Angeführt wird die obere Hälfte von Titelverteidiger Ronnie O’Sullivan. Der spielt bislang eine seltsame Saison. Zwar weiß er seit Jahresbeginn wieder spielerisch zu überzeugen, aber trotz der fünf Final-Teilnahmen fehlt ihm bisher noch ein Titel.
Das muss aber nichts heißen. 2013 hat er den WM-Titel verteidigt, obwohl er die ganze Saison pausiert hatte. Würde "The Rocket" erneut Weltmeister werden, würde er als siebenmaliger Titelträger mit Stephen Hendry gleichziehen. Das sorgt für einen besonderen Druck.
Ein weiterer heißer Favorit in der oberen Hälfte des Turnierbaumes ist Mark Selby. Der würde frühestens im Halbfinale auf O’Sullivan treffen. Selby hat schon zwei Turniere in dieser Saison gewonnen, aber er hatte dabei auch weniger starke Phasen. Zuletzt schwächelte er wieder etwas.
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Ein Selby allerdings braucht nicht unbedingt seine Top-Form, um Weltmeister zu werden. Seine Matchhärte ist Gold wert. Wenn das Selbstbewusstsein stimmt, dann hat er alle Chancen.

Ronnie O'Sullivan und Mark Selby

Fotocredit: Getty Images

Higgins und Williams als Geheimfavoriten

In der oberen Hälfte des Draw könnte es zu einem Achtelfinale zwischen John Higgins und Mark Williams kommen. Higgins ist bei der Players Championship in den Kreis der Turniersieger zurückgekehrt und hat auch seine Spielfreude wiedergefunden. Und schließlich: WM kann der Schotte.
Williams spielt derzeit nicht nur ungeheuer schnell, sondern auch mit noch größerer Lockerheit als früher. Mit seinem Sieg bei der WST Pro Series hat er gezeigt, wie gefährlich er sein kann. Aber die entscheidende Frage hat er da selber schon aufgeworfen: "Ich weiß nicht, ob ich diese Form für 17 Tage halten kann."
Andere gesetzte Spieler in der oberen Turnierhälfte sind dagegen eher Sorgenkinder. Anthony McGill, im Vorjahr noch Halbfinalist bei der WM, ist als Nummer 16 so gerade eben ins Feld der Gesetzten gerutscht. Im Achtelfinale schon könnte er auf O’Sullivan treffen.
Stephen Maguire hat nach einer eher schwachen Saison mit dem Erreichen des Halbfinales bei den Welsh Open zwar eine ansteigende Form gezeigt, aber dem Schotten fehlt seitdem die Matchpraxis. Das kann sich im Crucible schnell rächen.
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Ding und Allen suchen nach ihrer Form

Ding Junhui ist seit seinem Triumph bei der UK Championship im Dezember 2019 nicht mehr über das Viertelfinale bei einem Ranglistenturnier hinausgekommen. Gegen Pang Junxu und Si Jiahui kassierte er kürzlich zwei schmerzhafte frühe Niederlagen.
Mark Allen hat zwar das Champion of Champions gewonnen, doch seitdem ist er auf der Suche nach seiner Form. Mit Rückenwind in die WM zu gehen sieht anders aus. Zudem scheiterte er in den letzten beiden Jahren jeweils schon in der ersten Runde im Crucible Theatre.
In der oberen Hälfte spricht also viel für ein Halbfinale O’Sullivan gegen Selby wie im Vorjahr. An der dramatischen und knappen Niederlage hatte Selby lange zu knabbern. Higgins oder Williams allerdings können, wenn es gut für einen der beiden läuft, die O’Sullivan-Selby-Party durchaus sprengen.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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