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Die Daumen sind gedrückt: So steht es um die Snooker-WM 2020

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Crucible Theatre

Fotocredit: Getty Images

VonRolf Kalb
17/04/2020 Am 12:27 | Update 17/04/2020 Am 12:28
@Rolf_Kalb

Eigentlich hätte am Samstag die Snooker-WM beginnen sollen, die 17 tollen Tage im Theater der Träume. Daraus wird nun nichts, aus bekannten Gründen. Derzeit ist die Weltmeisterschaft einstweilen verschoben. Sie soll also später nachgeholt werden. Die World Snooker Tour plant derzeit eine Reihe von Varianten. Ob und wann sich aber eine davon realisieren lässt, weiß derzeit noch niemand.

Fans brauchen trotzdem nicht auf das gewohnte 17-tägige Snooker-Frühlings-Festival zu verzichten. Über die gesamte Zeit hinweg verwöhnt Eurosport die Snooker-Begeisterten auf Eurosport 1 mit einem Match des Tages: Jeden Tag wird ein Duell vom entsprechenden Tag der Weltmeisterschaft 2019 gezeigt.

Los geht es am morgigen Samstag um 11:30 Uhr mit dem Auftaktmatch des damaligen Titelverteidigers Mark Williams gegen Martin Gould. Am Sonntag gibt es dann ebenfalls um 11:30 Uhr noch einmal die Höhepunkte der Erstrundenbegegnung von Neil Robertson gegen Michael Georgiou.

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Ab Montag gibt es das Match des Tages dann täglich um 19:00 Uhr auf Eurosport 1. Wiederholt werden die Highlight-Programme jeweils am folgenden Vormittag. Wir bei Eurosport hoffen, mit diesem Match des Tages den Phantomschmerz ein bisschen zu lindern.

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Snooker-WM am ursprünglichen Olympia-Termin?

Wie geht es nun aber wirklich weiter mit der Weltmeisterschaft. Kann sie, wie von allen erhofft, zu einem späteren Zeitpunkt gespielt werden? Die World Snooker Tour, so war von Barry Hearn zu hören, arbeitet derzeit an verschiedenen Szenarien. Das ist auch gut so, denn wenn sich die Möglichkeit ergibt, sollte man vorbereitet sein.

Eine der Varianten, über die Barry Hearn schon gesprochen hat, wäre es, die Snooker-WM in den 17 Tagen zu spielen, an denen eigentlich die Olympischen Spiele in Tokio geplant waren. Das wäre vom 25. Juli bis zum 10. August. Ob das allerdings möglich ist, hängt vom Verlauf der Corona-Krise ab, und das haben die Snooker-Verantwortlichen nicht in der Hand.

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Crucible Theatre lässt Abstands-Regeln kaum zu

Eine WM im Crucible Theatre wirft unter den derzeitigen Umständen eine Reihe von Problemen auf. Selbst wenn das Turnier ohne Publikum stattfinden würde, kämen im Crucible Theatre noch immer sehr viele Menschen zusammen: Spieler, Schiedsrichter, Offizielle, Table Fitter, Techniker, Hauspersonal, Sicherheitspersonal, TV-Crews, Medienvertreter und so weiter. Die Liste lässt sich noch fortsetzen. Und es ist eng im Crucible Theatre; chronischer Platzmangel war dort schon immer das größte Problem. Unter diesen Umständen lassen sich Abstands-Regeln kaum einhalten.

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Für eine Reihe weiterer Probleme müssten schon im Vorfeld Lösungen gefunden sein. Das geht schon bei der Anreise los: Die Spieler und andere Beteiligte müssten überhaupt erst einmal nach Sheffield kommen können. In Zeiten weltweiter Reisebeschränkungen ist das keinesfalls garantiert. In Sheffield müssten dann auch Hotels geöffnet sein, in denen die Spieler wohnen können. Es muss Möglichkeiten geben, sich zu verpflegen. Und für die Spieler müssen Trainingsmöglichkeiten geschaffen werden. Alles muss dabei Corona-sicher sein.

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Reisebeschränkungen könnten zahlreiche Teilnahmen verhindern

Ist das für die WM-Endrunde schon kompliziert genug, so wird es noch komplizierter, wenn man an die WM-Qualifikation denkt. Da wären zwar nicht so viele Medienvertreter und TV-Leute dabei, aber dafür viel mehr Spieler und damit auch Offizielle. Und auch hier gilt wieder: Hotels, Verpflegung und Trainingsmöglichkeiten müssten zur Verfügung stehen.

Vor allem die weltweiten Reisebeschränkungen, teilweise verbunden mit Quarantäne-Vorschriften, bereiten den Verantwortlichen Kopfschmerzen. Denn diese Beschränkungen könnten dazu führen, dass eine Reihe von Spielern gar nicht antreten könnten. Und das, so betonte auch Barry Hearn im Gespräch mit den britischen Eurosport-Kollegen, würde die Prinzipien der Fairness und der Chancengleichheit über den Haufen werfen.

Es gibt also noch eine Vielzahl an Fragezeichen. Barry Hearn formulierte es so: "Wir müssen die Daumen drücken." Ich bin mir sicher: Viele drücken mit.

Herzliche Grüße und bleibt gesund

Ihr / Euer Rolf Kalb

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