Insbesondere Grand-Slam-Rekordchampion Federer hat es dem sechsmaligen Snooker-Weltmeister angetan. "Muss Federer noch spielen? Wahrscheinlich nicht. Aber er genießt es wahrscheinlich sehr, aus dem Haus zu kommen und sich mit anderen im Wettkampf zu messen", sagte O'Sullivan im Exklusiv-Interview bei Eurosport.
Der 45-jährige Engländer hat am Snookertisch seine eigene Strategie entwickelt, um mit den Nachwuchsspielern mithalten zu können:
"Ich werde nie mit diesen jungen Kerlen konkurrieren können, wenn es um Queue-Power oder jugendliche Frische geht. Daher muss ich vermehrt meine Stärken ausspielen und kreativ sein", so "The Rocket".
Welsh Open
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Auch im Umgang mit seinem Queue hat O'Sullivan einige Anpassungen unternommen: "Ich habe meine Technik ein bisschen geändert, da ich nicht so gut in der Lage war, die Weiße zu kontrollieren. Das läuft jetzt viel besser und ich fühle mich sicherer dabei, hohe Break zu spielen."

O'Sullivan bei Welsh Open in Topform

Besonders hilft O'Sullivan auch, dass er schon viele Titel in seiner Karriere gewonnen hat und sich nicht mehr so viel Druck mache. "Wenn ich es jetzt nicht genießen kann, einfach Snooker zu spielen, dann weiß ich auch nicht, warum ich noch spielen sollte", meinte der amtierende Weltmeister.
Bei den Welsh Open zeigte sich O'Sullivan bislang in Topverfassung. In seinen ersten vier Partien gab er nur einen einzigen Frame ab. Im Viertelfinale profitierte er von der krankheitsbedingten Absage von Gegner Ali Carter und steht kampflos im Halbfinale.
"War ich glücklich damit, solide zu spielen, aber nicht gut genug, um Turniere zu gewinnen? Nein. Daher spiele ich jetzt in der Art und Weise, wie ich von 2011 bis 2017 gespielt habe - ein bisschen inkonstant, aber wenn es gut läuft, war es immer anständig und erfolgreich."

Ronnie O'Sullivan ist sechsmaliger Snooker-Weltmeister

Fotocredit: Getty Images

O'Sullivan mit Rat an Hendry

Erfolgreich auf der großen Snooker-Bühne war auch jahrzehntelang O'Sullivans großes Vorbild Stephen Hendry. Der siebenmalige Weltmeister, der 2012 vorerst zurückgetreten war, gibt im März bei den Gibraltar Open (1. bis 7. März) sein Comeback.
"Ich weiß einfach nicht, ob er diese entspannte Einstellung wie ich hat. Wie ich ihn kenne, will er einfach nur gewinnen", sagte O'Sullivan, der Zweifel daran äußerte, ob der 52-jährige Schotte von seiner Mentalität her mit Rückschlägen klarkomme und Spaß an seinem Comeback haben wird.
Zum Schluss hat O'Sullivan daher für Hendry folgenden Rat parat: "Wenn er abseits des Tisches sein Leben genießt und einfach mit viel Freude an die Turniere herangeht, dann wird er auch Erfolg haben. Ich weiß nur nicht, ob er diese Art von Typ ist. Wenn ich es wäre, würde ich einfach nur spielen wollen. Aber Hendry ist ein anderes Monster. Er ist wie Tiger Woods."
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