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Nach Halbfinal-Coup: Das fehlt Zverev noch zu den Big Three

Nach Halbfinal-Coup: Das fehlt Zverev noch zu den Big Three

08/02/2020 um 12:31Aktualisiert 14/02/2020 um 11:43

Alexander Zverev hat seinem Fehlstart ins Jahr beim ATP Cup das beste Grand-Slam-Ergebnis der Karriere folgen lassen: Halbfinale bei den Australian Open. Der 22-Jährige hielt gute Gegner wie Stan Wawrinka klar in Schach. Die eigentliche Arbeit aber beginnt erst jetzt - will er ganz nach oben, muss Zverev seine Leistungen bestätigen. Eine Analyse, in welchen Bereichen er sich noch verbessern kann.

Zverev trauert Chancen hinterher

"In den wichtigen Momenten war Dominic besser und ich habe nicht mein bestes Tennis gezeigt. Ich hatte allerdings unglaubliche viele Chancen, deshalb ist das Aus so enttäuschend. Ich muss mir anschauen, warum ich die Chancen nicht genutzt habe. "

Zverev spielte damit auf die vielen vergebenen Breakbälle und vor allem die beiden nicht genutzten Satzbälle im dritten Satz an. "Da war ich zu passiv", analysierte der Hamburger.

Luft nach oben bei Variabilität und Strategie

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"Er hat sehr von seinem Service gelebt, aber Dominic war in den Rallies besser drin und auch sein Spielaufbau sowie die Strategie waren etwas besser als bei Alex", befand Tennis-Legende Becker.

Becker kritisiert Zverevs Show-Tour mit Federer

Ein heiß diskutierter Punkt bei Zverev waren und sind die Reisen mit Roger Federer.

Zusammen mit dem Rekord-Grand-Slam-Champion trat der Deutsche nach der vergangenen Saison zu Show-Matches in Chile, Ecuador und Mexiko an - ein weiterer Auftritt in Kolumbien musste kurzfristig aufgrund der politischen Lage auf den 24. März 2020 verschoben werden.

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Becker sieht diese Touren kritisch:

"Aus meiner Sicht schadet es ihm. Federer kann natürlich machen, was er will, er ist der größte Spieler aller Zeiten. Aber Zverev sollte nicht im Privatjet von A nach B fliegen, das hat er sich sportlich noch nicht verdient. Erst wenn du mal Grand-Slam-Champion warst oder in den Top 3 der Welt, kann dich keiner mehr kritisieren für solche Dinge."

Die Profis würden sich ohnehin permanent über die zu lange Saison beklagen. "Wenn du danach aber noch Show-Matches spielst, dann beschwere dich nicht darüber", so Becker.

Zverev muss Trainingsrückstand korrigieren

Dass die Belastung durch die Reisen hoch war und andere Bereiche darunter litten, kann Zverev schwer von der Hand weisen. "Ich habe zu wenig trainiert", gab er offen zu, nachdem er beim ATP Cup Anfang Januar alle drei Einzel verloren hatte.

Allerdings: Zverev reagierte, fuhr im Vorfeld der Australian Open ein gewaltiges Pensum mit täglich fünf bis sechs Stunden auf dem Trainingsplatz. Die Maßnahme zahlte sich aus, die deutsche Nummer eins ist auf bestem Wege, sich in der Weltspitze festzubeißen.

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"In Melbourne hat Sascha jetzt zum ersten Mal richtig Grand-Slam-Blut geleckt. Seine Körpersprache war top, er hatte die richtige Einstellung. Ich freue mich schon sehr auf seine French Open", erklärte Becker.

Und die Vorzeichen stehen gut, dass Zverev seine "wunderbare Reise" in Roland Garros fortsetzt. Schließlich hat er in Paris in den vergangenen beiden Jahren jeweils das Viertelfinale erreicht.

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