Alexander Zverev - Chris Evert exklusiv zum Eklat in Acapulco: "Stimme mit Serena Williams überein"

Der Ausraster von Alexander Zverev beim ATP-Turnier in Acapulco und die Folgen für den Olympiasieger sorgen für lebhafte Debatten im Tennis. Serena Williams etwa positionierte sich deutlich und klagte ob des aus ihrer Sicht zu milden Strafmaßes über eine "Doppelmoral", die Frauen benachteilige und Männer bevorzuge. Nun hat sich Chris Evert bei Eurosport geäußert - und Williams zugestimmt.

Der Zverev-Eklat im Video: Das brachte ihn zum Ausrasten

Quelle: SNTV

"Ich werde Ihnen genau sagen, was ich denke. Ich denke, es war zu milde", stellt Chris Evert im Exklusiv-Interview mit Eurosport klar und spielt damit auf die zwölfmonatige Bewährungsstrafe an, mit der die ATP Alexander Zverev rund zwei Wochen nach dem Eklat von Acapulco bedachte. Der Weltranglistendritte darf sich keine weiteren Aussetzer mehr leisten, will er nicht für acht Wochen gesperrt und mit einer Geldbuße von 25.000 US-Dollar belegt werden.
Der 24-Jährige hatte nach der Niederlage im Doppel-Achtelfinale von Acapulco viermal mit dem Schläger auf den Stuhl von Schiedsrichter Alessandro Germani eingedroschen und den Italiener einmal nur knapp verfehlt.
Darüber hinaus überzog er den Unparteiischen mit Beleidigungen. Zverev wurde daraufhin auch im Einzel disqualifiziert, kassierte eine Geldstrafe von 40.000 US-Dollar, verlor die bereits erkämpften ATP-Punkte und bekam das bis dahin eingespielte Preisgeld gestrichen.
Allerdings: Eine Sperre gab es nicht. Zverev trat nur eine Woche später im Davis Cup für Deutschland an und steuerte beim 3:1-Erfolg zwei Siege im Einzel bei.

Williams: "Wäre wahrscheinlich im Gefängnis gelandet"

Serena Williams verstand indes die (Tennis)-Welt nicht mehr. "Wenn ich das gemacht hätte, wäre ich wahrscheinlich im Gefängnis gelandet", sagte die 23-malige Grand-Slam-Turniersiegerin im Interview mit "CNN".
Und auch der ehemalige Weltranglistenerste Mats Wilander konnte nicht nachvollziehen, dass die ATP beim Hamburger nicht härter durchgriff. "Man sanktioniert jemanden, der sich so verhält, mit einer dreimonatigen oder sechsmonatigen Sperre", forderte der Schwede im Gespräch mit Eurosport.
Geht es nach Williams und Evert, ist die relativ moderate Bestrafung für Zverev schlicht darauf zurückzuführen, dass er auf der ATP-Tour bei den Männern spielt. Sie glaube zwar nicht, dass Williams bei einem ähnlichen Vergehen tatsächlich ins Gefängnis wandere, aber: "Sie hat recht und ich bin der Meinung, dass bei ihr die Konsequenzen auf jeden Fall viel härter gewesen wären als bei Zverev", so Evert, die während ihrer Laufbahn 18 Grand-Slam-Titel holte.

Evert warnt wegen Zverev: "Eine ernste Sache"

"Das ist ein Frauen- und Männerthema", ergänzt Evert. "Ich stimme mit Serena überein. Die WTA hätte jeder Frau, die so etwas getan hätte, strengere Konsequenzen auferlegt." Genau das hätte es auch bei Zverev gebraucht. "Der Schiedsrichter wirkte, als wäre er in Gefahr gewesen. Das ist eine ernste Sache", unterstreicht die 67-Jährige.
Bei der ATP scheint man das nicht ganz so drastisch zu sehen.
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Quelle: Eurosport

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