Alexander Zverev und die Trainerfrage: Deutschlands Nummer eins schwärmt von Ex-Coach David Ferrer
Alexander Zverev trennte sich im Mai von Trainer Sergi Bruguera. Seitdem wird er wieder ausschließlich von Papa Alexander senior gecoacht. Nun sprach Deutschlands Tennis-Star bei "Sky" ausführlich über eine mögliche Veränderung im Trainer-Team. Einen Ex-Coach würde er "sofort wieder nehmen", allerdings sei dieser gerade nicht verfügbar. Ähnlich wie Boris Becker, den der Hamburger ebenfalls lobte.
Alexander Zverev
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Alexander Zverev verabschiedete sich mit einem prestigeträchtigen 6:4, 6:4 gegen Kumpel und Angstgegner Andrey Rublev bei den ATP Finals in den wohlverdienten Urlaub. Auf den paradiesischen Malediven steht neben Ausspannen vor allem die Vorbereitung aufs kommende Jahr im Vordergrund.
"Ich liebe es, im Gym zu sein und Fortschritte zu machen. Das ist für mich irgendwo auch Urlaub", sagte er nach seinem Sieg über den Russen, der ein turbulentes Jahr beschloss.
Es war die erste Saison nach der schwerwiegenden Knöchelverletzung, die Zverev sich im Mai 2022 im French-Open-Halbfinale gegen Rafael Nadal zugezogen hatte. Zunächst noch mit nachvollziehbaren Problemen kämpfend, arbeitete sich der Hamburger im zweiten Teil des Jahres wieder mehr und mehr an die Weltspitze heran. Zwei Turniersiege und Weltranglistenplatz sieben, der zur Finals-Teilnahme befähigte, standen am Ende zu Buche.
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Alexander Zverev in Turin
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Im Interview mit "Sky" ließ Zverev nun die vergangenen Monate Revue passieren. "Umso länger das Jahr wurde desto besser habe ich Tennis gespielt", sagte er: "Die French Open haben sehr geholfen, dass ich dort im Halbfinale stand, war unglaublich." Darüber hinaus sei der Sieg bei seinem Heimturnier in Hamburg Ende Juli "ein Turningpoint" gewesen.
Zverev verteidigt Vater: "Bekommt Disrespect"
Einschneidend war 2023 auch die Trennung von Trainer Sergi Bruguera kurz vor besagten French Open. Ein Jahr hatte Zverev mit dem Spanier zusammengearbeitet, am Ende hätten laut Zverev vor allem unterschiedliche Meinungen zwischen Bruguera und Vater Alexander senior zu der Entscheidung geführt, den gemeinsamen Weg zu beenden.
Seitdem wird Zverev wieder von Papa Alexander senior gecoacht. Dass dieser in der Öffentlichkeit mitunter nicht die größte Wertschätzung genießt, kann der 27-Jährige nicht verstehen. "Mein Vater bekommt sehr viel Disrespect. Ich weiß aber nicht, warum", sagte Zverev im Gespräch mit "Sky" und ergänzte: "Er ist nicht nur ein Elternteil, er hat selbst hoch Tennis gespielt. Er war die Nummer eins in der Sowjetunion und hat gegen die Besten der Welt gespielt."
Dementsprechend verstehe er Tennis auch "besser als die 'normalen Tennis-Trainer'", so Zverev junior. Allerdings: "Mein Vater wird nicht jünger, das weiß ich, das weiß er, das wissen wir alle. Er braucht mehr Pausen und Ruhetage."
Zverev: "Würde ihn sofort wieder nehmen"
Für einen potenziell neuen, beziehungsweise weiteren Coach gebe es deshalb eine klare Voraussetzung: "Wenn ich jemanden reinbringe, dann ist das jemand, der selbst unfassbar motiviert ist, große Dinge zu erreichen."
Ein möglicher Kandidat sei laut Zverev ein alter Bekannter: David Ferrer. Die ehemalige Nummer drei der Welt, die 2019 ihre aktive Karriere beendete, hatte Zverev zwischen Juli und Dezember 2020 trainiert – und ganz offensichtlich bleibenden Eindruck hinterlassen.
"Ihn würde ich sofort wieder nehmen – sofort", sagte Zverev, als er im "Sky"-Interview mit dem Namen Ferrer konfrontiert wurde. Der einzige Grund für die Trennung sei die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen gewesen.
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Alexander Zverev mit seinem damaligen Trainer David Ferrer bei den French Open 2020
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"Jedes Mal, wenn er nach einem Turnier zurück zu seiner Familie nach Spanien gekommen ist, musste er zwei Wochen in Quarantäne gehen. Dann hat er mir gesagt: 'Ich kann das jetzt nicht machen. Ich habe eben erst mit Tennis aufgehört und kann nicht schon wieder zu einem Punkt kommen, an dem ich meine Familie nur sechs Wochen im Jahr sehe'", erinnerte sich Zverev.
Ein abermaliges Ferrer-Engagement kommt aktuell allerdings nicht infrage – der Umstand, dass Ferrer als spanischer Davis-Cup-Captain fungiert, macht eine Zusammenarbeit unmöglich. "Er darf mit keinem Spieler zusammenarbeiten", erklärte Zverev. Aber: "Wir werden sehen, was in Zukunft sein wird. Mit ihm zu arbeiten, war ein großer Spaß. Also why not?"
Zverev lobt Becker: "Er versteht Tennis"
Lobende Worte fand Zverev auch über Tennis-Ikone Boris Becker, zudem verriet er, dass es in der Vergangenheit die Überlegung gab, den dreimaligen Wimbledon-Sieger als Coach zu installieren: "Er ist ein Tennis-Experte. Er versteht Tennis und weiß, wie es ist, ganz oben zu sein. Bei mir war auch mal der Gedanke da, mit Boris etwas zu machen. Das war 2018, da war ich aber noch zu jung."
Stattdessen fiel die Wahl damals auf Ivan Lendl. Ausschließen wollte Zverev eine Kooperation mit Becker für die Zukunft indes nicht. Ähnlich wie Ferrer ist aber auch Becker dieser Tage anderweitig eingespannt. Vor kurzem übernahm der 55 Jahre alte Leimener das dänische Top-Talent Holger Rune. "In naher Zukunft" werde es also "nicht passieren, weil er beschäftigt ist."
An wessen Seite auch immer Zverev ins kommende Jahr geht – der amtierende Olympiasieger hat für 2024 große Ziele. "Für mich wird nächstes Jahr ein Jahr sein, in dem ich mir keine Limits setzen möchte", kündigte er an.
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Djokovic nach Finals-Triumph: "Warum aufhören?"
Quelle: Eurosport
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