In seinem zweiten Lauf sorgte Ayumu Hirano für einen historischen Moment: Erstmals gelang es einem Snowboarder, bei Olympischen Spielen in der Halfpipe einen Triple Cork zu stehen. Die Punktrichter gaben ihm anschließend für seinen Lauf insgesamt 91,75 Punkte.
Das sorgte bei "NBC"-Experte Todd Richards für Fassungslosigkeit. "Ähh, was?" rief er. "Was? Liegt ein Fehler vor? Wie konnte das - Moment mal. Das gibt es nicht. Das kann nicht sein! Eine 91,75?"
Der siebenmalige Medaillengewinner bei den X-Games verstand die Welt nicht mehr und attackierte die Judges heftig: "So wie ich das einschätze, haben die Richter gerade ihre ganze Glaubwürdigkeit verspielt." Er mache dies schon so lange und er wisse wie ein guter Lauf aussieht, ergänzte Richards.
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Er erklärte weiter: "Ich weiß, wenn ich den besten Run sehe, der jemals in der Halfpipe gefahren wurde. Versuch mir zu sagen, was du von diesem Run abziehst."

"Der beste Run aller Zeiten": So holte Hirano Halfpipe-Gold

"NBC"-Experte attackiert Punktrichter: "Es ist eine Farce"

Es sei unglaublich, dass so etwas überhaupt passiert, kritisierte Richards und legte nach: "Es ist eine Farce, um ganz ehrlich zu sein. Ich bin in diesem Moment wütend."
Auch in den sozialen Medien ging es nach Hiranos historischem zweiten Lauf hoch her. Andrew G. Haubner von "ABC" konnte den Score von "nur" 91,75 Punkten ebenfalls nicht nachvollziehen. "Ayumu Hirano legt also einen noch nie dagewesenen Trick in einem perfekten Lauf hin und holt sich den zweiten Platz in der Halfpipe der Herren? Die Rechnung ist nicht aufgegangen", twitterte er.
"ESPN"-Journalistin Alyssa Roenigk twitterte verwundert: "Entschuldigung. Was!? Haben die Punktrichter diesmal den Triple Cork übersehen?"

Hirano überholt James mit dem letzten Run und holt Gold

"FOX"-Moderatorin Shelia O'Connor sprach gar von einem "geraubten" Sieg.
Danach sah es nach dem zweiten Lauf auch tatsächlich aus, denn der Australier Scotty James führte mit 92,50 Punkten.

Tricktechnisch überragend: James macht Silber für Australien klar

Doch in seinem letzten Lauf legte Hirano einen drauf und zeigte erneut ein Trick-Spektakel von allerhöchste Güte. Die Eurosport-Kommentatoren Alexander Schwan und Nico Zacek sprachen gar vom "besten Run aller Zeiten". Das sahen diesmal wohl auch die Punktrichter so und vergaben eine 96,00.

Todd Richards' Ärger auch nach Hirano-Gold nicht komplett verflogen

Hirano übernahm die Führung und holte sich damit doch noch den Olympiasieg.
Das dürfte wohl auch Todd Richards versöhnt haben. Ganz verflogen war sein Ärger über die zu niedrige Bewertung für den zweiten Lauf aber offenbar immer noch nicht.
Nach dem Wettkampf twitterte er: "Wow! Was für eine Nacht. Wahrscheinlich bin ich bei meiner Richter-Kritik ziemlich heiß gelaufen, aber seht euch die Fahrer an, die für diese Tricks buchstäblich ihr Leben riskieren. Niemand kann Ayumu mit dem Triple das Wasser reichen. Das ist der riskanteste Move, der je in einer Halfpipe gezeigt wurde. Das muss man belohnen."

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