Alexander Zverev: In diesen Bereichen muss er sich verbesseren
Alexander Zverev hat seinem Fehlstart ins Jahr beim ATP Cup das beste Grand-Slam-Ergebnis der Karriere folgen lassen: Halbfinale bei den Australian Open. Der 22-Jährige hielt gute Gegner wie Stan Wawrinka klar in Schach. Die eigentliche Arbeit aber beginnt erst jetzt - will er ganz nach oben, muss Zverev seine Leistungen bestätigen. Eine Analyse, in welchen Bereichen er sich noch verbessern kann.
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Es herrschte eine bemerkenswerte Einigkeit, als alles vorbei war. Medien, Fans und auch Alexander Zverev selbst bewerteten die Australian Open als vollen Erfolg, als "wunderbare Reise", wie Eurosport-Experte Boris Becker lobte.
Und tatsächlich: Was Deutschlands Nummer eins in seinen sechs Partien im Melbourne Park anbot, war außergewöhnlich. "Ich habe dieses Mal eine ganz andere Grand-Slam-Leistung gezeigt, aus der ich sehr viel Positives ziehen kann", erklärte .
Zverev trauert Chancen hinterher
Die Niederlage im Halbfinale gegen Dominic Thiem zeigte aber auch, woran es dem Weltranglisten-Siebten noch mangelt: an der Kaltschnäuzigkeit und an der Fähigkeit, in den entscheidenden Situationen eines großen Matches das beste Tennis zu zeigen. Eine Baustelle, an der Zverev arbeiten will:
Zverev spielte damit auf die vielen vergebenen Breakbälle und vor allem die beiden nicht genutzten Satzbälle im dritten Satz an. "Da war ich zu passiv", analysierte der Hamburger.
Luft nach oben bei Variabilität und Strategie
Steigerungspotenzial hat Zverev darüber hinaus bei der Variabilität und Strategie. Der 22-Jährige fand zwar rechtzeitig zu den Australian Open seinen bärenstarken Aufschlag wieder, das Duell mit Thiem zeigte aber auch, dass sein Spiel zu sehr davon abhängt.
"Er hat sehr von seinem Service gelebt, aber Dominic war in den Rallies besser drin und auch sein Spielaufbau sowie die Strategie waren etwas besser als bei Alex", befand Tennis-Legende Becker.
Am Ende gaben diese Faktoren den Ausschlag zu Gunsten des Österreichers, der sich im Finale in fünf Sätzen Titelverteidiger Novak Djokovic geschlagen geben musste.
Becker kritisiert Zverevs Show-Tour mit Federer
Ein heiß diskutierter Punkt bei Zverev waren und sind die Reisen mit Roger Federer.
Zusammen mit dem Rekord-Grand-Slam-Champion trat der Deutsche nach der vergangenen Saison zu Show-Matches in Chile, Ecuador und Mexiko an - ein weiterer Auftritt in Kolumbien musste kurzfristig aufgrund der politischen Lage auf den 24. März 2020 verschoben werden.
Becker sieht diese Touren kritisch:
Die Profis würden sich ohnehin permanent über die zu lange Saison beklagen. "Wenn du danach aber noch Show-Matches spielst, dann beschwere dich nicht darüber", so Becker.
Zverev muss Trainingsrückstand korrigieren
Dass die Belastung durch die Reisen hoch war und andere Bereiche darunter litten, kann Zverev schwer von der Hand weisen. "Ich habe zu wenig trainiert", gab er offen zu, nachdem er beim ATP Cup Anfang Januar alle drei Einzel verloren hatte.
Allerdings: Zverev reagierte, fuhr im Vorfeld der Australian Open ein gewaltiges Pensum mit täglich fünf bis sechs Stunden auf dem Trainingsplatz. Die Maßnahme zahlte sich aus, die deutsche Nummer eins ist auf bestem Wege, sich in der Weltspitze festzubeißen.
"In Melbourne hat Sascha jetzt zum ersten Mal richtig Grand-Slam-Blut geleckt. Seine Körpersprache war top, er hatte die richtige Einstellung. Ich freue mich schon sehr auf seine French Open", erklärte Becker.
Und die Vorzeichen stehen gut, dass Zverev seine "wunderbare Reise" in Roland Garros fortsetzt. Schließlich hat er in Paris in den vergangenen beiden Jahren jeweils das Viertelfinale erreicht.
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