Hygienekonzept
Das Hygienekonzept ist nicht alleine auf dem Mist der World Snooker Tour gewachsen. Die britische Regierung hat die Snooker-WM ja zu einem offiziellen Test-Event bestimmt. Auf diese Weise will man herausfinden, wie man vorsichtig wieder Besucher insbesondere bei Sport-Events zulassen kann.
Das Konzept ist deshalb in Zusammenarbeit mit Experten der Regierung und der lokalen Behörden in Sheffield entstanden und von denen natürlich auch abgesegnet. Bei der World Snooker Tour ist man verständlicherweise stolz: Snooker war die erste Sportart, die nach dem Lockdown wieder einen Spielbetrieb aufnehmen konnte, und Snooker ist der erste Indoor-Sport, bei dem wieder Fans dabei sein können.
An diesem Konzept, soweit es bekannt ist, hat es prompt in den sozialen Medien heftige Kritik gegeben. Dabei, finde ich, sind einige über das Ziel hinausgeschossen. Wir alle (ich auch nicht) sind keine Experten. Außerdem liegen auch nicht alle Informationen vor. Ich habe zum Beispiel keine Ahnung, wie die Klimaanlage im Crucible konzipiert ist; das ist sicherlich ein wichtiger Aspekt.
An der Ausarbeitung dieses Konzeptes haben eine Reihe von Experten mitgearbeitet. Das ist keine Garantie, dass alles funktioniert. Aber die World Snooker Tour hat bisher bei der Rückkehr des Sportes eigentlich alles richtig gemacht. Da haben die Verantwortlichen schon ein bisschen Vertrauen verdient.
Lichtenberg überzeugt in erster Quali-Runde
Das Konzept erinnert mich auch stark an das, was man sich bei uns in Deutschland überlegt, um wieder Betrieb in Theatern, Kinos, Konzerthäusern und ähnlichem zu ermöglichen. Natürlich bleiben noch Fragen, aber eines ist doch klar: Absolute Sicherheit und Gewissheit gibt es derzeit nicht. Wir alle, auch die Wissenschaftler, tasten uns vorsichtig vor. Es kann nur darum gehen, die Risiken so klein wie möglich zu halten und auf neue Entwicklungen schnell zu reagieren.
Das ist natürlich unbefriedigend, aber mehr ist in dieser neuen Situation derzeit nicht drin. Und dabei gebe ich gerne zu, dass zum Beispiel meine Frau und ich größere Veranstaltungen meiden, um eben das Risiko für uns persönlich so gering wie möglich zu halten. Aber das ist eine Entscheidung, die jeder und jede für sich selber fällen muss.
Zum Sport selber: Dass Simon Lichtenberg in der ersten Runde Adam Duffy so überzeugend geschlagen hat, ist ein ermutigendes Zeichen. Duffy ist eine harte Nuss, auch wenn er derzeit nicht auf der Maintour spielt. Ich bin noch immer skeptisch, ob der Berliner den Tourverbleib schaffen kann; dazu müsste er sich ja für das Crucible qualifizieren, also noch drei weitere Matches gewinnen. Aber für die Q School sollte ihm dieser Erfolg Auftrieb und Selbstbewusstsein geben. Das macht Mut.
Florian Nüßle hat unglücklich und knapp gegen Hammad Miah verloren. Wahrscheinlich war da mehr drin. Aber das sind die Lektionen, die man als junger Spieler lernen muss. Das geht nie ohne Narben ab. Der junge Österreicher darf sich dadurch nicht entmutigen lassen, sondern muss die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Dann kann die Niederlage wertvoll für ihn sein.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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