Im Großen und Ganzen bleibt man beim ursprünglich geplanten Qualifikationssystem, bei dem die 16 Qualifikanten in vier Runden ermittelt werden. 128 Spieler gehen im EIS an den Start: Das sind die, die in der Weltrangliste auf den Plätzen 17 bis 128 stehen plus 16 eingeladene Spieler; zu denen gehört auch Lukas Kleckers, der sich über die Challenge Tour ja wieder ein Maintour-Ticket erkämpft hat.

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Im Gegensatz zu den letzten Jahren wird die Qualifikation allerdings in einem gestaffelten System gespielt. Je höher die Spieler in der Weltrangliste stehen, desto später greifen sie ein und desto weniger Matches müssen sie gewinnen, um sich zu qualifizieren.

Das war auch seit einem guten Jahr schon so angekündigt und geplant; auch hier ist man also beim ursprünglichen Plan geblieben. In der ersten Runde werden die Spieler auf den Plätzen 81 bis 128 der Setzliste aufeinandertreffen. Die 32 Sieger daraus werden auf die Nummern 49 bis 80 der Setzliste treffen. Die 32 Sieger daraus wiederum treffen dann auf die Spieler mit den Setzpositionen 17 bis 48. Auch daraus ergeben sich wieder 32 Sieger, die dann in einer einfachen KO-Runde die 16 Qualifikanten unter sich ausmachen.

"Best of 11" statt "Best of 19"

Das alles war auch ursprünglich so geplant. Es gibt allerdings einen Wermutstropfen: In den ersten drei Runden wird nicht über "Best of 19" gespielt, sondern nur über "Best of 11". Lediglich die letzte Runde wird dann wieder über die Standard-Distanz "Best of 19" gespielt. Das ist natürlich schade, denn die langen Distanzen, auch in der Qualifikation, sind ein zentrales Merkmal der WM und machen sie zu einem echten Höhepunkt.

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Der Grund für die Reduzierung der Distanz in den ersten drei Runden ist die Tatsache, dass man dann ein Match in einer Session spielen kann. Das reduziert die Zahl der Spieler, die sich gleichzeitig im EIS aufhalten müssen. Dadurch wiederum wird es leichter, Hygiene- und Abstandsbestimmungen einzuhalten. Die Reaktion in den sozialen Netzwerken auf die Reduzierung war sehr gemischt. Sie reichte von Verständnis bis hin zu (leider) wüsten Beschimpfungen.

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"Best of 11" ist ein guter Kompromiss

Bei allem Verständnis für die, die die Verkürzung bedauern (zu denen auch durchaus ich gehöre): Man kann derzeit einfach nicht die Turniere so durchziehen, wie wir das früher gewohnt waren. Die Corona-Pandemie ist noch lange nicht vorbei. Soll die World Snooker Tour (WST) denn sagen: "Okay, wir warten jetzt mal zwei Jahre oder mehr, bis alle geimpft sind, und melden uns dann mal wieder." Das ist doch keine Alternative.

Ich finde die Verkürzung auf "Best of 11" einen Kompromiss, der vernünftig ist. Ein Match über maximal elf Frames ist keine Lotterie, sondern immer noch ein echter Test für die Qualität der Spieler.

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World Snooker Tour will WM-Teilnehmern bei der Anreise helfen

Publikum ist bei der WM-Qualifikation nicht zugelassen. Auf größtmögliche Sicherheit und Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregelungen wird natürlich geachtet. Da macht sich jetzt auch bezahlt, dass die WST schon bewiesen hat, wie man ein Turnier unter sicheren Bedingungen durchführt.

Fraglich ist derzeit natürlich noch, welche Reisebestimmungen und eventuell sogar Quarantäne-Regeln dann noch gelten. Die WST verspricht den Spielern zu helfen und steht dazu nicht nur mit den lokalen Behörden in Sheffield in enger Verbindung, sondern auch mit der britischen Regierung. Bis zur WM-Quali dauert es noch über einen Monat. Es ist davon auszugehen, dass bis dahin die Bestimmungen wieder gelockert werden, sofern keine zweite Covid-19-Welle anläuft.

Eine Reihe von wichtigen Details müssen natürlich noch geklärt werden. Das kann aber auch zum derzeitigen Zeitpunkt nicht anders sein. Dass überhaupt ein Konzept für die Qualifikation vorliegt, ist eine tolle Nachricht. Damit wird es wahrscheinlicher, dass WM-Qualifikation und WM-Endrunde gespielt werden können. Die Weltmeisterschaft rückt näher.

Update Freitag, 19. Juni: Eurosport überträgt Qualifikation im TV

Erstmals wird die WM-Qualifikation auch im TV übertragen. Eurosport hat sich die Rechte gesichert und wird im linearen TV sowie auf den digitalen Plattformen übertragen. Im TV übertragen wir an allen acht Tagen einen Tisch live. Bonuskanäle im Player runden das Angebot ab. Eurosport unterstreicht damit einmal mehr seinen Status als "Home of Snooker".

Die WM-Qualifikation bietet Drama von der ersten Runde an. Für viele Spieler geht es dabei nicht nur um das Ticket für das Crucible Theatre, sondern auch um den Tour-Verbleib. Legenden wie Jimmy White und Ken Doherty werden am Start sein, aber auch Top-Spieler wie Luca Brecel, Ryan Day, Ricky Walden, Martin Gould und andere.

Zudem haben mit Reanne Evans, Ng On Yee und Nutcharut Wongharuthai die drei besten Spielerinnen der Welt eine Einladung erhalten. Aus Deutschland gehen Simon Lichtenberg und Lukas Kleckers an den Start. Auch der Schweizer Alexander Ursenbacher wird die Qualifikation spielen.

Herzliche Grüße

Ihr / Euer Rolf Kalb

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