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Masters in London | Murphy, Carter. Gilbert, Bingham - wer holt den Titel?
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Publiziert 18/01/2020 um 11:05 GMT+1 Uhr
Vier sind noch übrig beim Masters in London. Es sind nicht unbedingt die, die man im Halbfinale erwartet hat. Aber das hat ja seinen besonderen Charme. Der Ausgang ist damit nämlich absolut offen. Mit Shaun Murphy ist nur noch ein Ex-Champion dabei, mit David Gilbert auch ein Debütant, der sogar gute Chancen hat. Aber wie steht es um die Titelchancen von Murphy, Carter, Gilbert und Bingham?
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Fotocredit: Eurosport
Shaun Murphy gegen Ali Carter treffen am Samstagnachmittag im ersten Halbfinale aufeinander. Das ist ein Match, in dem uns wirklich alles erwarten kann. Das kann ein Feuerwerk werden, das kann sich aber auch zu einem zähen Kampf entwickeln. Oder es gibt eine Mischung aus beidem. Klar ist: In Top-Form ist Shaun Murphy der Favorit.
Er ist unter den Halbfinalisten nicht nur der einzige Triple Crown Champion und der einzige, der diesen Titel schon einmal geholt hat. Wenn er seine Offensiv-Power in die Waagschale werfen kann, dann wird es für Carter schwer, dagegenzuhalten. Dann ist Murphy sogar ein heißer Kandidat für den Titel. Wenn! Dann müsste er aber zumindest etwa so spielen wie in der ersten Runde gegen Judd Trump. Oder sogar noch besser. Mit einer so zerfahrenen Leistung wie gegen Joe Perry dagegen wird es schwer.
Carter kein Titelkandidat
Natürlich kann auch Ali Carter hohe Breaks spielen. Aber seine ersten beiden Siege im Ally Pally haben seine größte Stärke gezeigt: Er ist ein verbissener Kämpfer (und das meine ich voller Respekt). Selbst wenn es eigentlich bei ihm nicht läuft kann er sich durchbeißen.
Je mehr diese Qualität gefragt ist, desto besser werden seine Chancen. Ob die Tatsache, dass er zum ersten Mal in seiner Karriere ein Masters-Halbfinale bestreitet, ihn belastet oder beflügelt, das bleibt abzuwarten. Das Halbfinale dürfte sich für den Nachrücker aber kaum anders anfühlen als das Viertelfinale. Allerdings: Ein Titelkandidat ist er für mich noch nicht.
David Gilbert mag zwar der Debütant sein, aber er hat bisher das beste Snooker beim Masters gezeigt. Sowohl Mark Allen als auch Stephen Maguire hat er keine Chance gelassen (obwohl: Wenn Maguire seine Chancen besser genutzt hätte, dann hätte das enger werden können.). Beide Male spielte der „Angry Farmer“ (so der selbstgewählte Spitzname) sehr dominant und mutig. Seine Cue-Action und sein Lochspiel suchen ihresgleichen.
Kann Gilbert dem Druck standhalten?
Entscheidend wird sein: Kann er in dieser Woche eine solche Leistung auch bringen, wenn es wirklich um alles geht? Daran ist er zuvor oft gescheitert, zum Beispiel im Finale von Berlin oder im WM-Halbfinale. Wenn die Nerven mitspielen und er in den entscheidenden Momenten auch den Killerinstinkt hat, dann ist er für mich nicht nur der Favorit im Halbfinale, sondern auch der erste Anwärter auf den Titel.
Ihm im Weg steht zunächst einmal Stuart Bingham. Der ist für mich so etwas wie das Fragezeichen dieses Halbfinales. Spielerisch hat er in den ersten beiden Runden nicht das gezeigt, was David Gilbert geboten hat. Von daher ist er der Außenseiter. Aber dann ist da noch diese Matchhärte von Bingham. Die mutet beinahe unmenschlich an. Was der im Viertelfinale an Nackenschlägen eingesteckt hat und doch immer wieder aufgestanden ist, das ist bewundernswert.
Darin ist er sicher Gilbert überlegen. Und wie ausgefuchst er ist, das hat Bingham auch nach dem sechsten Frame gezeigt, nachdem er Schwarz als Double gelocht hatte. Da bezog er dann das Publikum mit ein, animierte die Fans und pushte sich mit der Reaktion selber auf.
So oder so: Ich glaube, dass zwei spannende Schlusstage beim Masters vor uns liegen. Und wer am Ende den Titel holt, der hat ihn sowieso verdient. Er hat sich nämlich gegen die Besten durchgesetzt.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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