Top-Spieler brauchen sich deswegen keine grauen Haare wachsen zu lassen. Sie sind Großverdiener und sollten genügend Rücklagen haben, um auch eine längere Durststrecke zu überstehen. Aber die meisten der 128 Tour-Profis sind eben keine Top-Spieler. Viele von diesen leben von der Hand in den Mund. Bei denen sind natürlich sofort existentielle Sorgen da: Wovon soll ich die Miete oder den Hauskredit bezahlen, wovon soll ich meine Familie ernähren?

Neil Robertson hat deswegen schon bei Beginn des Corona-Lockdowns angeboten, in Not geratenen Kollegen beizuspringen. Das ehrt den Australier natürlich sehr! Aber das Problem der fehlenden Einkünfte kann Neil Robertson natürlich auch nicht alleine mit einer Privatinitiative lösen. Auch das war von Anfang an offensichtlich.

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Spieler können Zuschuss beanspruchen

Da aber ist die World Professional Billiards and Snooker Association (WPBSA) als Spielervereinigung eingesprungen. Um den auf dem Trockenen sitzenden Spielern zu helfen, hat jeder Tour-Profi einen nicht rückzahlbaren Zuschuss beanspruchen können.

Sollte dieser Zuschuss nicht ausreichen, können die Spieler auch weitere Zahlungen beantragen, die dann entsprechend der Umstände auch ausbezahlt werden. Diese zusätzlichen Zahlungen werden dann in den nächsten beiden Spielzeiten mit den Preisgeldern der Spieler verrechnet, wo das möglich ist.

Spieler müssen Teil des Preisgeldes abgeben

Das war genau die richtige Antwort der WPBSA und eine unverzichtbare Hilfe. Die WPBSA ist eben mehr als nur ein Sportverband und hat neben der Aufsicht über den Sport auch eine Fürsorgepflicht für ihre Mitglieder, also die Spieler. Doch woher kommt das Geld? Schon immer müssen die Spieler 2,5 Prozent ihres Preisgeldes an die WPBSA abführen.

Außerdem ist sie auch Anteilseignerin der World Snooker Tour (WST) und so an deren Überschüssen beteiligt. Einer der Verantwortlichen schrieb mir in einer Mail: "Die WPBSA hat eine gut gefüllte Kriegskasse und uns erschien es jetzt genau der richtige Zeitpunkt, die zu nutzen." Summen und Zahlen nannte er jedoch nicht.

Crucible-Chef bestätigt WM im Juli

Nun mag die Kriegskasse gut gefüllt sein, aber unendlich ist sie es mit Sicherheit auch nicht. Deshalb ist es auch aus diesem Grund wichtig, dass die Spieler wieder normal ihr Geld verdienen zu können. Und dazu müssen eben Turniere gespielt werden. Deshalb ist es ja richtig, dass die WST darum kämpft, so schnell wie möglich wieder irgendeine Form von Spielbetrieb aufzunehmen.

Für die Weltmeisterschaft übrigens scheinen die Vorbereitungen schon ziemlich weit gediehen. Dan Bates, der Chef des Crucible Theatres, bestätigte das unlängst der BBC: "Wir werden hier im Juli Snooker spielen!"

Bestritten mit dem Finale 2019 das bislang letzte WM-Match im Crucible Theatre: Weltmeister Judd Trump (rechts) und Vizeweltmeister John Higgins

Fotocredit: Getty Images

Turniere wohl lange Zeit ohne Publikum

Allerdings werden wir uns alle darauf einstellen müssen, dass die Turniere unter diesen neuen Bedingungen uns auf längere Zeit seltsam anmuten werden. Wann wieder vor Publikum gespielt werden kann, steht ja noch in den Sternen. Abstands- und Hygieneregeln werden uns auch noch lange erhalten bleiben. Die Abläufe bei einem Turnier werden also anders werden.

Aber es ist und bleibt Snooker, und das ist auch gut so. Allerdings bleibt abzuwarten, wie die Spieler damit zurechtkommen. Die werden ja aus ihrer gewohnten Komfortzone herausgerissen.

Einige werden damit weniger Probleme haben, weil sie sich sowieso nur auf die Situation auf dem Tisch konzentrieren. Andere könnten sich dagegen durch die neuen Umstände irritieren lassen. Das kostet dann natürlich sofort Konzentration. Aber solche Unzulänglichkeiten werden wir wohl erst einmal hinnehmen müssen.

Herzliche Grüße und bleibt gesund

Ihr / Euer Rolf Kalb

QUIZ: Kennst Du die Snooker-Spieler mit den meisten Century Breaks?

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