Snooker-WM: O'Sullivan nach Krimi gegen Selby im Finale

Ronnie O’Sullivan ist zum siebten Mal in seiner Karriere ins Finale der Snooker-WM eingezogen. Der fünfmalige Weltmeister drehte gegen Mark Selby in einem spektakulären Duell mit einem Wahnsinnsfinish einen 14:16-Rückstand noch in einen 17:16-Erfolg. Im Endspiel trifft der 44-Jährige auf Kyren Wilson, der ebenfalls im Decider mit 17:16 gegen Anthony McGill die Oberhand behielt.

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Ronnie O’Sullivan, der mit einem 11:13-Rückstand in die vierte und entscheidende Session gegen Mark Selby startete, legte los wie die Feuerwehr. Nicht einmal sieben Minuten brauchte The Rocket, um sich mit einem Century Break von 114 Punkten den ersten Frame des Abends zu schnappen. Dank einer 57 glich O’Sullivan dann im 26. Durchgang aus.
Doch Selby schlug im Stil eines dreifachen Weltmeisters zurück und ging dank Breaks von 56 und 63 Punkten mit 15:13 wieder in Führung. Dem 37-Jährigen fehlten zu diesem Zeitpunkt nur noch zwei Frames zum Einzug in sein fünftes WM-Finale.

O'Sullivan dreht im richtigen Moment auf

O’Sullivan verhinderte allerdings nach dem Interval die vermeintliche Vorentscheidung und gewann einen umkämpften 29. Frame. Auch der nächste Durchgang war eng, dieses Mal mit dem besseren Ende für Selby, der sich auf Pink das 16:14 holte.
Mit dem Rücken zur Wand drehte O’Sullivan jedoch plötzlich auf und machte auf einmal kaum noch Fehler. Der fünfmalige Weltmeister spielte unter Druck ein 138er-Century-Break, das höchste Break dieses WM-Halbfinals, und erzwang im Anschluss durch eine 71 den Decider.
In diesem gelang O’Sullivan der lange Einsteiger. Der 44-Jährige machte 64 Punkten, verstellte sich dann aber auf Rot und verschoss danach einen schwierigen Ball. Selby erhielt noch eine Chance, nachdem O’Sullivan zuvor 276 Punkte in Folge verbuchte.
Selby erzielte 34 Punkte, bekam aber seinerseits keine Stellung auf die letzte Rote. Im anschließenden hochklassigen Safeduell, in dem beide Spieler mehrmals den jeweiligen Kontrahenten mit starken Snookern unter Druck setzen, war es letztendlich O’Sullivan, der die letzte Rote lochte. Es war der Frame- und somit auch der Matchball.

Trotz Finaleinzug: O'Sullivan hadert mit Leistung

O'Sullivan war im Anschluss im Eurosport-Studio natürlich aufgrund des Erfolgs erleichtert, haderte aber gleichzeitig mit seiner Leistung. "Ich habe keine Queue-Action, ich habe keine Konstanz in mein Spiel reinbekommen", meinte The Rocket.
Ein verständlicherweise schwer enttäuschter Selby versuchte sich in einer kurzen Analyse des entscheidenden 33. Frames. "Ich habe alles versucht. Ich habe Ronnie unter Druck gesetzt im Decider, aber er ist immer wieder zurückgekommen." Der Jester from Leicester zeigte allerdings bei der WM 2020, dass in Zukunft wieder voll mit ihm zu rechnen ist.
Für O'Sullivan geht es direkt Schlag auf Schlag weiter. Das WM-Finale gegen Kyren Wilson, der sich ebenfalls im Decider gegen den Schotten Anthony McGill durchsetze, ist für Samstag und Sonntag (jeweils ab 14:30 Uhr live im TV auf Eurosport) angesetzt. Gespielt werden insgesamt vier Sessions.
Neuer Weltmeister und somit Nachfolger von Judd Trump wird derjenige, der zuerst 18 Frames holt.
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