Rolf-Kalb-Blog: Judd Trump setzt bei UK Championship Siegeslauf fort - Der Millionen-Mann ist im Maschinen-Modus

Judd Trump siegt weiter: Mit einem 10:8 über Barry Hawkins hat der englische Millionen-Mann zum zweiten Mal nach 2011 die UK Championship in York gewonnen. Es war sein 30. Sieg bei einem Weltranglisten-Turnier und sein fünfter Triumph bei einem Triple-Crown-Event. Er setzt im Moment die Maßstäbe, meint Eurosport-Experte Rolf Kalb in seinem aktuellen Blog, und bezeichnet Trump als "Maschine".

Lächeln im Konfettiregen: Trump reckt Trophäe in die Höhe

Quelle: Eurosport

13 Jahre liegen zwischen dem ersten und dem zweiten Triumph von Judd Trump bei der UK Championship. Vergleichen kann man die beiden Siege aber nur schwerlich. 2011 war Judd Trump ein aufsehenerregendes Talent mit einer frechen Spielweise. 2024 ist er ein gereifter Seriensieger, eine wahre Siegmaschine.
30 Mal hat Judd Trump nun ein Weltranglisten-Turnier gewonnen. John Higgins hat nur einen Triumph mehr. Vor den beiden rangieren nur noch Stephen Hendry (36 Siege) und Ronnie O’Sullivan (41). Gleichzeitig ist nun Judd Trump der einzige Spieler, der in einer Saison schon vor Weihnachten eine Millionen Pfund an Preisgeld eingestrichen hat.
Das sind bestechende Zahlen. Beeindruckend ist aber auch, dass Trump seine Turniersiege wie am Fließband feiert. Sein Spiel ist nicht nur auf allerhöchstem Niveau, sondern es ist auch sehr variabel. Diese Variabilität ist derzeit vielleicht sein größter Trumpf. Und er hat gelernt, dem Druck standzuhalten.
Unter Druck stand er ja auch gestern, als Barry Hawkins auf 8:9 verkürzte. Trumps 67er-Break im 18. Frame war ein Paradebeispiel für ein Break unter allergrößtem Druck. Wie es in ihm aussah, ließ seine Reaktion ahnen, nachdem er mit Pink den Sieg perfekt gemacht hatte.

Auch Hawkins stark

Eine tolle Woche war die UK Championship aber auch für Barry Hawkins. Was für ein großes Kämpferherz konnten wir da bei seinem Halbfinal-Sieg über Mark Allen und am Ende des Finals erleben. Von Müdigkeit nach dem harten Halbfinaltag war da keine Spur.
Die Liste der Spieler, die Hawkins in York geschlagen hat, ist eindrucksvoll: Ronnie O’Sullivan, David Gilbert, Shaun Murphy und Mark Allen. Der Lohn dafür ist, dass er in die Top 16 der Rangliste zurückkehrt und damit beim Masters im Januar dabei sein wird.
Dass ihm beim Masters allerdings ausgerechnet Judd Trump als Gegner in der ersten Runde zugelost wurde, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.
Auffällig war in York, dass sich über weite Strecken selbst Top-Spieler schwertaten, hohe Breaks zu spielen. Der Spielball schien oftmals ein Eigenleben zu entwickeln. Offensichtlich war vor allem Tisch 1 schwer spielbar, der Lauf des Spielballes kaum kalkulierbar. Das heißt aber nicht, dass die Table Fitter einen schlechten Job gemacht hätten.

Tod von Terry Griffiths

Ich führe das eher auf das Wetter zurück. In York herrschte über weite Strecken Schmuddelwetter mit hoher Luftfeuchtigkeit. Das führt zu solchen Reaktionen des Materials. Aber immerhin: Die Verhältnisse sind immer für beide Spieler gleich.
Überschattet wurde das Finale der UK Championship von der Nachricht, dass Terry Griffiths am Sonntag im Alter von 77 Jahren verstorben ist. Der Waliser hatte 1979 als Qualifikant die Weltmeisterschaft gewonnen und später auch Titel beim Masters und der UK Championship geholt.
Nach seiner aktiven Karriere war er als Coach, Mentor und Ratgeber einer der gefragtesten Männer im Snooker. Es gibt wohl keinen heutigen Spitzenspieler, dem Terry nicht zu Seite gestanden hat. Niemand erzählte auf enthusiastischere Art Geschichten aus der Snooker-Welt als er. Da hat wieder ein großes Snooker-Herz aufgehört zu schlagen, eine Legende hat uns verlassen.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
picture

"Das wurde höchste Zeit": Trump mit ganz ruhiger Hand

Quelle: Eurosport

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung