Es gibt einen Faktor, der Rafael Nadal von Novak Djokovic und Roger Federer abhebt.
So sieht es jedenfalls Mats Wilander. "Rafa ist im Hinblick auf seine Emotionen auf dem Platz eher 16 als 36 Jahre alt. Das unterscheidet ihn von den anderen der Big 3", glaubt der Schwede, der während seiner Laufbahn sieben Grand-Slam-Titel gewann.
Diese Eigenschaft sei ein großer Vorteil für Nadal.
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"Ich müsste meine Fantasie sehr anstrengen, um einen Sportler zu finden, dem es mehr Spaß macht, im Bezug auf ein Ergebnis oder die Ungewissheit, was am Ende eines Matches passieren könnte, Angst zu verspüren. Aber Rafa ist so verliebt in dieses Lösen von Problemen, dass er bereit ist, Schmerz und Angst zu spüren - um herauszufinden, was hinter der nächsten Ecke auf ihn wartet", sagt Wilander. "Und wenn Mike Tyson hinter der nächsten Ecke stehen würde, um dich so hart zu treffen, dass du vielleicht nie wieder aufstehen kannst, dann wäre Nadal bereit, auch dieses Risiko einzugehen."

Nadal legt besten Saisonstart der Karriere hin

Tatsächlich war noch im vergangenen Dezember unklar, wie und ob es mit der Karriere des Mallorquiners weitergeht. Eine komplizierten Fußverletzung hatte den Routinier über Monate außer Gefecht gesetzt, während des Comebacks bei einem Einladungsturnier in Abu Dhabi steckte der Tennisstar sich dann mit dem Coronavirus an. Schwere Zeiten für die einstige Nummer eins der Welt.

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Aber Nadal kämpfte und kam im Januar zurück auf die Tour - und wie: Nach dem Triumph beim Vorbereitungsturnier in Melbourne räumte der Spanier bei den Australian Open den Titel ab und ließ einen weiteren Erfolg beim ATP-Event von Acapulco folgen. Es ist der beste Saisonstart, den Nadal je hingelegt hat. Trotz aller Zweifel, trotz aller Schwierigkeiten.
Eurosport-Experte Boris Becker hatte schon so eine Ahnung. "Wer Nadal als Außenseiter abstempelt, versteht nichts vom Tennis", stellte Deutschlands Tennis-Legende vor den Australian Open klar, nachdem Nadal in der öffentlichen Debatte wenig zugetraut worden war.
Was in Melbourne danach geschah, ist Tennis-Geschichte: Nadal gewann den Klassiker und überflügelte mit seinem 21. Grand-Slam-Titel Djokovic und Federer.

Nadal dankbar: "Es ist ein Geschenk des Lebens"

"Es ist ein Geschenk des Lebens, wieder Tennis spielen zu können", erklärte Nadal in Australien. Und dieses Geschenk will der Weltranglistenvierte weiter auskosten. Zumal seine "Saison" im April erst so richtig beginnt, wenn die Sandplatzserie anläuft. Der "alterslose Sandplatzkönig", wie Wilander den Routinier adelt, will sich ab Ende Mai die Krone von Roland-Garros zurückholen und zum 14. (!) Mal die French Open für sich entscheiden.

Becker adelt Nadal nach Final-Coup: "Der Erfolgreichste der Geschichte"

Geht es nach Nick Kyrgios, hätte sich mit einem Nadal-Erfolg in Paris auch die Diskussion um den Größten aller Zeiten, den viel zitierten GOAT, erledigt. "Wenn er auf 22 stellt und die anderen stehen bei 20, hat er die Krone des besten Spielers aller Zeiten", so der Australier in seinem Podcast "No Boundaries".
Das Finale von Roland-Garros findet übrigens zwei Tage nach Nadals 36. Geburtstag statt - aber was spielt das Alter in diesem Fall schon für eine Rolle ...
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