Alexander Zverev nach Australian Open im Formtief - Boris Becker erklärt Hintergründe: "Zu viel Erwartungshaltung"

Alexander Zverev erlebte nach seiner Finalteilnahme bei den Australian Open eine Formkrise. Der Hamburger kam bei seinen anschließenden Turnierteilnahmen nicht mehr über das Viertelfinale hinaus. Die Spitzenposition im ATP-Ranking, die weiterhin vom gesperrten Jannik Sinner besetzt ist, war damit auch schnell außer Reichweite. Boris Becker macht sich aber keine allzu großen Sorgen.

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Quelle: Eurosport

"Was Sascha gerade durchlebt, das ist irgendwo normal", sagte der 57-Jährige im Vorfeld der "Hamburg Open" am Rothenbaum (17. bis 24. Mai). Zverev habe verständlicherweise "den großen Traum, die Nummer eins der Welt zu werden, jetzt auch durch die Sperre von Sinner. Aber das Gleiche denken sich Carlos Alcaraz und die anderen auch."
"Das scheint wohl ein bisschen zu viel Druck, zu viel Erwartungshaltung zu sein", mutmaßte Becker, der in Monte Carlo bei einer Trainingssession von Zverev mit auf dem Platz stand. Laut dem sechsmaligen Grand-Slam-Champion ging bei allen Sinner-Verfolgern etwas der Fokus verloren. Das nächste Match sei immer das Wichtigste und "nicht das von nächster Woche".
Im gemeinsamen Podcast mit Andreas Petkovic ergänzte die deutsche Tennis-Legende: "Er ist im Moment nicht so überzeugt von sich, wie er es in Melbourne war oder wie er es Ende letzten Jahres war." Zverev müsse schauen, "wer kann ihn weiterbringen, wer kann ihm da helfen, denn das ist für mich letztlich der Unterschied zwischen Sieg und Niederlage bei ihm im Moment".
Petkovic äußerte sich zuletzt auch positiv über eine mögliche Zusammenarbeit von Becker und Zverev. "Boris hat sich ja ein bisschen selbst ins Spiel gebracht, aber warum nicht?", sagte die einstige Topspielerin dem "SID".
Zverev selbst lässt sich in Bezug auf eine mögliche Zusammenarbeit mit Boris Becker nicht in die Karten schauen. "Boris und ich haben eine super Verbindung. Wenn etwas passiert, lassen wir es euch wissen", sagte Zverev im "Sky"-Interview vor dem am Montag beginnenden ATP-Masters in Monte Carlo: "Solange könnt ihr spekulieren und eine Geschichte daraus machen. Ich sage dazu nichts."

Becker traut Zverev schnell bessere Leistungen zu

In Hamburg zeigte sich Becker jedenfalls überzeugt, dass Zverev "wieder in seine Form zurückkommt". "Ich glaube, die Form in Miami war schon wieder deutlich besser. Er wird sich wieder erholen." Beim Masters in Florida hatte die deutsche Nummer eins immerhin das Achtelfinale erreicht.
Aus Niederlagen könne man zudem deutlich mehr lernen als durch Siege, meinte Becker. "Sascha ist noch immer die Nummer zwei der Welt und wir haben keinen besseren, deswegen sollten wir ihn unterstützen, statt ihn immer zu kritisieren", forderte der 57-Jährige. Zverevs nächster Auftritt ist in seiner Wahlheimat beim Masters (6. bis 13. April).
"Für mich ist es jetzt am wichtigsten, dass ich Tennismatches gewinne und mein Selbstvertrauen zurückbekomme. Das ist die Hauptsache. Ob es Sand-, Hart- oder Rasenplatz ist, das ist jetzt momentan völlig egal. Aber klar, auf Sand fühle ich mich wohl", sagte Zverev.
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(mit SID)
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